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JUGEND IN STUTTGART UND TÜBINGEN

GEORG WILHELM FRIEDRICH HEGEL (seine Familie nannte ihn einfach “Wilhelm”) wurde am 27. August 1770 in Stuttgart geboren.

Hegels Mutter und Vater

Sein Vater Georg Ludwig (1733-1799), geboren in Tübingen als Sohn einer Familie von Beamten und Pfarrern, war ein ordentlicher Finanzbeamter im württembergischen Finanzdienst (1766 “Rentkammersekretär”,1796 “Rentenkammer-Expeditionsrat”). Seine Mutter, Maria Magdalena Louisa (geb. Fromm, 1741-1783) stammte aus einer wohlhabenden Stuttgarter Familie, die einige der führenden Theologen, Juristen und hochrangige Bürokraten Württembergs hervorbrachte. Sie war für ihre Zeit gut gebildet und verfügte über ausreichende schulische Fähigkeiten, um dem jungen Hegel die Elemente des Lateinischen beizubringen.

Hegels Geburtshaus in Stuttgart, das heute ein Hegel-Museum beherbergt.

Georg Ludwig und Maria Magdalena heirateten am 29. September, 1769. Hegel war das älteste ihrer drei Kinder (vier weitere Kinder starben kurz nach ihrer Geburt 1771, 1774,1777 und 1779). Seine Schwester, Christian Louisa (1773-1832), die als Gouvernante des Grafen Josef von Berlichingen (1807-1814 gearbeitet zog sich 1820 eine nervöse Störung in, und wurde für ein Jahr in die Irrenanstalt Zwiefalte eingewisen, dadurch verschlechterte sich ihre vorher enge Beziehung zu Hegel (Drei Monate nach Hegels Tod, hat sie sich selbst ertränkt). Hegels Bruder Georg Ludwig (1776-1812), der jüngste starb im Kampf als Offizier für Napoleons Armee in der russischen Kampagne.

Im Alter von drei Jahren besuchte Hegel die Deutsche Schule, im Alter von fünf Jahren die Lateinschule. Seine Ausbildung erhielt er am Stuttgarter Gymnasium im Alter von sieben bis achtzehn Jahren. Er war ein ernster, fleißiger und erfolgreicher Schüler. Er zeigte bemerkenswerte Neugierde, ein breites Spektrum an Interessen und Lektüren.

Mit acht Jahren erhielt Hegel das Gesamtwerk von Shakespeare (18 Bände, in deutscher Übersetzung) von seinem geliebten Lehrer Löffler. Unter den Griechische Schriftsteller waren seine Favoriten Platon, Sokrates, Homer und Aristoteles. Inspiriert wurde er von den griechischen Tragödienautoren Euripides und Sophokles. Hegel übersetzte in jungen Jahren Sophokles’, ANTIGONE (in Prosa) und zum zweiten Mal an der Universität als Gedicht. Er las das NEUE TESTAMENT auf Griechisch, sowie Homers ILIAD. Unter den lateinischen Autoren waren seine Favoriten Livius, Cicero und Epiktetus, und er übersetzte auch einige ihrer Werke.

Hegel lernte ab der fünften Klasse zwei Stunden pro Woche Hebräisch. Er hatin den von seiner Schule angeboten Mittags-Wahlkursen anscheinend auch Französisch gelernt. Zudem lernte er auch Englisch, vielleicht von einem privaten Tutor, denn spätestens in seiner Frankfurt Zeit liest er die englischen Zeitungen im Original.

Die überlieferten Texte aus dieser Zeit weisen den Einfluss der Spätaufklärung auf. So gehören zu seinen deutschen Lieblingssautoren Goethes WERTHER,Schillers FIESKO, Lessings NATHAN, Klopstocks MESSIAS und Hippels LEBENSLÄUFE. Er besaß Kenntnisse der damals vorherrschenden wolffschen Philosophie, so las er Wolffs LOGIK. Er las auch Moses Mendelssohns, PHAEDON.

Hegels Lieblingsspiele waren Schach und Karten. Er nahm Schnupftabak. 1783, im Alter von dreizehn Jahren, erlebte Hegel seine erste Tragödie; er verlor seine liebe und anhängliche Mutter durch Gallenfieber. Hegel selbst und seine Schwester erkrankten zur gleichen Zeit an derselben Krankheit und wären fast selbst daran gestorben.

Seine Hauptschrift in dieser Zeit, abgesehen von seinen Übersetzungen, war ein Tagebuch (zum Teil in Latein), dass er - mit Unterbrechungen - über einen Zeitraum von achtzehn Monaten führte (beginnend mit vierzehn, am 26. Juni 1785 bis zum 7. Januar, 1787, da war er sechzehn Jahre alt). Aber das wichtigste Merkmal seiner Studien war seine Liebe zu Notizen und Auszügen, die er um diese Zeit begann und unermüdlich sammelte und aufbewahrte. Diese Sammlung, alphabetisch geordnet, enthielt Notizen zu klassischen Autoren, Passagen aus Zeitungen, Abhandlungen über Philologie, Geschichten von Literatur, Arithmetik, Geometrie, angewandte Mathematik, Physik, Moral, Psychologie und Pädagogik aus den Standardwerken der damaligen Zeit. In dieser Sammlung absorbiert und integriert Hegel die Rohmaterialien zur weiteren Ausarbeitung. Dabei war er in diesen studentischen Schriften nicht nur passiv; auch der junge Hegel schrieb Essays, worin er seine Bewunderung der klassischen Welt zum Ausdruck brachte, eine Bewunderung er nie verloren hat.

Das tübinger ‘Stift’
Das tübinger “Stift” (Foto Hegel.Net)

Als Hegel achtzehn Jahre alt war, im Herbst 1788, trat er in das Theologische Seminar am Stift in Tübingen ein. Doch er zeigte wenig Interesse an der traditionellen Theologie, wie sie in Tübingen gelehrt wurde: Seine Predigten waren langweilig und er fand bei den Klassikern eine kongenialere Lektüre. Er glaubte immer noch an die Vorteile des Studiums der Klassiker, wie er in seinem allerersten Aufsatz. Er bevorzugte Aristoteles (den er zu dieser Zeit intensiv studierte), Schiller, Spinoza, Jacobi, Herder, Voltaire, und er entwickelte eine besondere Vorliebe für die Schriften von Rousseau.

Hegel fand die Atmosphäre in Tübingen erdrückend. Die strenge und künstliche Disziplin des Stiftes schien ihm ein blasses Überbleibsel einer düsteren Vergangenheit zu sein. Die Explosion der Französischen Revolution bedeutete für viele Studenten am Stift (und allen Indizien nach auch für Hegel) der Beginn einer neuen Ära, in welcher das Tübinger eine nur untergeordnete Rolle spielte. Dennoch liebte Hegel weiterhin das Lernen und war in seiner akademischen Laufbahn erfolgreich. Nach zwei Jahren im Stift erhielt Hegel den Abschluss der Promotion (“Magister der Philosophie”) im September 1790. Mit dreiundzwanzig Jahren, im September 1793, erhielt er das begehrte theologische Zertifikat. Hegels Abschlusszeugnis besagt, dass er gute Fähigkeiten, aber mittelmäßige Kenntnisse in der Philosophie habe. In der Originalurkunde hieß es, dass Hegel große Anstrengungen auf das Gebiet der Philosophie angewandt habe, auf lateinisch “Philosophiae multam operam impendit”. Das Wort “multam” (viele, viele) wurde jedoch durch einen Kopistenfehler in späteren Kopien als “nullam” (keine) transkribiert. Viele Biographien wiederholen die spätere, falsche Version. (Siehe Dokument und Kommentar 46 in Nicolins Ausgabe der “Briefe von und an Hegel” von 1977, Band IV/1 “Dokumente und Materialien zur Biographie”)

Hegels düstere Erscheinung brachte ihm bei seinen Mitstudenten den Titel “alter Mann” ein, doch schloss er sich ihren Kneipentouren und Feiern an. Wie Terry Pinkard in seiner Hegel Biographie bemerkte:

“Wie aufsässig gegen das Seminar Hegel auch wurde, er blieb der fleißige, ernsthafte Kerl, der er immer war; seine Freunde im im Priesterseminar bezeichnete ihn mit dem Spitznamen”der alte Mann" (…). Er begnügte sich nicht nur mit Kneipentouren, Zechgelage und Feiern; er las immer noch viel und blieb dennoch äußerst ernsthaft dem Lernen verschrieben". (Pinkard, 1996)

der alte Mann

DER ÄLTERE MANN (Hegel’s Stammbuch - Universitätsbibliothek Stadt Tübingen)

Eine Seite aus Hegels Album im Tübinger Stift, mit einer Botschaft von Klassenkamerad Georg Friedrich Fallot: “Möge Gott dem alten Mann helfen; Vive A!”.

Hegel profitierte am meisten vom intellektuellen Austausch mit seinen berühmten Zimmergenossen Hölderlin und Schelling. Von Hölderlin lernte er die alten Griechen noch mehr lieben, während die pseudokantische Theologie seiner Lehrer ihn mehr und mehr langweilte. Schelling schloss sich diesen neuen Ideen an. Sie alle protestierten gegen die politische und kirchliche Trägheit ihres Heimatstaates und formulierte neue Doktrinen der Freiheit und Vernunft.

