Sophisten und Sokrates

M.Grimsmann/L.Hansen 2008

Ausschnitt aus dem Poster "Die Geschichte der Philosophie"

Das Prinzip der Innerlichkeit, die Subjektivität des Denkens, gewinnt das Interesse.

Teils die Objektivität auflösend (Sophisten), teils sie erhaltend (bei Sokrates).

Sophisten

Die Sophisten waren Wanderlehrer, die gegen Bezahlung arbeiteten. Sie unterrichteten besonders die Redekunst (Rhetorik), d.h. andere durch Gründe zu überzeugen und seine eigene Meinung zu rechtfertigen. Alle Wahrheit muss selbst gedacht und gewusst sein, unabhängig vom persönlichen Bewusstsein gibt es nichts Wahres und Gutes. Da nun der Subjekte sehr viele und verschiedene sind, so gibt es am Ende so viele Wahrheiten wie Köpfe, d.h. gar keine. In diesem Widerspruch verläuft sich die Sophistik. So kam sie auch nicht dazu, eine inhaltsvolle Lehre aufzustellen. Die bekanntesten unter ihnen sind Protagoras 485-415 v.C., der den Satz prägte: ”Der Mensch ist das Maß aller Dinge” sowie Gorgias ~480-380 v.C. und Prodikos ~465-400 v.C.

Sokrates ~470-399 v. C.

Das Gute, Rechte und Wahre zu erkennen und danach zu handeln (Tugend) ist der Zweck des Lebens. Sokrates stellte sich seinen Gesprächspartnern gegenüber unwissend ("Ich weiß, dass ich nichts weiß!"), um sie dann durch Widerlegung ihrer falschen Meinung zur Einsicht zu führen (Hebammen- kunst). Indem er sich auf seine innere Stimme ("Daimon") berief, geriet er in Konflikt mit der sittlichen Ordnung des Staates. Da er die Strafe nicht annahm, wurde er zum Tode durch den Giftbecher verurteilt. Sokrates hat keine Schriften verfasst. Seine Lehre ist hauptsächlich durch seine Schüler Xenophon und Platon übermittelt.

Die Sokratischen Schulen strebten Freiheit und Selbständigkeit des Individuums an:

Die Megariker führten die Widerlegung der Meinungen zu einer Methode der Dialektik aus. Ihre Manier steigerte sich zur Streitsucht (Eristiker). Stifter: Euklides von Megara ~450-380 v.C.; bekannt sind noch Eubulides ~400 v.C., Stilpon ~370-290 v.C. und Diodoros Kronos ~350-290 v.C.

Die Kyrenaiker bestimmten das Gute als Vergnügen und angenehme Empfindung durch rationale Selbstbeherrschung. Stifter: Aristippos 435-366 v.C.; weitere: Theodoros ~340-250 v.C., Hegesias ~320-280 v.C. u.a.

Die Kyniker (Zyniker): Das Gute ist die Bedürfnislosigkeit. Der Mensch ist Sklave seiner Bedürfnisse. Er muss sich zur geistigen und materiellen Unabhängigkeit (Autarkie) erziehen. Hauptvertreter: Antisthenes 444-366 v.C. und Diogenes von Sinope 400-325 v.C., er lebte in einem Fass.



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