Multikulturalität als Entwicklungsbedingung:

[Hegel-Originaltext. Auswahl und Anmerkungen [...] von M.Grimsmann und L.Hansen, Feb. 2003
Abkürzungen für Quellangaben siehe Info]

 

Es ist eine oberflächliche Torheit,
sich vorzustellen, daß ein schönes und wahrhaft freies Leben
so aus der einfachen Entwicklung eines in seiner Blutsverwandtschaft
und Freundschaft bleibenden Geschlechts hervorgehen könne.
 

Selbst die Pflanze,
    die das nächste Bild solcher ruhigen, in sich nicht entfremdeten Entfaltung abgibt,
lebt und wird nur durch die gegensätzliche Tätigkeit von Licht, Luft und Wasser.
 
Der wahrhafte Gegensatz, den der Geist haben kann, ist geistig;
es ist seine Fremdartigkeit in sich selbst,
durch welche allein er die Kraft, als Geist zu sein, gewinnt.
 
[z.B.] Die Geschichte Griechenlands
zeigt in ihrem Anfange diese Wanderung und Vermischung
    von zum Teil einheimischen, zum Teil ganz fremdartigen Stämmen;
und gerade Attika, dessen Volk den höchsten Gipfel griechischer Blüte erreichen sollte,
war der Zufluchtsort der verschiedensten Stämme und Familien.
 
Jedes welthistorische Volk,
    außer den asiatischen Reichen,
    die außer dem Zusammenhange der Weltgeschichte stehen,
hat sich auf diese Weise gebildet.
 
So haben sich die Griechen, wie die Römer,
aus einer colluvies, aus einem Zusammenfluß der verschiedensten Nationen entwickelt.
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Denn das griechische Volk ist vornehmlich erst zu dem, was es war, geworden.

 
Bei der Ursprünglichkeit der nationalen Einheit ist die Zerteilung überhaupt,
die Fremdartigkeit in sich selbst, das Hauptmoment, das zu betrachten ist.
 
Die erste Überwindung derselben
macht die erste Periode der griechischen Bildung aus:
und nur durch solche Fremdartigkeit [erste Negation, der Ursprünglichkeit]
und durch solche Überwindung [zweite Negation, Negation der Fremdartigkeit]
ist der schöne, freie griechische Geist geworden.
 
Über dieses Prinzip müssen wir ein Bewußtsein haben.                 
                                                                                            
(aus: P.d. Geschichte)
[und also Fremde weder aussperren
noch sie in ihrer Fremdartigkeit belassen wollen]

 


siehe auch: Rassismus

 

 



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