Zitate von Hegel
Zitat Im System Werk Stelle
[Wenn] wir die Schuld von dem, was auf uns fällt, auf andere Menschen, auf die Ungunst der Verhältnisse und dergleichen schieben [, so ist dies] der Standpunkt der Unfreiheit und zugleich die Quelle der Unzufriedenheit. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Enzyklopädie Enz. §147 Zusatz, TWA Bd.8, S.291 | TWA Bd.08 §149 Zusatz
Der Mensch, der in Unfrieden mit sich und seinem Geschick lebt, begeht gerade um der falschen Meinung willen, daß ihm von anderen Unrecht geschehe, viel Verkehrtes und Schiefes. Recht (Zwang) Enzyklopädie Enz. §147 Zusatz, TWA Bd.8, S.291 | TWA Bd.08 §149 Zusatz
[Ich] muss aber meinem Leibe sein Recht widerfahren lassen, muss ihn schonen, gesund und stark erhalten, darf ihn also nicht verächtlich und feindlich behandeln. Gerade durch Nichtachtung oder gar Mißhandlung meines Körpers […] zwänge [ich] ihn, sich gegen mich zu empören, an meinem Geiste Rache zu nehmen. Verhalte ich mich dagegen den Gesetzen meines leiblichen Organismus gemäß, so ist meine Seele in ihrem Körper frei. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Enzyklopädie Enz. §410 Zusatz, TWA Bd.10, S.189 | TWA Bd.10 §411 Zusatz
[In der neueren Zeit kann das Individuum seine] Kleidung dem Zufall der Mode [überlassen], es ist nicht der Mühe wert, seinen Verstand dazu anzustrengen. Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen) Vorlesungen zur Geschichte Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie, TWA Bd.20, S.71 | TWA Bd.20, S.74 Stelle
Wird der Zweifel Gegenstand des Zweifels, zweifelt der Zweifelnde am Zweifel selbst, so verschwindet der Zweifel. Vorlesungen zur Philosophie der Religion VR | TWA Bd.16, S.123
So ist es auch der Fall, daß sie andere große, ja heilige Interessen leichtsinnig behandeln, welches Benehmen sich freilich dem moralischen Tadel unterwirft. Aber solche große Gestalt muß manche unschuldige Blume zertreten, manches zertrümmern auf ihrem Wege. Das besondere Interesse der Leidenschaft ist also unzertrennlich von der Betätigung des Allgemeinen; denn Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen) Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.50
Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit - ein Fortschritt, den wir in seiner Notwendigkeit zu erkennen haben. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.32
Durch das Studium der Logik lernt man auch richtiger denken, denn indem wir das Denken des Denkens denken, verschafft sich der Geist damit seine Kraft. Logik (Wissenschaft des Denkens) Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Das Studium dieser Wissenschaft, der Aufenthalt und die Arbeit in diesem Schattenreich ist die absolute Bildung und Zucht des Bewußtseins. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Wissenschaft der Logik WL | TWA Bd.5, S.56 TWA Bd.05, S.56
Aber die nicht durchgeführte Einsicht fällt in den Mißverstand, als ob die Vernunft es sei, welche in Widerspruch mit sich gerate; sie erkennt nicht, daß der Widerspruch eben das Erheben der Vernunft über die Beschränkungen des Verstandes und das Auflösen derselben ist. Logik (Wissenschaft des Denkens) Sonstige TWA Bd.5, S.39 TWA Bd.05, S.39
Beginnende Bildung fängt immer mit dem Tadel an, vollendete aber sieht in jedem das Positive. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Rechtsphilosophie PR §268 | TWA Bd.07 §268 Zusatz
Man muß, wenn von Freiheit gesprochen wird, immer wohl achtgeben, ob es nicht eigentlich Privatinteressen sind, von denen gesprochen wird. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.513
Unter einem Systeme wird fälschlich eine Philosophie von einem beschränkten, von anderen unterschiedenen Prinzip verstanden; es ist im Gegenteil Prinzip wahrhafter Philosophie, alle besonderen Prinzipien in sich zu enthalten. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz. §14 | TWA Bd.08 §16
