Die ersten Philosophen

M.Grimsmann/L.Hansen 2008

Ausschnitt aus dem Poster "Die Geschichte der Philosophie"

Die ersten griechischen Philosophen: Aufstellung eines Universalprinzips

Die Ionier (Naturphilosophen)

Die ersten Philosophen drückten das Wesen aller Dinge in der Weise eines natürlichen, materiellen Urstoffs aus. Thales 639-546 v.C. bestimmte ihn als das Wasser, als das Flüssige überhaupt, aus dem alles entsteht und in das alles wieder vergeht. Anaximander 610-546 v.C. setzte wegen der Vergänglichkeit alles Bestimmten einen unbestimmten Urstoff als Prinzip. Anaximenes 585-525 v.C. nannte ihn Luft, die - als etwas Seelenhaftes vorgestellt - den Übergang aus dem materiellen zum immateriellen Prinzip andeutet.

Pythagoras 570-496 v.C.

Er löste sich als erster von den sinnlich-materiellen Vorstellungen der Ionier, indem er den Kosmos als Organisation eines harmonischen Systems von Zahlen und deren Verhältnis- sen auffasste. Er entwickelte u.a. die Harmonielehre der Töne und den "Satz des Pythagoras". In seiner Schule (die Pythagoreer) wurde man erst nach fünf Jahren schweigenden Zuhörens in den Kreis der Eingeweihten (Esoteriker) aufgenommen.

Die Eleaten

Sie tilgten den Rest von Sinnlichkeit, die dem Zahlen- prinzip des Pytha- goras noch anhaftet: Alle Vielheit der Wirklichkeit ist bloßer Schein. Nur der Gedanke der reinen Einheit, das unveränderliche Eine ist das Sein. Xenophanes ~580-480 v.C., der Lehrer des Parmenides ~540-480 v.C. und Melissos ~490-430 v.C. waren die Hauptvertreter. Zenon 495-445 v.C. führte paradoxe Beweise (so bewies er z.B. die Unmöglichkeit der Bewegung) und wurde damit zum Begründer der Dialektik.

Heraklit 550-480 v.C.

Er behauptete gegen das ruhende Sein der Eleaten das bewegte Werden als das Grundprinzip (“alles fließt”). Die Wahrheit ist die Einheit der Gegensätze: Sein und Nichts sind dasselbe. Ihre Einheit ist das Werden und dessen natürliche Erscheinung ist das Feuer. Wegen seiner tiefen und oft nur fragmentarischen Sätze erhielt er den Beinamen: “der Dunkle”.

Elemente und Atome

Empedokles 482-423 v.C. vereinigt die vier Elemente: Feuer (Heraklit), Wasser (Thales), Luft (Anaximenes) und Erde, deren Verbindung und Trennung das Werden ausmacht.

Nach der Lehre des Leukipp 483-370 v.C. und Demokrit 460-380 v.C. gibt es unendlich viele Atome, d.h. unteilbare, nach Gestalt, Größe, Schwere, Ort und Lage unter- schiedene Grundstoffe. Ihre Bewegung im Leeren ist die Ursache aller Veränderung. Das Atom ist der Gedanke des "Eins", aber sinnlich vorgestellt.

Anaxagoras 496-428 v.C.

Er bestimmte das Prinzip als Geistiges. Der sich selbst bestimmende Gedanke ("Nous"), d.h. die nach ihrem Zweck das Universum bildende und organisierende Welt-Vernunft ist die Grundidee des Anaxagoras und aller wahrhaften Philosophie.



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