Im Sommer 1792 wird Hegel von den Mitgliedern einer revolutionär-patriotischer Studentenclub, der Ideen aus der französischen Revolution nach Tübingen brachte, als der “am meisten enthusiastische Redner für Freiheit und Gleichheit” bezeichnet . Sie lesen mit großem Interesse die französischen Zeitungen und Hegel und Hölderlin werden von ihren Gegnern als “ungehobelte Jakobiner” bezeichnet. Mit einer Gruppe von gleichgesinnten Studenten studieren sie Platon, Kant und F.H. Jacobi. Am 14. Juli 1792 sollen Hegel, Hölderlin und Schelling (der gerade die MARSEILLAISE ins Deutsche übersetzt hatte)) einen Freiheitsbaum auf einer Wiese nahe dem Stift gepflanzt haben. Während diese alte Geschichte angezweifelt wurde (siehe Dieter Henrich1965: ‘Leutwein über Hegel’ in ‘Hegel Studien’ 3), dürfte die Geschichte doch zu ihrer damaligen politischen Sympathien passen.

“HOFMEISTER” IN BERN UND FRANKFURT

‘Tschugg bei Erlach’
Tschugg bei Erlach (Aquarell von etwa 1820) Der Nachlass der Familie von Steiger, wo Hegel als Tutor lehrte für ihre Kinder

Damals konnte ein junger Magister der Theologie aus der Mittelschicht wählen zwischen der Position eines Privatlehrers (“Hofmeister”) und der eines Pastors. Sowohl Hölderlin als auch Hegel zogen die Belastungen des Hofmeisters einer Priesterlaufbahn vor.

Anthony La Vopa in seinem Essay GRACE, TALENT AND MERIT berichtet über diese Belastungen: “Eine der Standardklagen zum Ende des Jahrhunderts war, dass die überhöhten Erwartungen der Eltern in absurdem Gegensatz stand zu der dürftigen Entschädigung und den erniedrigende Arbeitsbedingungen, die die Tutoren zu ertragen hatten”.

1793 erhielt Hegel mit der Hilfe von Johannes Brodhag (Gastwirt von Schillers Lieblingsgasthaus in Stuttgart, dem “Ochsen”) eine Anstellung als Hofmeister in Bern und unterrichtete dort die Kinder von Hauptmann Karl Friedrich von Steiger.

Wie alle wirklich wichtigen Berner Bürger war Hauptmann (“Dragonerhauptmann”) Karl Friedrich von Steiger (1754-1841) Mitglied der Legislative, des großen Rates von Bern (“Conseil Souverain”). Er übernahm dieses Amt nach dem Tod seines Vaters 1785. Sowohl Karl Friedrich als auch sein Vater Christoph von Steiger (1725-1785) gehörten selbst zur Berner Oligarchie, aber sie wurden ziemlich kritisch gegenüber dieser Klasse und zogen sich davor zurück. Die relativ liberalen Ideen der Steigers fielen auf fruchtbarer Boden bei Hegel. Die Steigers führten Hegel auch in die zeitgenössische soziale und politische Situation in Bern ein.

gemäß Martin Bondeli, dem führenden Experten für Hegels Berner Zeit, hatten Hegel und die Steigers einige lebhafte Debatten über Politik und Philosophie. Doch insgesamt freute sich der junge Hegel über das Interesse der Familie Steiger für Wissenschaft und Bildung und an ihrer Kritik an der bernischen Politik.

Im Winter blieben die Steigers in ihrem Berner Haus an der Junkerngasse 51, in der Nähe der Berner öffentlichen Bibliothek. Im Sommer übernachteten sie in ihrer Weinbauernhof in Tschugg bei Erlach (am Stadtrand von Bern). Dort durfte Hegel ihre Privatbibliothek nutzen, die von Christoph von Steiger der Ältere (1651-1731) aufgebaut und von Christoph von Steiger, einem Staatsmann, erweitert worden war. Christoph von Steiger hatte dabei ein besonderes Interesse an politischer Literatur in der Antike und von dem Ende des Mittelalters bis zur Neuzeit. Diese Bibliothek war eine reiche Quelle französischer und englischer Autoren, wie sie sonst in Bern unüblich war. Karl Friedrich von Steiger trug weniger zu dieser Bibliothek bei, obwohl er später seine 3.871 Bücher katalogisierte. (der vollständige Katalog ist in “Hegel in der Schweiz”, herausgegeben von H. Schneider und N. Waszek zu finden).

In Tschugg las Hegel einen beträchtlichen Teil dieser Bibliothek, mit besondere Aufmerksamkeit für Montesquieu (ESPRIT DES LOIX), sowie Grotius, Hobbes, Hume, Leibniz, Locke, Macchiavelli, Rousseau, Shaftesbury, Spinoza, Thukydides und Voltaire. Diese Autoren gehörten auch zu den Favoriten von Christoph von Steiger. Wir können mit Sicherheit sagen, dass Hegel damit in seiner Berner Zeit den Grundstein legte für seine umfassenden Kenntnisse der Philosophie, Sozialwissenschaften, Politik, Wirtschaft und politische Ökonomie. Man kann Spuren dieses breite und spezialisierte Wissen in der berühmten Hegelschen PHILOSOPHIE DES RECHTS (1821) finden.

In Bern verfolgte Hegel aufmerksam die Umbrüche der politischen Ereignisse in Frankreich. Seine Sympathien lagen dabei bald bei der “Girondisten”-Fraktion, nachdem er zunehmend desillusioniert wurde über die exzessive Brutalität der Jakobinischen Schreckensherrschaft. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen behielt er dabei eine optimistische und doch nüchterne Betrachtung der Änderungen, die von der aufeinanderfolgenden revolutionären Regierungen in Frankreich erreicht wurde. Er gab niemals sein früheres positives Urteil über die Errungenschaften der Französischen Revolution auf.

Hegels Interesse an revolutionärer Politik und seine Sympathien für die Girondistische Anliegen werden durch seine detaillierte Übersetzung von Jean-Jacques Cart Broschüre “über die ehemaligen politischen Beziehungen zwischen der Waadt und der Stadt Bern” ins Deutsche bezeugt (begleitet von einem ausführlichen positiven Kommentar von Hegel). Carts Pamphlet war eine leidenschaftliche Denunziation der tyrannische Unterdrückung der Bürger des Waadtlandes durch die Berner Aristokratie. Cart wandte die aus der Französischen Revolution hervorgegangenen Prinzipien auf die Lage im Kanton Waadt an und unterstützte eine Intervention zur Erzwingung und Beendigung der Unterdrückung. Die berner Behörden verboten Cart und sein Flugblatt, so dass Cart nach Frankreich fliehen musste, wo unter dem Schutz von Mitgliedern der Girondistenfraktion stand. Später, nach der militärische Intervention von Frankreich in der Schweiz, erhielt das Waadtland seine Unabhängigkeit von Bern.

Seiner Übersetzung der Broschüre von Cart fügte Hegel eine klare Ermahnung an alle kleinen deutschen Fürsten (“Discite justitiam moniti”) bei, dass Frankreich der Tyrannei mit militärischen Mitteln ein Ende gesetzt hätte und die Prinzipien der Revolution unbesiegbar wären. Übersetzung und Kommentar wurden 1798, als Hegel Bern in Richtung Frankfurt verlassen hatte, anonym veröffentlicht. Das Buch befand sich mehrfach in Hegels Privatbibliohthek, Hegels Urheberschaft wurde aber erst 1909, 111 Jahre später, entdeckt.

Ein weiterer Beitrag zu seiner philosophischen Entwicklung stellte seine Auseiandersetzung mit dem Christetntum dar. Unter dem Einfluss von Lessing und Kant wandte er sein Interesse auf die Anfänge des Christentums und versuchte dessen ursprüngliche Bedeutung zu erfassen. Die Essays, die er dazu für sich selbst schrieb, wurden erst bekannt, als sie mehr als ein Jahrhundert später von dem Dilthey Schüler Hermann Nohl unter dem Sammeltitel ’Hegels theologische Jugendschriften" (1907) herausgegeben wurden und verursachten damals eine kleine Revolution in der Hegelrezeption.

Einer dieser Aufsätze ist Hegels “Leben Jesu”, in dem Jesus einfach der Sohn von Joseph und Maria ist. Als Philologe las er die Bibel kritisch und ignorierte alle Wunder, in Übereinstimmung mit der rationalistische Tradition in der Theologie der Aufklärung des 18. Jahrhunderts. Hegel suchte das Geheimnis, das in dem Verhalten und den Aussprüchen Jesu enthalten ist, die ihn zur Hoffnung der Menschheit machte. Jesus erschien als Offenbarung einer Einheit mit Gott; einer Einheit über die sich die Griechen in ihren besten Tagen unwissentlich freuten; eine Einheit, um die jüdischen Augen von Moses, ihrem Gesetzgeber, zu erheben, der Übertreter verurteilte, ein Schicksal, das in der griechischen Weisheit nicht weniger auf die Gerechten wie auf die Nicht-Gerechten fällt.

