Diskretion

Hegel (Kernbegriff)

Die Quantität, sofern sie aus getrennten Einsen besteht und zählbar ist. Ihr Gegenstück ist die Kontinuität, die ungebrochene Gleichheit mit sich. Beide sind keine zwei Arten von Größe, sondern zwei Momente jeder Größe: Die kontinuierliche ist "ebensowohl diskret, denn sie ist nur Kontinuität des Vielen", die diskrete ebenso kontinuierlich (Enz. § 100). Die Antinomie der unendlichen Teilbarkeit entsteht, wenn man das eine Moment ohne das andere festhält (ebd., Anm.). Die Diskretion stammt aus dem Fürsichsein: "Unmittelbar hat daher die Größe in der Kontinuität das Moment der Diskretion, --- die Repulsion" (TWA 5, 211). Im Kolleg sagt Hegel es von Raum, Zeit und Materie: sie sind "weder Discretion d. h. aus atomen bestehend, noch eine Continuitaet, sondern die Einheit beider" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 493 f.). Die Lesart dieses Kommentars zieht daraus, mit Stekeler, eine Grenze des Zählens: Es setzt immer eine qualitative Entscheidung voraus --- was soll als *eines* gelten? Versuchen Sie, die Dinge in einem Zimmer zu zählen, ohne das vorher zu entscheiden (Kap. 2.1). Bei Hegel steht die Zählregel nicht; sein Grund für den Vorrang der Qualität ist, dass die Größe "die aufgehobene, gleichgültig gewordene Qualität ist" (TWA 5, 80).

Nicht gemeint

Nicht Verschwiegenheit oder Takt. Das Wort steht hier für das Getrennte und Zählbare an einer Größe --- das Gegenstück zur Kontinuität.

Bei Hegel

Enz. §100 mit Anm.; GW 23.2, S. 493 f.

Querverweise

Kontinuität; Quantität; Quantum; Für-sich-Sein

Nicht gemeint

Nicht Verschwiegenheit oder Takt. Das Wort steht hier für das Getrennte und Zählbare an einer Größe --- das Gegenstück zur Kontinuität.

In den ersten auflagen

1817 §§ 52-53

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:2.1]]

Systematischer ort

1121 --- Sein → Größe → Reine Quantität