Aber wie beim Kinde nach langer stiller Ernährung der erste Atemzug jene Allmählichkeit des nur vermehrenden Fortgangs abbricht - ein qualitativer Sprung - und jetzt das Kind geboren ist, so reift der sich bildende Geist langsam und stille der neuen Gestalt entgegen, löst ein Teilchen des Baues seiner vorhergehenden Welt nach dem andern auf, ihr Wanken wird nur durch einzelne Symptome angedeutet; der Leichtsinn wie die Langeweile, die im Bestehenden einreißen, die unbestimmte Ahnung eines Unbekannten sind V Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.19 TWA Bd.03, S.19
Der Einzelne muß auch dem Inhalte nach die Bildungsstufen des allgemeinen Geistes durchlaufen, aber als vom Geiste schon abgelegte Gestalten, als Stufen eines Wegs, der ausgearbeitet und geebnet ist; so sehen wir in Ansehung der Kenntnisse das, was in früheren Zeitaltern den reifen Geist der Männer beschäftigte, Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.33 TWA Bd.03, S.33
Das wirkliche Verbrechen aber hat seine Verkehrung und sein Ansich als Möglichkeit in der Absicht als solcher, aber nicht in einer guten; denn die Wahrheit der Absicht ist nur die Tat selbst. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.130 TWA Bd.03, S.130
Die Zufälligkeit muß man mit dem Eintritt in die Philosophie aufgeben. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie VP | TWA Bd.18, S.56
Das unbefriedigte Streben verschwindet, wenn wir erkennen, daß der Endzweck der Welt ebenso vollbracht ist, als er sich ewig vollbringt. Dies ist überhaupt die Stellung des Mannes, während die Jugend meint, die Welt liege schlechthin im argen und es müsse aus derselben erst ein ganz anderes gemacht werden. Enzyklopädie Enz. §234 | TWA Bd.08 §236 Zusatz
Diese Wissenschaft erfährt häufig die Verachtung, daß auch solche, die sich mit ihr nicht bemüht haben, die Einbildung aussprechen, sie verstehen von Haus aus, was es mit der Philosophie für eine Bewandtnis habe, und seien fähig, wie sie so in einer gewöhnlichen Bildung, insbesondere von religiösen Gefühlen aus, gehen und stehen, zu philosophieren und über sie zu urteilen. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Enzyklopädie Enz. §5 | TWA Bd.08 §6
Wer gegen das Endliche zu ekel ist, der kommt zu gar keiner Wirklichkeit, sondern er verbleibt im Abstrakten und verglimmt in sich selbst. Enzyklopädie Enz. §92 | TWA Bd.08 §92 Zusatz
Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig. Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.7, S.25 TWA Bd.07, S.25
Das leichteste ist, was Gehalt und Gediegenheit hat, zu beurteilen, schwerer, es zu fassen, das schwerste, was beides vereinigt, seine Darstellung hervorzubringen. Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.13 TWA Bd.03, S.13
Die wahre Gestalt, in welcher die Wahrheit existiert, kann allein das wissenschaftliche System derselben sein. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.14 TWA Bd.03, S.14
Die Philosophie aber muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.18 TWA Bd.03, S.18
Indem gegenwärtige Darstellung nicht in diesem Falle ist, sondern eine neue Bearbeitung der Philosophie nach einer Methode aufstellt, welche noch, wie ich hoffe, als die einzig wahrhafte, mit dem Inhalt identische anerkannt werden wird, so hätte ich es derselben dem Publikum gegenüber für vorteilhafter halten können, wenn mir die Umstände erlaubt hätten, eine ausführlichere Arbeit über die anderen Teile der Philosophie vorangehen zu lassen, dergleichen ich über den ersten Teil des Ganzen, die Logik, dem Publik Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.8, S.11 TWA Bd.08, S.11
Somit kann ich auch hoffen, daß dieser Versuch, die Wissenschaft dem Begriffe zu vindizieren und sie in diesem ihrem eigentümlichen Elemente darzustellen, sich durch die innere Wahrheit der Sache Eingang zu verschaffen wissen werde. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.67 TWA Bd.03, S.67