In Jesus findet Hegel einen Ausdruck für etwas Höheres als nur Kantsche Moral. Er findet einen edlen Geist, der sich über die Gegensätze von Tugend und Laster erhebt, um aus dem konkreten Leben aufzusteigen und das Unendliche zu bezeugen dabei unsere Endlichkeit umarment. Hegels Jesus verkündete das Göttliche in der Menschlichkeit, die nicht durch Irrtum und Böses gehindert werden kann (sondern höchstens durch schließen seiner Augen und Ohren auf die gottgleiche Gegenwart in ihm). Im religiösen Leben findet Hegel ein Prinzip, um die Gegensätze des endlichen Verstandes zu versöhnen.

Hegel hat sich viel mit der Theologie seiner Zeitgenossen kritisch auseinandergesetzt. Er suchte geistige Freiheit weder im rationalem Moralisieren wie Kant, noch in den kühnen, spekulativen Synthesen wie Fichte und Schelling. Er fand seine universelles Heilmittel im konkreten Leben der Menschheit. Obwohl Hegel sich mit den biblischen Schriften und auch den mittelalterlichen Mystizismus beschäftigt, hat Christus in Hegels Vorstellung eher Züge von Sokrates und den Helden der griechischen Tragödie, die zwa viel Leiden, aber dabei sanft lächeln auf dem Weg zu Ihrer Versöhnung mit dem Schicksal, Hegel porträtierte einen Jesus, der weiter entfernt ist von der antiken (hebräischen, aber auch griechischen) Theologie der Bestrafung der Sünden und näher am antiken (griechischen) Ideal des Individuums, das seine Ruhe im Bewusstsein der Einheit mit Gott hat.

Während dieser Jahre führte Hegel eine lebhafte Korrespondenz mit Schelling und Hölderlin. Hölderlin in Jena hatte Fichtes Karriere mit einer Begeisterung, die Hegel maßgeblich beeinflusste, verfolgt und Hegel berichtet. Schelling, das Wunderkind, bereits auf dem Weg zum Ruhm, hielt Hegel auf der Höhe der deutschen Philosophischen Entwicklung.

gemäß Martin Bondeli (in seinen Büchern “Hegel in Bern” 1990, “Der Kantianismus des jungen Hegels” 1997 und “Hegels Denkentwicklung in der Berner und Frankfurter Zeit” 1999) war Hegel nicht so einsam in Bern wie manchmal berichtet, nach seinen Briefen an Schelling zu urteilen. Vielmehr umgab er sich, als “praktizierender Kantianer”, mit einem Kreis von Gleichgesinnten. Hegel lernte den Maler V. Sonnenschein, den Schriftsteller K. Oelsner (der über die Französische Revolution schrieb), den aktiven Jakobiner, J.Baggesen (Freund von Reinhold, Jacobi und Fichte) und den Schriftsteller E. von Berlepsch (Freund von P.A. Stapfer) kennen. Diese Männer gehörten zum Kreis der die berner kantianischen und fichteanischen Intellektuellen ihrer Zeit.

Sonnenschein lehrte am politischen Institut (200 Meter von Junkerngasse 51), wo die beiden wichtigsten Kantianer von Bern, J. Ith und P.A. Stapfer ebenfalls lehrten. 1798 wurde Stapfer vorübergehend Bildungsminister der Helvetischen Republik. Seit dem Besuch von Fichte in Bern (Ende 1793) entwickelte sich eine fichtianische Bewegung in Bern, insbesondere durch die Hilfe von J.Baggesen. Seit 1795. Regelmäßige Kontakte zwischen diese jungen Berner Gelehrten und die Jenaer Kreisen um Fichte waren alltäglich. Alle wichtigen Köpfe der literarischen Gesellschaft von Jena besuchte Bern und seine Umgebung seit 1796. In den 1790er Jahren übersetzten Oelser, Stapfer und Ith französische Schriften ins Deutsche und umgekehrt, zum Beispiel hat Stapfer Kant ins Französische übersetzt.

Im Mai 1895 besuchte Hegel Genf, im Juli und August 1796, machten Hegel und drei weitere Tutoren eine angenehme Reise durch das Berner Oberland, und Hegel führte dazu ein ausführliches Tagebuch. Er erfreute sich darin zwar an dem abwechslungsreichen Spiel der Wasserfälle, aber er sah das Elend des Schweizer Bauernlebens. Gletscher und Gebirge verzückten ihn nicht.

“Das Schauspiel dieser ewig toten Massen gab mir nichts als die monotone und schließlich langweilige Idee: ’Es ist so. [es ist so]”

Hegels Reisepass für Genf
(Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Berlin)

Gegen Ende seines Vertrags in Bern erhielt Hegel durch Vermittlung von Hölderlin, jetzt Tutor in Frankfurt, eine Tutorenstelle bei der Familie von Herrn Johann Noe Gogel, einem Weinhändler, der “Am Roßmarkt” genau im Zentrum von Frankfurt ( Januar 1797) wohnte. Die neue Stelle gab ihm mehr Freizeit und die Gesellschaft, die er brauchte. Hegel hatte nun ein neues Ziel vor Augen - ein regelmäßiges Einkommen, das ihm den Start einer mehr lohnende akademische Karriere ermöglichen würde.

Hegel setzte in Frankfurt sein ununterbrochenes Studium der Wirtschaftswissenschaften und politischen Wissenschaften fort, darunter Edward Gibbons FALL OF THE ROMAN EMPIRE, Hume, und DE L’ESPRIT DES LOIS von Montesquieu. Rosenkranz (1805- 1879 (Hegels erster Biograph und Hegel Schüler, Professor für Philosophie an Kants ehemaligem Sitz in Königsberg von 1833 bis zu seinem Tod) berichtet uns, dass Hegels Interesse an wirtschaftlichen Fragen in Frankfurt begann. Es waren vor allem Zustände in England, die seine Neugierde weckten, und er las regelmäßig die englischen Zeitungen und machte sich detaillierte Notizen daraus.

Sein Interesse an der Tagespolitik nahm stark zu. Er war fasziniert von den Beziehungen von Handel und Eigentum, insbesondere in England. Seine Auszüge aus englischen Zeitungen zeigen, dass Hegel mit großem Interesse die parlamentarischen Debatten über den Gesetzentwurf 1796, die so genannten Armen Gesetze über die öffentliche Wohlfahrt verfolgte, mit der die Aristokratie und Reichen versuchte, die Wut der mittellosen Massen zu besänftigen. Hegel folgte auch die Nachrichten über die Reform des preußischen Zivilrechts (“Landrecht”). Nach den Worten von Rosenkranz:

“Alle Hegelschen Ideen über das Wesen der Zivilgesellschaft, über die Not und Arbeit, über die Arbeitsteilung und den Reichtum der Ländereien, über Armut, die Polizei, die Besteuerung usw. kulminierten schließlich in einem Kommentar zur deutschen Übersetzung von Steuarts Buch über DIE GRUNDSÄTZE DER POLITISCHEN WIRTSCHAFT, die er den Hegel zwischen dem 19. Februar und dem 16. Mai 1799 schrieb und der intakt überlebt hat [Hegel.Net: aber nicht bis in unsere Zeit]. Er enthält eine Reihe großartiger Einblicke in Politik und Geschichte und viele subtile Beobachtungen”.

(Seite 85-86 in “Georg Wilhelm Friedrich Hegels Leben” von Karl Rosenkranz, Berlin 1844, siehe auch Georg Lukács: “Der junge Hegel” )

Hier, wie auch in seiner Kritik an Kants ethischen Schriften während dieser Periode, zielte Hegel darauf ab, die abstrakte Behandlung eines Themas zu korrigieren, indem er das Thema stattdessen in seinem systematischen Zusammenhang behandelt. Kirche und Staat, Recht und Moral, Kommerz und Kunst, wurden von ihm als Teil einer Gesamtheit des menschlichen Lebens verstanden, aus der sie die Spezialisten isoliert hatten.

Weitere Belege für Hegels Interesse für die zeitgenössische Politik finden sich in zwei unveröffentlichten Essays. Zum einen “Über den internen Zustand von Württemberg in der letzten Zeit, insbesondere über die Verletzung des Verfassung des Magistrats” 1798. Der andere Aufsatz war eine Kritik an der Deutsche Verfassung, wahrscheinlich nicht lange nach dem Frieden von Lunéville (1801) geschrieben. Beide Essays sind eher kritisch als konstruktiv.

[Anmerkung: bis hier von Kai Froeb händisch übersetzt, und dabei korrigiert und ergänzt, ab hier dann nur noch fehlerbehaftete automatische Übersetzung. Bitte ab hier im Zweifel das englische Original konsultieren].

Im ersten Aufsatz, der der Situation in Württemberg, Hegels Heimatland, gewidmet ist, zeigte Hegel, wie die Passivität des Ständeausschusses in Württemberg sich für eine Politik ausgesprochen, bei der der Hof die Oberhoheit Beamte als willfährige Diener. Dieser Aufsatz verortet sich in der aufgeregte Debatte über die tiefe institutionelle Krise Württembergs, die enthüllte die alten Stände und den Herzog im Konflikt.

