Drei Weisen der Erkenntnis Gottes

[Hegel-Originaltext. Auswahl und Anmerkungen [...] von M.Grimsmann und L.Hansen, Mai 2002
Abkürzungen für Quellangaben siehe Info]

 

...die Religion ist die allgemeine Sphäre,
in welcher die eine konkrete Totalität [Gott]
dem Menschen
als sein eigenes Wesen und als das der Natur zum Bewußtsein kommt
und diese eine wahrhaftige Wirklichkeit allein
sich ihm als die höchste Macht über das Besondere und Endliche erweist,
durch welche alles sonst Zertrennte und Entgegengesetzte
zur höheren und absoluten Einheit zurückgebracht wird.
 
Durch die Beschäftigung mit dem Wahren
als dem absoluten Gegenstande des Bewußtseins
gehört nun auch die Kunst der absoluten Sphäre des Geistes an
und steht deshalb mit der Religion im spezielleren Sinne des Worts
wie mit der Philosophie ihrem Inhalte nach auf ein und demselben Boden.
 
Denn auch die Philosophie hat keinen anderen Gegenstand als Gott
und ist so wesentlich rationelle Theologie
und als im Dienste der Wahrheit fortdauernder Gottesdienst.
 
Bei dieser Gleichheit des Inhalts sind die drei Reiche des absoluten Geistes
nur durch die Formen unterschieden,
in welchen sie ihr Objekt, das Absolute, zum Bewußtsein bringen.
 
Die Unterschiede dieser Formen liegen im Begriff des absoluten Geistes selber.
 
...Die erste Form nun dieses Erfassens ist ein unmittelbares
und eben darum sinnliches Wissen,
ein Wissen in Form und Gestalt des Sinnlichen und Objektiven selber,
in welchem das Absolute zur Anschauung und Empfindung kommt.
 
Die zweite Form sodann ist das vorstellende Bewußtsein,
die dritte endlich das freie Denken des absoluten Geistes.                     
[aus:Stellung der Kunst im Verhältnis zur endlichen Wirklichkeit 
und zur Religion und Philosohie,VÄ]

 
 [Vergleiche :]                                                                        
img73.gif

 

[ebenso:
Geist-Vorstellung-Religion und Logik-Denken-Philosophie.

 

Die Anschauung bildet den Aufhänger für diese Zusammenstellung.

Anschauung ist unmittelbares Wissen des Geistes von sich
dh. auch Wissen von Unmittelbarem.

Zuerst haben wir das Wissen des Geistes von
sich als
anderem,dh. der Natur.
Die Natur, die im ersten Schluß zwar als das Differente ist,
ist im zweiten Schluß (für den Geist) das
Unmittelbare.

Dann das Wissen von sich selbst als Unmittelbaren (Seele) - Anschauung.

Drittens das Wissen des Geistes von Gott
in der Form des
Unmittelbaren, dh. Natürlichen, Sinnlichen - Kunst.]

Siehe auch:



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