Indem die Philosophie von anderem Bewußtwerden dieses einen und desselben Gehalts nur nach der Form unterschieden ist, so ist ihre Übereinstimmung mit der Wirklichkeit und Erfahrung notwendig. Ja, diese Übereinstimmung kann für einen wenigstens äußeren Prüfstein der Wahrheit einer Philosophie angesehen werden, so wie es für den höchsten Endzweck der Wissenschaft anzusehen ist, durch die Erkenntnis dieser Übereinstimmung die Versöhnung der selbstbewußten Vernunft mit der seienden Vernunft, Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.08 §6
Frauen können wohl gebildet sein, aber für die höheren Wissenschaften, die Philosophie und für gewisse Produktionen der Kunst, die ein Allgemeines fordern, sind sie nicht gemacht. Kunst (Anschauen der Wahrheit, Ästhetik) Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §166 Zusatz
Der Mut der Wahrheit, Glauben an die Macht des Geistes ist die erste Bedingung des philosophischen Studiums; der Mensch soll sich selbst ehren und sich des Höchsten würdig achten. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §577
Er tut, was das Innere und Wesen der Zeit ist, verwirklicht sie, - und wer die öffentliche Meinung, wie er sie hier und da hört, nicht zu verachten versteht, wird es nie zu Großem bringen. Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §319 Zusatz
In dieser Lernzeit wurde Stillschweigen auferlegt (ἐχεμυϑία, die Pflicht, das Geschwätz zurückzuhalten)132) . 18/228 Dies, kann man überhaupt sagen, ist eine wesentliche Bedingung für jede Bildung. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie VP | TWA Bd.18, S.229
Man muß sich Rechenschaft von seinem Tun zu geben wissen. Dadurch erlangt man Festigkeit, sich nicht von anderen irremachen zu lassen. Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Die weitere Schwierigkeit aber kommt von der Seite, daß der Mensch denkt und im Denken seine Freiheit und den Grund der Sittlichkeit sucht. Dieses Recht, so hoch, so göttlich es ist, wird aber in Unrecht verkehrt, wenn nur dies für Denken gilt und das Denken nur dann sich frei weiß, insofern es vom Allgemein-Anerkannten und Gültigen abweiche und sich etwas Besonderes zu erfinden gewußt habe. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.7, S.16 TWA Bd.07, S.16
Es ist so ein Vorrecht höherer Naturen, Schmerz zu empfinden; je höher die Natur ist, desto mehr Unglück empfindet sie. Natur (Wissenschaft des Materiellen) Philosophie der Natur PN | TWA Bd.09 §360 Zusatz
Der freie Mensch ist nicht neidisch, sondern anerkennt das gern, was groß und erhaben ist, und freut sich, daß es ist. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.48
Die Mutter liebt im Kinde den Gatten, dieser darin die Gattin, beide haben in ihm ihre Liebe vor sich. Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §172 Zusatz
Gott ist allein im reinen spekulativen Wissen erreichbar und ist nur in ihm und ist nur es selbst, denn er ist der Geist, und dieses spekulative Wissen ist das Wissen der offenbaren Religion. Religion (Vorstellen der Wahrheit, Theologie) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.554 TWA Bd.03, S.554
Die Ewigkeit wird nicht sein, noch war sie; sondert sie ist. Philosophie der Natur PN | TWA Bd.09 §258 Zusatz
Der Mensch ist vorzüglich dadurch unzufrieden, wenn er seinen Beruf nicht ausfüllt. Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Darauf kommt es dann an, in dem Scheine des Zeitlichen und Vorübergehenden die Substanz, die immanent, und das Ewige, das gegenwärtig ist, zu erkennen. Rechtsphilosophie PR, Vorrede | TWA Bd.7, S.25 TWA Bd.07, S.25
Die Denkformen sind zunächst in der Sprache des Menschen herausgesetzt und niedergelegt; es kann in unseren Tagen nicht oft genug daran erinnert werden, daß das, wodurch sich der Mensch vom Tiere unterscheidet, das Denken ist. Logik (Wissenschaft des Denkens) Wissenschaft der Logik WL | TWA Bd.5, S.21 TWA Bd.05, S.21
Die Krankheit unserer Zeit ist es, welche zu der Verzweiflung gekommen ist, daß unser Erkennen nur ein subjektives und daß dieses Subjektive das Letzte sei. Enzyklopädie Enz. §22 | TWA Bd.08 §23 Zusatz