1. Seite von Hegels Essay über den inneren Zustand in Württemberg
Essay über den inneren Zustand in Württemberg Dies ist die erste Seite von Hegels Manuskript über die Situation in Württemberg, die in 1798

Die Stände wollten ihr traditionelles Recht verteidigen, ihre gewählte Magistrate als Vertreter der Einwohner Württembergs und sich in einer Diät zu treffen. Sie wurden zwischen denen aufgeteilt, die die ihre tief verwurzelten feudalen Interessen und diejenigen, die radikalere Veränderungen, inspiriert von den Prinzipien der Französischen Revolution. Unter den radikalere Berater war der berühmte Tübinger Verleger und Hegels Freund, J. Friedrich Cotta. Hegel greift in die Debatte ein mit einen Aufsatz, in dem ein Repräsentationssystem empfohlen wird, in dem der Landtag regelmäßige Sitzungen abhalten. Er sah Vorteile in der Änderung der Verfassung von den Ständen, fragte er sich jedoch, ob ein solches verbessertes System unter den tatsächlichen Bedingungen seiner Heimatprovinz arbeiten. Als Hauptmerkmal in der Broschüre erkannte Hegel an, dass ein Reformgeist, der offen war und frei ist im Ausland, in Frankreich. Hegel versuchte, diesen Aufsatz zu veröffentlichen, aber er wurde von einigen Freunden in Stuttgart entmutigt, die meinten, es sei zu Frankophil.

In seinem zweiten unveröffentlichten politischen Essay beginnt Hegel: “Deutschland ist nicht länger ein Staat”. Den Zusammenbruch des Imperiums auf die Beibehaltung von feudalen Formen und zum Fortbestehen religiöser Animositäten, Hegel der Reorganisation durch eine Zentralmacht (Österreich) entgegensieht, die einer kaiserlichen Armee und durch ein von der geographische Bezirke des Reiches. Aber ein solches Ergebnis hat er gut gesehen, konnte nur das Ergebnis von Gewalt sein - von “Blut und Eisen”. Die Philosoph gab sich nicht als praktischer Staatsmann aus; er beschrieb die Das Deutsche Reich in seiner Nichtigkeit als eine Konzeption ohne tatsächliche Existenz. In einer solchen Situation war es die Aufgabe des Philosophen, die Umrisse der kommenden Epoche, wie sie vor seinen Augen Gestalt annahmen. Auch das gewöhnliche Auge sah nur den Zerfall der alten Formen der sozialen Leben.

Sein altes Interesse an der religiösen Frage erwachte wieder in einer mehr philosophische Form. Hegel beginnt mit der Gegenüberstellung von positiver Religion, natürliche Religion und das Ideal eines inneren Aufschwungs der Moral, der krönt ein menschliches Leben, als die eine, universelle und immerwährende Spiritualität, für jedes Klima und jedes Alter geeignet. Er betrachtete eine positive Religion als autoritär, dem Herzen von äußeren oder politischen Kräften aufgezwungen. Er betrachtete eine Naturreligion als die spontane Entwicklung der nationales Gewissen, das unter verschiedenen Umständen variabel ist und ändern sich, wenn sich die Umstände ändern. Die vollkommene Religion Jesu, sagte Hegel, wurde eine positive Religion, als die Ideale der Liebe und Versöhnung wurden nur deshalb als wertvoll dargestellt, weil Jesus ein Autorität, und nicht, weil sie mit dem inneren Herzen der Menschlichkeit. Schon in diesem frühen Stadium seiner Schriften behauptete Hegel dass die Philosophie auf ihrer Suche nach dem Endlichen niemals das Endliche aufgeben darf unendlich. In Schriften wie diesen kam Hegel allmählich zu der Einsicht die Vernunft als das klarste Mittel, um die geistige Wahrheit zu erfassen; vorzuziehen für Philosophen über repräsentative Religion sowohl in ihrer positiven als auch Naturformen.

JENA: ALS PROFESSORIN UM IHREN LEBENSUNTERHALT KÄMPFEN

Natürliche Umstände halfen Hegel schließlich bei der Erfüllung seiner Bestrebungen als sein Vater im Januar starb 1799. Hegel erhielt ein bescheidenes Erbe, 3.154 Gulden, das ihn zum Denken befähigte wieder einmal ein studierendes Leben. Am Ende von 1800 finden wir ihn dabei, wie er Schelling um Einführungsschreiben nach Bamberg bittet, wo er mit billigem Leben und gutem Bier hoffte, sich auf die intellektuelle Aufregung von Jena. Das Ergebnis war, dass Hegel in Jena im Januar 1801. Ein Ende war bereits gekommen die glanzvolle Epoche in Jena, als die Dichter der Romantik, Tieck, Novalis und die Schlegels machten es zum Hauptquartier ihres phantastischen Mystizismus, und Fichte machte die Ergebnisse Kants zum Banner der revolutionären Ideen. Schelling war der wichtigste philosophische Löwe der Zeit; in einigen Man sprach von Hegel als einem neuen Champion, der ihm in seinen Kampf gegen die prosaischeren Verfolger Kants. Hegels erste Leistung schien das Gerücht zu rechtfertigen; ein Essay über "den Unterschied zwischen den philosophischen Systemen von Fichte und Schelling’. (1801, übersetzt von S.S. Harris und W. Cerf 1977), die in der Hauptsache dazu tendieren, Schelling zu unterstützen. Noch auffälliger war ihre Mitarbeit im Kritischen Journal der Philosophie (Kritische Zeitschrift der Philosophie), die Schelling und Hegel gemeinsam während 1802](timeline.htm#1802)-1803. So latent war die Unterschied zwischen ihnen in dieser Epoche, dass es in ein oder zwei Fällen nicht Es ist möglich, festzustellen, von wem der Aufsatz geschrieben wurde. Auch später ausländische Kritiker wie Cousin sahen in den beiden Schriftstellern vieles, was ihnen ähnlich war, und nicht zögern, Hegel als einen Schüler Schellings zu betrachten.

Zu den Artikeln, die Hegel in dieser Zeitschrift schrieb, gehören so wichtige wie sein “Glauben und Wissen” (Juli 1802, übersetzt als “Glaube und Wissen” von W. Cerf und S.S. Harris 1977), eine Kritik von Kant, Jacobi und Fichte oder seine “Über die wissenschaftliche Behandlungsarten des Naturrechtes, seine Stelle in der praktischen Philosophie und sein Verhältnis zu den positiven Rechtswissenschaften”. (November 1802, übersetzt als “Naturgesetz” von T.M. Knox 1975).

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Das Thema der Dissertation, mit der sich Hegel qualifizierte für die Position des Privatdozenten (De orbitis planetarum, 1801) wurde wahrscheinlich unter dem Einfluss von Schellings Naturphilosophie. Hegel, nach der Erörterung der Titus-Bode-‘Gesetz’ der Entfernungen zwischen Planeten, erwähnt, dass mit dem dasselbe Recht, man könnte eine Folge von Abständen verwenden, die von einer numerischen Sequenz von Platon. Die spätere Sequenz ließ keine Lücke zwischen Mars und Jupiter, schien also besser in die bekannte Reihenfolge der Planeten von damals, im Gegensatz zum Bode-Titus-Gesetz, das postulieren musste ein Planet zwischen Mars und Jupiter. So schloss Hegel, wenn der Reihenfolge von Platon abgeleitet ist richtig (Hegel schrieb nicht, dass es war), dann würde man keinen Planeten zwischen Mars und Jupiter finden.

Giuseppe Piazzi hatte jedoch bereits am 1. Januar ein Objekt entdeckt, 1801, an genau dieser Stelle. Spektral Analyse (eine heute verwendete Methode zur Unterscheidung zwischen Kometen und Planeten) war damals unbekannt, so dass Piazzi nicht sicher sein konnte, ob es sich ein Planet, ein Komet oder irgendein anderer Körper, aber es war sicherlich ein Körper zwischen Mars und Jupiter. Heute kennen wir ihn als den ersten der Asteroiden (Ceres). Piazzi war in der Lage, diesen neuen Himmelskörper für neun Grad (etwa 2,5% der gesamten Tour um die Sonne). H.W.M. Olbers beobachtete das neue Objekt am 7. Dezember erneut, 1801. Bis zu diesem Datum war die Entdeckung eines neuen Himmelskörper wurde noch debattiert. Im November 1802, Der Berliner Astronom W. Herschel (der den Uranus entdeckte) kam zu folgendem Schluss Ceres war ein Komet, kein Planet.

Also, im August 1801, als Hegel sich mit seine Dissertation, höchstwahrscheinlich hatte er in den Zeitungen über die Entdeckung des Anblicks des neuen Objekts (nach der philologischen Nachtrag zu Hegel Werke 5), erwähnte aber die neue Entdeckung nicht (In einem Fußnote der 1. Ausgabe seiner Enzyklopädie, Hegel später ausdrücklich erwähnte, dass er diese Sequenz seiner Dissertation). Hegels spätere Kritiker haben dies als eine wissenschaftlicher Fehler, oder schlimmer noch, ein methodischer Fehler von Hegel. Sie versuchten, dies zum Grund ihres Angriffs auf Hegels angeblichen apriori-Philosophie (siehe auch Prof.Neusers weitere Forschungen zu diesem Thema).

Hegels ‘Hoererliste’ in Jena von1805
Hörerliste in Jena Eine Kopie eines der Blätter, auf denen sich die Studenten von Hegel einschreiben mussten als er seine Kurse in Jena besuchte. Oben sehen wir das Datum (Sommer Semester 1805) und die Unterschrift von “Prof.Hegel”.

Hegels Vorlesungen über Logik und Metaphysik im Winter 1801- 1802 wurden besucht von elf Studenten. Nach der Abreise Schellings von Jena nach Würzburg in der Mitte von 1803, Hegel blieb die Ausarbeitung seine eigenen Ansichten. Neben philosophischen Studien, wo er nun wieder Aristoteles und Platon, las er Homer und die griechischen Tragödien, machte Auszüge aus Büchern, besuchte Vorlesungen über Physiologie und versuchte sich in andere Wissenschaften.

In 1804 referierte er über sein ganzes System vor einer Klasse von etwa dreißig (darunter die Niederländer van Ghert und Gabler, die später wurde Hegels Nachfolger als Professor für Philosophie in Berlin), obwohl die durchschnittliche Teilnehmerzahl eher geringer war. Er referierte auch über Mathematik mindestens einmal. Während er unterrichtete, verbesserte er kontinuierlich seine Originalsystem, und Ankündigung nach Ankündigung seiner Vorträge versprach eine Lehrbuch der Philosophie - das immer wieder verschoben wurde.

In Weimar im Februar 1805 wurde Hegel ein Professor Extraordinarius, und im Juli 1806 zeichnete er sein erstes und einziges Stipendium - 100 Taler. In Jena, obwohl einige seiner Studenten wurden ihm zugetan, Hegel war kein beliebterer Dozent als K.C.F. Krause. Der gewöhnliche Student fand J. F. Fries verständlicher. Später in 1805, als mehrere Dozenten zurücktraten wegen verminderte Klassen, schrieb er an Johann Heinrich Voss und bewarb sich um eine Stelle in Heidelberg, was darauf hindeutet, dass seine Philosophie kongenialer sein könnte Boden dort. Die Bewerbung um einen Arbeitsplatz trug jedoch keine Früchte.

Von den Vorlesungen dieser Zeit sind noch erhebliche Notizen erhalten. Die Sprache hatte oft eine theologische Färbung (die nie ganz fehlte), da wenn von der “Idee” oder “der Nacht des göttlichen Mysteriums” gesprochen wurde, oder die Dialektik des Absoluten, die als “Kurs des Göttlichen” bezeichnet wird Leben“;. Dennoch wurde seine Sichtweise immer klarer, und sein Unterschied zu Schelling offensichtlicher. Sowohl Schelling als auch Hegel machen viel aus Kunst, aber das ästhetische Modell Schellings in der zeitgenössischen Welt gefunden wurde, wo die Kunst eine besondere Sphäre und der Künstler ein eigenständiger Beruf war ohne eine notwendige, innige Verbindung mit der Epoche und der Nation. Durch Im Gegensatz dazu fand sich das Vorbild Hegels in diesen Werken der nationalen Kunst in welche Kunst kein separater Teil, sondern ein Aspekt des gemeinsamen Lebens ist, und die Künstler ist kein bloßes Individuum, sondern eine Konzentration der Macht von Schönheit und die Leidenschaft der ganzen Gemeinschaft. Hegel schrieb in seinem Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie, die den Grundstein für seine Phäomenologie des Geistes” (Bamberg, 1807, übersetzt von J.B. Baillie 1910, überarbeitet 1931, in einer genaueren Fassung von A.V. Miller 1977):

“Eine solche Kunst ist das Gemeinwohl und das Werk aller. Jede Generation übergibt es auf verschönert zum nächsten; jeder hat etwas getan, um sich zu äußern zum universellen Gedanken. Diejenigen, denen man nachsagt, sie seien genial, haben eine besondere Begabung erworben haben, mit der sie die allgemeinen Formen der Nation ihre eigene Arbeit, die eine in einem Punkt, die andere in einem anderen. Was sie produzieren, ist nicht ihre Erfindung, sondern die Erfindung des Ganzen Nation; oder besser gesagt, sie stellen fest, dass die ganze Nation ihre wahre Natur. Jeder türmt sozusagen seinen Stein auf. So auch die Künstler. Irgendwie hat er das Glück, Letzter zu sein, und wenn er Sein Stein der Bogen steht selbsttragend”.

Hegel war sich, wie wir bereits gesehen haben, der Veränderung voll bewusst, die die über die Welt kommen. Er schließt:

“Eine neue Epoche ist eingetreten. Es scheint, als hätte der Weltgeist jetzt es gelang, sich von jeder fremden objektiven Existenz zu befreien, und sich endlich als absoluter Geist zu begreifen”.

IN BAMBERG UND NÜRNBERG AUF DEN RUHM WARTEN

Am 14. Oktober 1806 traf Napoleon in Jena ein. Hegel fühlte, wie Goethe, keinen patriotischen Schauder angesichts der nationalen Katastrophe, und in Preußen sah er nur eine korrupte und eingebildete Bürokratie. Schreiben an seinen Freund F. J. Niethammer (1766-1848) am Vortag die Schlacht, spricht er von der “Weltseele”, dem Kaiser, und mit Genugtuung über den wahrscheinlichen Sturz der Preußen. Seine Manuskripte waren seine Hauptsorge; zweifelhaft an der Sicherheit seiner letzten Entsendung nach Bamberg, von den französischen Soldaten in seinen Unterkünften gestört, eilte er mit den letzten Seiten der Phänomenologie zur Flucht in die das Haus des Prorektors.

Hegels Vermögen war nun auf dem Tiefpunkt angelangt. Ohne Mittel, und verpflichtet von Niethammer zu borgen, hatte er keine weiteren Hoffnungen bei den verarmten Universität. Darüber hinaus nahm sein Leben als Junggeselle eine unvorhergesehene Wendung als er seine Vermieterin und Haushälterin geschwängert hat. Christiane Charlotte Burkhardt (geb. Fischer) hat am 5. Februar entbunden, 1807](timeline.htm#1807) an Hegels unehelichen Sohn, Georg Ludwig Friedrich Fischer. Der kleine Ludwig war vorübergehend im Haus von Fromann, ein bekannter Verleger in Jena. Der Philosoph hatte nicht genügend Mittel, um sich selbst zu versorgen, und nun musste er sich um die Bedürfnisse seines Kindes und seiner verzweifelten Geliebten, die er nicht wollte heiraten.

Schlagzeile der BambergerZeitung

Hegel hatte schon einmal versucht, Jena zu verlassen, deshalb freute sich, Herausgeber der Bamberger Zeitung zu werden (1807-1808). Hegel schrieb keine Leitartikel, obwohl er die Zeitschrift inmitten verschiedener Schwierigkeiten, Überwindung - nicht ohne Geschick und Klugheit - mehrerer Hürden, die durch eine strenge und ideologische napoleonische Zensur auferlegt wurden.

Siehe sein Haus in Bamerg (deutsche Webseite über Hegel inBamberg)](http://www.bamberga.de/id69.htm)

Niethammer griff schließlich ein; im Oktober 1808, Hegel wurde das Rektorat des Aegidien-Gymnasiums in Nürnberg angeboten, ein Amt, das er von Dezember 1808 bis August 1816 bekleidete. (Die Schule existiert noch heute; ihr Name ist jetzt das Melanchton-Gymnasium, und es ist zu einem der exklusivsten in der Stadt, vielleicht auch dank des Ruhmes ihres ehemaligen Rektors und Professor).

Kupferstich des Aegidiengymnasiums in Nürnberg, wo Hegel lehrte
Ägydiengymnasium in Nürnberg (Stich von Johann Abraham Delsenbach - Stadtbibliothek Nürnberg)(Stich von Johann Abraham Delsenbach - Stadtbibliothek Nürnberg)

Hegel wurde berufen, Niethammers Projekt zur Reformierung der Bildung und Schulorganisation. Bayern modernisierte zu dieser Zeit ihre Institutionen. Das Schulsystem wurde durch neue Regelungen neu organisiert, nach denen Hegel eine Reihe von Lektionen in den Grundzügen der Philosophie - ethisch, logisch und psychologisch, veröffentlicht in 1840 von Rosenkranz aus Hegel’s Papieren als ‘Philosophische Propädeutik’ (übersetzt von A.V. Miller, 1986). Hegel kämpfte gegen Opposition und Konservatismus der bayerischen Verwaltung, dennoch gelang es ihm, sowohl als Verwalter als auch als Lehrer.

Als Lehrer und Schulmeister weckte Hegel Vertrauen bei seinen Schülern. und bewahrten die Disziplin ohne pedantische Einmischung in ihre Verbände und Sport. An den Preisverleihungstagen resümierten seine Ansprachen Geschichte des Schuljahres ein Thema von allgemeinem Interesse diskutiert. Fünf dieser Adressen bleiben erhalten. Die erste ist eine Exposition der Vorteile einer klassischen Ausbildung, wenn sie sich nicht nur auf Grammatik. Hegel schrieb:

“Die Vollkommenheit und Erhabenheit der Meisterwerke der griechischen und römischen Literatur muss das geistige Bad, die weltliche Taufe sein, die gibt den ersten und unvergänglichen Ton und die Tinktur des Geschmacks und der Wissenschaft”.