Der natürliche Mensch, welcher nur durch seine Triebe bestimmt wird, ist nicht bei sich selbst: wenn auch noch so eigensinnig, so ist der Inhalt seines Wollens und Meinens doch nicht sein eigener, und seine Freiheit ist nur eine formelle. Indem ich denke, gebe in meine subjektive Besonderheit auf, vertiefe ich mich in die Sache, lasse das Denken für sich gewähren, und ich denke schlecht, indes ich von dem Meinigen etwas hinzutue. Logik (Wissenschaft des Denkens) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.08 §24 Zusatz
Ein noch gesundes Herz hat noch den Mut, Wahrheit zu verlangen, und das Reich der Wahrheit ist es, in welchem die Philosophie zu Hause ist, welches sie erbaut und dessen wir durch ihr Studium teilhaftig werden. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §577
Die Absicht dieser Vorlesung ist, Ihnen ein vernünftiges Bild des Universums [zu geben]. Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §577
Wenn dann weiter in der christlichen Religion Gott als die Liebe gewußt wird, und zwar insofern, als er in seinem Sohn, der mit ihm Eines ist, als dieser einzelne Mensch sich den Menschen geoffenbart und dadurch dieselben erlöst hat, so ist damit gleichfalls ausgesprochen, daß der Gegensatz von Objektivität und Subjektivität an sich überwunden ist, und unsere Sache ist es, dieser Erlösung uns dadurch teilhaftig zu machen, daß wir von unserer unmittelbaren Subjektivität ablassen (den alten Adam ausziehen) und uns Gottes als unseres wahren und wesentlichen Selbsts bewußt werden. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.08 §195 Zusatz
Wenn das Gefühl der Unterordnung bei den Kindern, das die Sehnsucht, groß zu werden, hervorbringt, nicht genährt wird, so entsteht vorlautes Wesen und Naseweisheit. Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §174 Zusatz
Denen, die Knechte bleiben, geschieht kein absolutes Unrecht; denn wer für die Erringung der Freiheit das Leben zu wagen den Mut nicht besitzt, der verdient, Sklave zu sein; und wenn dagegen ein Volk frei sein zu wollen sich nicht bloß einbildet, sondern wirklich den energischen Willen der Freiheit hat, wird keine menschliche Gewalt dasselbe in der Knechtschaft Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §437 Zusatz
Ein gebildeter Mensch weiß zugleich die Grenze seiner Urteilsfähigkeit. Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Wir müssen überzeugt sein, daß das Wahre die Natur hat, durchzudringen, wenn seine Zeit gekommen, und daß es nur erscheint, wenn diese gekommen, und deswegen nie zu früh erscheint noch ein unreifes Publikum findet; auch daß das Individuum dieses Effekts bedarf, um das, was noch seine einsame Sache ist, daran Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.67 TWA Bd.03, S.67
In der öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre, aber das Wahre in ihr zu finden, ist die Sache des großen Mannes. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §319 Zusatz
Wer, was seine Zeit will und ausspricht, ihr sagt und vollbringt, ist der große Mann der Zeit. Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.07 §319 Zusatz
Von der Größe und Macht des Geistes kann er nicht groß genug denken; das verschlossene Wesen des Universums hat keine Kraft in sich, welche dem Mute des Erkennens Widerstand leisten könnte; es muß sich vor ihm auftun und seinen Reichtum und seine Tiefen ihm vor Augen legen und zum Genusse bringen.354) Nach diesem Vorworte trete ich dem Gegenstande dieser Vorlesungen näher, der Enzyklopädie de Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §577
Das Bekannte überhaupt ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt. Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.35 TWA Bd.03, S.35
Der eigenen Überzeugung folgen ist allerdings mehr, als sich der Autorität ergeben; aber durch die Verkehrung des Dafürhaltens aus Autorität in Dafürhalten aus eigener Überzeugung ist nicht notwendig der Inhalt desselben geändert und an die Stelle des Irrtums Wahrheit getreten. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Phänomenologie Phän | TWA Bd.3, S.73 TWA Bd.03, S.73