In einer anderen Rede, in der von der Einführung militärischer Übungen die Rede ist in der Schule, sagt Hegel:

“Diese Übungen zielten zwar nicht darauf ab, die Schüler von ihre unmittelbarere Pflicht, soweit sie dazu berufen sind, noch sie an die Möglichkeit erinnern, dass jeder, unabhängig von seinem Rang in der Gesellschaft zu dem er vielleicht gehört, vielleicht eines Tages sein Land und seinen König verteidigen muss, oder zu diesem Zweck helfen. Diese Pflicht, die für alle selbstverständlich ist, war früher von jedem Bürger anerkannt, obwohl ganze Ränge im Staat die der Idee selbst fremd sind”.

Hegels Heiratsanzeige
EHERSATZANKÜNDIGUNG (Aus der “Nürnberger Friedens- und Kriegskourier” vom 19. September 1811 - Stadtbibliothek Nürnberg)

Am 16. September 1811 heiratete Hegel Maria (“Marie”) Helena Susanna von Tucher (1791-1855, (nicht 1835 wie auf ihrem Grabstein geschrieben! älteste Tochter des Senators und Bürgermeisters der Stadt Nürnberg, Freiherr Jobst Wilhelm Karl von Tucher (1762-1813), aus einer alten Patrizierfamilie von Nürnberg. Sie brachte ihrem Mann kein Vermögen, sondern die Ehe war vollkommen glücklich. Als Ehemann führte Hegel ein sorgfältiges Protokoll von Einnahmen und Ausgaben. Seine Einnahmen betrugen in Nürnberg 1.500 gulden und ein Haus; in Heidelberg erhielt er als Professor über die gleiche Summe; in Berlin etwa 3.000 Taler. Ein Jahr nach der Eheschließung, Marie brachte eine Tochter zur Welt, die kurz nach ihrer Geburt starb. Später, wurden ihnen zwei Söhne geboren; der ältere, Friedrich Wilhelm Karl (geb. Juni 7, 1813, gestorben 1901), wurde als Professor berühmt der mittelalterlichen Geschichte in Erlangen. Der Jüngere, Thomas Immanuel Christian (geb. 24. September 1814, gestorben 1891), genannt nachdem sein Taufpate Niethammer eine Karriere als Preuße gemacht hatte Bürokratin, wurde 1858 Treuhänderin des preußischen Staatsschatzes und in 1868 Präsident des Konsistoriums der Evangelischen Kirche für die Bundesland Brandenburg. Dieser Sohn von Hegel entschied sich nicht dafür, ein Philosoph, und in seiner theologischen Position wurde er einer der Führer der orthodoxen Partei. War das eine ironische Wendung? Historiker können fragen, ob er vorhatte, seinen Vater herauszufordern.

Später, als er bereits in Heidelberg lebte, starb Ludwigs Mutter, und brachten die Hegels Ludwig nach Hause, um bei ihnen zu leben. Ludwig hat nicht es schafft, sich in seine neue Familie zu integrieren, und im Alter von 19 (1826) war er gezwungen, den Haushalt zu verlassen. Ludwig schrieb sich als Söldner in der niederländischen Armee ein und starb an einem Fieber in 1831 während ihres Dienstes in Batavia (Jakarta), nur einige wenige Monate vor Hegels Tod. Möglicherweise hat die Nachricht von Ludwigs Tod nie erreichte seinen Vater.

Hegels Briefe an seine Frau, geschrieben während seiner einsamen Urlaubsreisen nach Wien, Prag, den Niederlanden und Paris, atmen Sie freundlich und glückliche Zuneigung. Hegels Briefe erinnern an glückliche, miteinander verbrachte Tage, gesteht, dass er, wäre es nicht wegen seiner Verpflichtungen, lieber zu Hause sein und seine Zeit zwischen seinen Büchern und seiner Frau aufteilen; Kommentar auf den Schaufenstern in Wien und beschreibt die Strohhüte der Pariser Damen. Dies ist ein Kontrast zu den Schriften eines Professors einer tiefgründiges philosophisches System. Aber es zeigt, dass die Begeisterung, die in seine Tage des Werbens bewegten ihn dazu, dass die Verse in ein späteres Zeitalter aufgeblüht waren des häuslichen Glücks.

In 1812 veröffentlichte Hegel seinen ersten Band seiner ‘Wissenschaft der Logik’. (“Wissenschaft der Logik”) und die Arbeit wurde durch den zweiten Band in [1813 und einen dritten in] abgeschlossen (timeline.htm#18) 1816 (übersetzt von W.Wallace, 2. Aufl. 1894, W.H. Johnston und L.G. Struthers 1929, und von A.V. Miller im Jahr 1969)). In diesem Werk wurde sein System zum ersten Mal in was vorgestellt, mit einigen geringfügigen Änderungen, war seine endgültige Form. Diese Ideen fanden irgendein Publikum in der Welt.

KRÖNUNG EINES TRAUMS: PROFESSUREN IN HEIDELBERG UND BERLIN

Gegen Ende von Hegels achter Sitzung waren drei Professuren fast gleichzeitig in Erlangen, Berlin und Heidelberg. Das preußische Angebot enthielt den Zweifel, dass seine lange Abwesenheit aus der Hochschullehre könnte ihn rostig gemacht haben, also akzeptierte Hegel die Stelle in Heidelberg, da Fries gerade nach Jena gegangen war (Oktober 1816).

Ansicht von Heidelberg um 1818

Nur vier Studenten kamen zu einem seiner Kurse. Andere hingegen am die Enzyklopädie der Philosophie und der Geschichte der Philosophie gezeichnet Klassen von zwanzig bis dreißig. Während seiner Zeit dort machte sein Cousin zunächst seine Bekanntschaft, auch wenn sie sich später in Berlin. Unter seinen Schülern war Hermann Friedrich Wilhelm Hinrichs (1794-1861), zu dessen Buch Religion IN SEINER INWARDRELATION TO SCIENCE (1822) Hegel einen wichtiges Vorwort. Unter seinen ungewöhnlicheren Schülern war ein estnischer Baron Boris d’Yrküll, der nach seinem Dienst in der russischen Armee nach Heidelberg, um die Weisheit von Hegel zu hören. Hegels Bücher und Vorträge waren beides für den Baron unklar, der sich auf Hegels Rat hin einfachere Studien, bevor er zum Hegelschen System zurückkehrte. Andere Zu den Studenten gehörten Hinrichs und Carove.

In Heidelberg war Hegel auch in einem literarischen Bereich tätig. In 1817 brachte er die ’ENZYKLOPÄDIE DER PHILOSOPHISCHEN WISSENSCHAFTEN IM GRUNDRISSE" (1. Ausgabe 1817, erweitert 2. 1827, erneut erweitert 3. Auflage. 1830, wiederum angehängt mit viele “Zusätze” aus seinen Vorträgen und Manuskripten in der “Freundesausgabe” von 1840, erstmals übersetzt in Englisch 1959) zur Verwendung bei seinen Vorlesungen. Es ist die einzige Ausstellung der Hegelsches System als Ganzes, das Historiker direkt aus Hegels eigene Hand. Sein erster Teil ist eine gekürzte Version des frühere SCIENCE OF LOGIC, genannt “ENCYCLOPAEDIA LOGIC”, die “Kürzere” oder “Kleinere Logik” (deutsch: “Kleine Logik”, “Kürzere” oder “Kleinere Logik” (auf Deutsch: “Kleine Logik”, bereits schlecht übersetzt von W. Wallace 1873) Es folgt die Anwendung ihrer Prinzipien auf die Philosophie der Natur. Seine Der dritte und letzte Teil besteht aus der Philosophie des Geistes/Geist(“Geist”).

Einband der ‘Heidelberger Jahrbücher’](../img/biopics/heidelbergerjahrbuecher.gif){width=“621”heigth=“319”}

Neben dieser Arbeit schrieb er zwei Rezensionen als Mitherausgeber (verantwortlich für die philologischer und philosophischer Teil) der “Heidelbergischen Jahrbücher für Literatur” (siehe Reproduktion oben) - die erste über F. H. Jacobi, das andere ein politisches Pamphlet mit dem Titel "Eine Kritik an der Transaktionen der württembergischen Stände in 1815-1816’, die heftige Kritik.

Am 15. März 1815 König Friedrich von Württemberg, zu eine Versammlung der Stände seines Königreichs, legte ihnen den Entwurf eines neue Verfassung. Sein Verfassungsprojekt, das als fortschrittlich bezeichnet wird durch Preußisch-aufgeklärte Reformer, enthielt Bestimmungen für ein “Zweikammersystem Gesetzgebung mit einer Volksvertretung”. Friedrichs Nachfolger, König Wilhelm I., berief einen Landtag ein, um die Genehmigung der neuen Verfassung durch die Stände. Der Landtag reagierte verärgert auf dieses Projekt, was zu einer fortschreitenden Marginalisierung der Macht von die Stände, insbesondere in der Frage der Finanzen. Die Stände betrachteten sich als Meister der alten Ordnung; die traditionellen deutschen oder mittelalterliche Methoden zur politischen Entscheidung und Verwaltung. Im Juni, 1817, lehnten sie das Projekt des Königs ab. Eine große Die Mehrheit verlangte die Rückgabe der alten Gesetze, obwohl das Königreich umfasste nun eine große Bevölkerung, der die alten Rechte fremd waren. Der nun verärgerte König versuchte damals, seine Verfassung mit Gewalt durchzusetzen, Umgehung der Entscheidung der Stände. Hegel, in einem politischen Papier wiederveröffentlicht (auf Anfrage des Republikaners Friedrich List) bei Stuttgart, stellte sich enthusiastisch auf die Seite von König Wilhelm I.

Hegels Engagement für König Wilhelms Ansichten stand im Einklang mit seiner politische Philosophie (siehe seine Vorlesungen über die Philosophie des Rechts, die er in Heidelberg nur ein Jahr später, die “Grundlinien” und alle folgenden Vorträge (nur auf Deutsch verfügbar). Seine Position war eine fortschrittliche für Deutschland, denn der Philosoph kritisierte die Rückständigkeit der Bürokratie und die Interessen des Landes.

In 1818 nahm Hegel ein zweites Angebot an des seit dem Tod Fichtes vakanten Lehrstuhls für Philosophie in Berlin in 1814. (Die Hoffnung, dass diese Position zu eine andere Position, die weniger prekär ist als die eines Hochschullehrers der Philosophie enttäuscht waren; Hegel wurde nie mehr als ein Professor). Hegel wurde nach Berlin berufen, dank der starken Unterstützung der neuen zum Minister für Religion, Bildung und Gesundheit ernannt (von 1817-1838), Baron Karl Sigmundvon Altenstein (1770-1840).

von Altenstein
von Altenstein (Aus “Hegel in Berlin Preussische Kulturpolitik und idealistische Ästhetik - Ausstellungskatalog”, Preussischer Kulturbesitz, Berlin, 1981, vergriffen)

Altenstein war ein Mitglied der Gruppe aufgeklärter Reformer, die führte Preußen aus der Niederlage gegen Napoleon in Jena (in 1806) zum endgültigen Sieg in Leipzig in 1813. Unter ihnen waren Wilhelm von Humboldt (1767-1835), Stein(1757-1831), und Bundeskanzler (seit 1810, in der Nachfolge von Stein) Hardenberg(1750-1822). Ihre politischen Das Programm war von den Prinzipien der Französischen Revolution inspiriert, und sie glaubten, dass die durch die Revolution erzielten guten Ergebnisse hätte mit einer starken und gezielten Politik der Reformen “von oben”, was jede “demokratische” Reform ausgeschlossen hätte Intervention. Sie dachten, ihre Ansichten hätten in Hegel eine einfühlsamer Unterstützer aus der Universität.

Zwei verschiedene Gruppen stellten sich wütend gegen die Politik der Reformer.

Auf der einen Seite stand die reaktionäre Fraktion, der jeder Vorschlag, der darauf abzielte die Abschaffung des “alten Rechts” des Feudalismus und des Ancien Régime war Anathema. Diese Fraktion hatte sehr mächtige Vertreter in der preußischen Kabinett (z.B. Innenminister von Schuckmann), und war im preußischen Hof aufmerksam zugehört, insbesondere dank die turbulenten und konservativen Ansichten des Kronprinzen - die Zukunft Monarchen Friedrich Wilhelm IV. – dessen Einfluss in der Mitte der 1820er Jahre.

Auf der anderen Seite gab es eine “demokratische” Fraktion, die sogenannte “Deutsche Patrioten”, die innerhalb der Universität in Berlin, dank Schleiermacher. Fries war auch einer ihrer Inspiratoren. Der deutsche Patrioten widersetzten sich dem Programm der Reformer im Namen dessen, was sie den “echten deutschen Geist” genannt. Nach ihrer Auffassung ist ein Eine gründliche Reform hätte von unten, vom Volk (dem Volk), kommen müssen, und ohne sich auf “fremde” (d.h. französische) Prinzipien zu berufen. Ihre Die romantische Vision war eine Mischung aus direkter Demokratie und Individualismus, Nationalismus und manchmal auch Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie waren die Verfechter von Gefühl, Herz und Körperkraft im Gegensatz zu Rationalismus und kalte Analyse. Sie waren die Verfechter der Spontaneität gegen schriftliche Gesetze und Kodifizierung. Sie waren die Verfechter der Ehre (und Duelle) gegen jeden modernen Versuch, die Universität zu reformieren und alte Traditionen der Studenten.

Hegel war sowohl gegen die reaktionäre als auch gegen die reaktionäre Fraktion (er blieb ein Bewunderer der Französischen Revolution und ihrer Werte während seines ganzen Lebens) und die “demokratische deutsche Bewegung”, der er sich gegen den Rationalismus wandte und Philosophie, Kodifizierung und Institutionen. Es war klar, dass seine Sympathien gingen an die von Altenstein vertretene Fraktion der Reformer und Hardenberg.

Die Situation nahm eine beispiellose Wende, als in 1819 ein Jenaer Student (Karl Ludwig Sand), inspiriert von den Idealen der “deutschen” Bewegung und Fries Philosophie, beschloss, den reaktionären russischen Spion erstochen zu haben (und bekannter Drama-Komponist) August von Kotzebue. Die “Heilige Allianz”, von Metternich klug angestiftet, beschlossen (mit den Dekreten von Karlsbad) an die Zensur in Deutschland wieder einführen und die Universitäten im Auge behalten Professoren als Mittel zur Vermeidung der Ausbreitung des Terrors in der Imperium.

In 1821 veröffentlichte Hegel die ’GRUNDLINIEN DER PHILOSOPHIE DES RECHTS" (als Band 8 von Hegels gesammelten Werken (“Freundesausgabe”), mit Ergänzungen aus Hegels Vorträgen zur Absätze von E. Gans 1833; 2. 1840; Hrsg. G. J. B. Bolland, 1901; Eng. trans.., PHILOSOPHIE DES RECHTS, von S. W. Dyde, 1896, T. Knox 1952 und, die meisten zuverlässig, A.V. Miller 1977). Die Veröffentlichung von Hegels Arbeit über moralische und politische Philosophie (ursprünglich für den frühen 1820) wurde durch Zensur verzögert. Hegels Werk verurteilt sowohl den reaktionären Standpunkt (vertreten durch die Philosophien von Haller und die Rechtstheorien von Hugo und Savigny) und die demokratische, deutsche Bewegung. Fries ist stigmatisiert als einer der “Rädelsführer der Seichtheit”, der sich Ersetzen einer imaginären Verbindung von Enthusiasmus und Freundschaft für die etablierte Ordnung des Staates.

Hegels Theorie war nicht - wie unklug und doch oft wiederholt - eine bloße Formel für den preußischen Staat. Vieles, was er als notwendig erachtete für eine In Preußen fehlte ein Staat. Im großen und Ganzen schloss er sich den Reformern an. Altenstein drückte seine Zufriedenheit mit der RECHTEN aus. Ein Jahr zuvor, 1820, hatte Altenstein bereits Hegel zum Königlicher Akademischer Prüfungsausschuss in Brandenburg; der Ausschuss, der erwartet, das preußische Bildungssystem zu reformieren. Die Schulen waren sich zu verändern, humanistischer zu werden, die Religion weniger zu betonen. Hegel genoss seine Rolle bei der Reform eines Bildungssystems, das er früher kritisiert.

Die Universität Berlin, in der Straße ‘Unter denLinden’
Universität Berlin (Von Hans Günther Reissner “Eduard Gans - Ein Leben im Vormärz”, J.C.B. Mohr, Tübingen, 1965, vergriffen) Die Universität (Humboldt-Universität) befindet sich nach wie vor im selben Gebäude heute. Seit 1871 befindet sich eine kleine Büste von Hegel in davor.

Während seiner dreizehn Jahre in Berlin scheint Hegels ganze Seele wurde in seinen Vorträgen zum Ausdruck gebracht. Zwischen 1823 und 1827 erreichte seine Aktivität ihren Höhepunkt; seine Notizen waren ständigen Revisionen und Ergänzungen unterworfen. Wir verfolgen die Form in welche die Revisionen in seinen veröffentlichten Schriften erscheinen. Die auf ÄSTHETIK (veröffentlicht von Hotho 1835-38; trans. 1920 von F.P.B. Osmaston), über die PHILOSOPHIE DER Religion (veröffentlicht 1832, 2. erweiterte Auflage 1840; trans. 1895 von E.B. Speirs und J.B. Sanderson), über die PHILOSOPHIE DER GESCHICHTE (veröffentlicht 1837 von seinem Sohn Karl; trans. 1858 von J. Sibree, revidiert 1899) und über die GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE (veröffentlicht 1833-36; trans. 1892-96 von E. S. Haldane und F. H. Simson), sind von seinen Herausgebern veröffentlicht worden, hauptsächlich aus den Notizen von seine Studenten, unter ihren separaten Überschriften. Diese Vorträge über Logik, Psychologie und die Naturphilosophie sind beigefügt in Form von illustrativen und Erläuterungen zu den Abschnitten der “Freundesausgabe” seiner Enzyklopädie.