Daß die Weltgeschichte dieser Entwicklungsgang und das wirkliche Werden des Geistes ist, unter dem wechselnden Schauspiele ihrer Geschichten - dies ist die wahrhafte Theodizee, die Rechtfertigung Gottes in der Geschichte. Nur die Einsicht kann den Geist mit der Weltgeschichte und der Wirklichkeit versöhnen, daß das, was geschehen ist und alle Tage geschieht, nicht nur nicht ohne Gott, sondern wesentlich das Werk seiner selbst ist. Weltgeschichte Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.543
Die Armut an sich macht keinen zum Pöbel: dieser wird erst bestimmt durch die mit der Armut sich verknüpfende Gesinnung, durch die innere Empörung gegen die Reichen, gegen die Gesellschaft, die Regierung usw. Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §243 Zusatz
Es ist ungebildet, wenn einer ein Interesse behauptet, das ihn nichts angeht oder wo er durch seine Tätigkeit nichts bewirken kann, weil man verständigerweise nur das zu seinem Interesse machen kann, wo man durch seine Tätigkeit etwas zustande bringt. Sonstige TWA Bd.04 §208
Treue und Gehorsam in seinem Beruf sowie Gehorsam gegen das Schicksal und Selbstvergessenheit in seinem Handeln haben zum Grunde das Aufgeben der Eitelkeit, des Eigendünkels und der Eigensucht gegen das, was an und für sich und notwendig ist. Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Der Mensch, der geringe Geschäfte treu erfüllt, zeigt sich fähig zu größeren, weil er Gehorsam gezeigt hat, ein Aufgeben seiner Wünsche, Neigungen und Einbildungen. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Der Staat ist die alleinige Bedingung der Erreichung des besonderen Zwecks und Wohls. Staat Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.07 §261 Zusatz
Obgleich aber ihr politischer Geist, ihre Vaterlandsliebe meistenteils nicht sehr lebendig war, so sind sie doch seit früher Zeit von einem außerordentlichen Verlangen nach der Ehre einer amtlichen Stellung beseelt und der Meinung gewesen, das Amt und der Titel mache den Mann, nach dem Unterschied des Titels könne die Bedeutsamkeit der Personen und die denselben schuldige Achtung fast in jedem Fall mit vollkommener Sicherheit abgemessen werden; wodurch die Deutschen in eine Lächerlichkeit verfallen sind, die in Europa nur an der Sucht der Spanier nach einer langen Liste von Namen eine Parallele findet. Phänomenologie PG | TWA Bd.10 §395 Zusatz
Das wahrhafte Wesen der Liebe besteht darin, das Bewußtsein seiner selbst aufzugeben, sich in einem anderen Selbst zu vergessen, doch in diesem Vergehen und Vergessen sich erst selber zu haben und zu besitzen. Vorlesungen zur Ästhetik VÄ | TWA Bd.14, S.155
Die Erhaltung des Ganzen geht daher der Erhaltung des Einzelnen vor, und alle sollen diese Gesinnung haben. Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen) Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Man muß seinen Freunden sowenig als möglich beschwerlich fallen. Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Nur aus diesem Irrtum geht die Wahrheit hervor, und hierin liegt die Versöhnung mit dem Irrtum und mit der Endlichkeit. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.08 §213 Zusatz
Wie aber die Menschen häufig lieber großmütig als rechtlich sind, so überreden sie sich leicht, jenen außerordentlichen Patriotismus zu besitzen, um sich diese wahrhafte Gesinnung zu ersparen oder ihren Mangel zu entschuldigen. Recht (Zwang) Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §268
Wer die Welt vernünftig ansieht, den sieht sie auch vernünftig an, beides ist in Wechselbestimmung. Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte VG | TWA Bd.12, S.24
Philosophie bemühte sich, die Existenz Gottes zu beweisen, und den Ursprung des Übels, Theodizee, - das Übel zu rechtfertigen und die Freiheit des Menschen mit der göttlichen Gerechtigkeit zu vereinigen. Objektiver Geist (Wissenschaft des Zwischen-Menschlichen) Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Wir sind, und ein Gedanke ist ein Moment in uns, aber wir haben nicht Vernunft, sondern die Vernunft hat uns. Logik (Wissenschaft des Denkens) Philosophische Propädeutik Pro | TWA Bd.04 §208
Indem gegenwärtige Darstellung nicht in diesem Falle ist, sondern eine neue Bearbeitung der Philosophie nach einer Methode aufstellt, welche noch, wie ich hoffe, als die einzig wahrhafte, mit dem Inhalt identische anerkannt werden wird, so hätte ich es derselben dem Publikum gegenüber für vorteilhafter halten können, wenn mir die Umstände erlaubt hätten, eine ausführlichere Arbeit über die anderen Teile der Philosophie vorangehen zu lassen, dergleichen ich über den erste Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.8, S.11 TWA Bd.08, S.11
Die besondere Form des üblen Gewissens, welche sich in der Art der Beredsamkeit, zu der sich jene Seichtigkeit aufspreizt, kundtut, kann hierbei bemerklich gemacht werden; und zwar zunächst, daß sie da, wo sie am geistlosesten ist, am meisten vom Geiste spricht, wo sie am totesten und ledernsten redet, das Wort Leben und ins Leben einführen, wo sie die größte Selbstsucht des leeren Hochmuts kundtut, am meisten das Wort Volk im Munde führt. Das eigentümliche Wahrzeichen aber, das sie an der Stirne trägt, ist der Haß gegen das Gesetz. Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.7, S.21 TWA Bd.07, S.21
Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand, ist ein alter Scherz, den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst wird behaupten wollen. Religion (Vorstellen der Wahrheit, Theologie) Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.7, S.22 TWA Bd.07, S.22
Die Vernunft als die Rose im Kreuze der Gegenwart zu erkennen und damit dieser sich zu erfreuen, diese vernünftige Einsicht ist die Versöhnung mit der Wirklichkeit, welche die Philosophie denen gewährt, an die einmal die innere Anforderung ergangen ist, zu begreifen und in dem, was substantiell ist, ebenso die subjektive Freiheit zu erhalten sowie mit der subjektiven Freiheit nicht in einem Besonderen und Zufälligen, sondern in dem, was an und für sich ist, zu stehen. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.7, S.27 TWA Bd.07, S.27
Ein Philosophieren ohne System kann nichts Wissenschaftliches sein; außerdem, daß solches Philosophieren für sich mehr eine subjektive Sinnesart ausdrückt, ist es seinem Inhalte nach zufällig. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Enzyklopädie Enz-L | TWA Bd.08 §16
Die Philosophie ist zeitloses Begreifen, auch der Zeit und aller Dinge überhaupt, nach ihrer ewigen Bestimmung. Philosophie (Begreifen der Wahrheit) Philosophie der Natur PN | TWA Bd.09 §247 Zusatz
Die götterlose, rechtlose und unsittliche Welt treibt den Geist in sich zurück. Sittlichkeit (menschliche Gemeinschaft) Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie VP | TWA Bd.18 §15
Die Seele muß sich baden in diesem Äther der einen Substanz, in der alles, was man für wahr gehalten hat, untergegangen ist. Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie VP | TWA Bd.20, S.166
Das Positive in seinem Negativen, dem Inhalt der Voraussetzung, im Resultate festzuhalten, dies ist das Wichtigste im vernünftigen Erkennen; es gehört zugleich nur die einfachste Reflexion dazu, um sich von der absoluten Wahrheit und Notwendigkeit dieses Erfordernisses zu überzeugen, und was die Beispiele von Beweisen hierzu betrifft, so besteht Wissenschaft der Logik L | TWA Bd.6, S.562 TWA Bd.06, S.562
Nur in Zeiten, wo die Wirklichkeit eine hohle geist- und haltungslose Existenz ist, mag es dem Individuum gestattet sein, aus der wirklichen in die innerliche Lebendigkeit zurückzufliehen. Subjektiver Geist (Wissenschaft des Inner-Menschlichen) Rechtsphilosophie PR | TWA Bd.07 §138 Zusatz
Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr, denn sie handeln nicht nach den Anforderungen der Allgemeinheit, sondern nach zufälliger Neigung und Meinung. Staat Rechtsphilosophie RP | TWA Bd.07 §166 Zusatz
Man muß damit anfangen, Gedanken anderer auffassen zu können; es ist das Verzichtleisten auf eigene Vorstellungen, und dies ist überhaupt die Bedingung zum Lernen, Studieren. Geist (Wissenschaft des Menschlichen) Vorlesungen zur Geschichte der Philosophie VP | TWA Bd.18, S.229