In diesen Jahren haben Hunderte von Studenten aus allen Teilen Deutschlands und darüber hinaus, unter seinen Einfluss kam. Sein Ruhm wurde ins Ausland getragen durch eifrige und intelligente Anhänger. In Berlin wurde Leopold Dorotheus von Henning (1791-1866) bereitet die prospektive Studenten für eine umfassendere Initiation durch Hegel selbst. Eduard Gans (1798-1839) und Heinrich Gustav Hotho (1802-1873) trug Hegels Methode in spezielle Untersuchungsbereiche, einschließlich der Politikwissenschaft. In Halle Hinrichs hielt den Standard des Hegelianismus inmitten der Opposition oder die Gleichgültigkeit seiner Kollegen.

Vor allem drei Vortragsreihen sind das Ergebnis seiner Berliner Periode: die über Ästhetik, Religionsphilosophie und Philosophie der Geschichte.

ÄSTHETIK: In den Jahren vor der Revolution von 1830, öffentliches Interesse, von politischen Leben, wandte sich den Theatern, Konzertsälen und Bildergalerien zu. Hegel wurde selbst ein häufiger und dankbarer Förderer, und er machte Auszüge aus Kunstnotizen in Zeitungen. Während seines Urlaubs wurde sein Interesse an der bildenden Kunst nahm ihn mehr als einmal aus dem Weg, um ein altes Gemälde zu sehen. Unter Wien, in 1824, verbrachte er jeden Augenblick in der Italienische Oper (insbesondere Rossini), Ballett und Kunstgalerien. In Paris, In 1827 besuchte er ein Shakespeare-Stück von Charles Kemble mit einer englischen Firma. Hegels Vertrautheit mit den Fakten von Kunst (wenn auch nicht besonders tiefgründig oder historisch) gab seiner Vorträge über Ästhetik, die, zusammengestellt aus den Notizen von 1820, 1823,1826, sind in vielerlei Hinsicht die erfolgreichsten seiner Bemühungen, die Realität in einem spekulativen Licht zu sehen.

PHILOSOPHIE DER RELIGION: Diese Vorträge sind eine weitere Anwendung seiner Methode. Kurz vor seinem Tod hatte er zur Veröffentlichung eine Kurs mit dem Titel “Vorlesungen über die Beweise für die Existenz Gottes”. Dies war nach seiner Einschätzung die höchste Form der Religion. In diesen Vorträge über Religion beschäftigte er sich mit allen Weltreligionen, nicht nur Christentum. Auf der einen Seite kritisierte er den ‘Rationalisten’ Theologen, die die Religion auf das kleinste kompatible Maß reduziert hatten mit einem gewöhnlichen weltlichen Geist. Auf der anderen Seite kritisierte er Schleiermacher, der das Gefühl zu einer Platz in der Religion über der systematischen Theologie. Hegels mittlerer Weg versucht zu zeigen, dass das Dogma eine rationale Entwicklung dessen ist, was implizit in religiösen Gefühlen enthalten. Alles hängt von der Interpretation ab denn für Hegel ist die Vernunft das vorrangige Kriterium der Wahrheit, und dies schließt Wahrheit in der Religion ein. Um diesen Punkt hervorzuheben, muss die Philosophie jedoch der Dolmetscher und in diesem Sinne wohl auch der Vorgesetzte werden.

Diese Ansicht stand in scharfem Kontrast zur neuen Schule von E. W. Hengstenberg, die die Offenbarung der Schrift als übergeordnet betrachteten (z.B. eine Form von Buchstäblichkeit und Fundamentalismus). Für Hegel war diese Position ein “Abscheulichkeit”, da sie positiv, autoritär und beides entfernt war das menschliche Herz und den menschlichen Verstand aus Rücksicht auf das Höchste Bestrebungen des Geistes.

In Berlin erreichte Hegel schließlich eine komfortable wirtschaftliche Position und akzeptierte Reisemöglichkeiten. In 1820 besuchte Dresda und verliebte sich in die Renaissance der Stadt Architektur. Begleitet wurde er von dem Historiker und Dichter Friedrich Cristoph Förster, ein Schriftsteller radikaler Ideen, dem es gelang, die soziale Leiter schnell (er wurde manchmal “der Hofdemagoge” genannt), und der später bei Hegels Beerdigung eine artikulierte Lobrede hielt. Während in Dresda machte Hegel die Bekanntschaft des berühmten deutschen Dichters Ludwig Tieck, mit dem er über Shakespeare diskutierte, obwohl er nicht beeindrucken konnte Tieck mit seinem Wissen über Poesie und Prosa. Hegel besuchte auch eine Ausstellung von Gemälden der italienischen Renaissance, für die er seine begeisterte Bewunderung.

In 1822 unternahm Hegel eine lange Reise in die Niederlande und die Länder am Niederrhein. Er folgte grob der Reiseroute des der berühmte deutsche Jakobiner Georg Forster. Bei dieser Gelegenheit auch Hegel besuchte den berühmten französischen Revolutionär Lazare Carnot, der ins Magdeburger Exil verbannt.

Hegel besuchte auch Köln, wo er den Dom mit seiner mittelalterliche deutsche Malerei. Er besuchte Antwerpen, Brüssel, wo er sich aufhielt mit seinem Freund, dem niederländischen Staatsbeamten Van Ghert. Er verliebte sich mit der Stadt Brügge (er würde dieselben Städte erneut besuchen, wenn der von seiner Reise nach Paris zurückkehrt).

In 1827 reiste Hegel nach Paris und hielt sich in der Nähe des Palais de Luxembourg und das Odéon-Theater. Er wurde durch das Odéon-Theater Stadt von seinem Freund und Bewunderer Victor Cousin. Hegel besuchte die Oper, besuchte den Louvre, bewunderte das Gesicht von Paris und verglich es an sein geliebtes Berlin. Er schrieb an seine Frau: “Paris ist die Hauptstadt der zivilisierte Welt”.

HEGELS LETZTE JAHRE IN BERLIN

Eine hegelianische Schule begann sich zu versammeln. Zu den Anhängern gehörten intelligente Schüler, leichtsinnige Nachahmer und Romantiker, die aus der Philosophie lyrische Maßnahmen. Widerstand und Kritik dienten nur dazu, mehr zu definieren genau die Anhänger der neuen Schule. Im engeren Kreis seiner Freunde, Hegels Geburtstage waren der Auslöser für Glückwünsche Verse. In 1826 wurde ein formelles Festival ins Leben gerufen von einige seiner Bewunderer, von denen einer, Herder, von seinen Kategorien sprach als neue Götter; er wurde mit viel Poesie und einem silbernen Becher vorgestellt. In 1830 haben die Studenten ihm zu Ehren eine Medaille verliehen, und am 23. Januar 1831 wurde Hegel mit einem Orden ausgezeichnet (“Roter Adler-Orden III.Klasse” die niedrigste verfügbare Bestellung) von Friedrich Wilhelm III. (zusammen mit 72 anderen, darunter auch Schleiermacher).

Im Oktober 1829 wurde Hegel zum Rektor der Universität; und in seiner Rede anlässlich der Hundertjahrfeier der Augsburger Bekenntnis (auf Latein) vom 25. Juni 1830, fühlte er mutig genug, die katholische Kirche zu beschuldigen, die Tugenden von die heidnische Welt als brillante Laster, und mit der Verleihung der Krone von Perfektion zu demütigeren Tugenden wie Armut, Enthaltsamkeit und Gehorsam.

Hegels Position in Berlin war jedoch nie die richtige (wie von einem schlecht informierte Tradition) des “Königs” der preußischen Philosophie. Über die im Gegenteil, seine politische und philosophische Haltung war umstritten und die von den wichtigsten Vertretern der Wissenschaft (darunter Savigny und Schleiermacher). Hegel hat es nie durch die Royal Akademie der Wissenschaften wegen des Widerstands dieser starken Persönlichkeiten. Als Beispiel für Hegels schwierige Situation ist es interessant Denken Sie daran, dass selbst entspannende Anlässe wie die Feier des Geburtstag des Philosophen in 1826 (siehe oben) waren von seinen Verleumdern als Mittel benutzt, um ihn in ein schlechtes Licht zu rücken. Nach der Das preußische Amtsblatt hatte über das Festival berichtet, das von Hegels Bewunderer anlässlich seines Geburtstags, König Friedrich William wurde so eifersüchtig, dass er verfügte, dass keine Berichte mehr über private Feierlichkeiten sollten in preußischen Zeitungen abgedruckt werden

Eduard Gans
Eduard Gans (Von Hans Günther Reissner “Eduard Gans - Ein Leben im Vormärz”, J.C.B. Mohr, Tübingen, 1965, vergriffen)

Mit dem Tod von Bundeskanzler Hardenberg im Jahre 1822, von Altenstein blieb der einzige Hegel-Befürworter innerhalb der preußischen Regierung. Auch Hegels Philosophie wurde mit Argwohn betrachtet innerhalb des Hofes, wo Hegel nur selten eingeladen wurde. Eine Einladung ereignete sich Ende 1831, als der Kronprinz selbst lud Hegel zum Abendessen ein. Während dieses Abendessens lud der Kronprinz (d.h. der der spätere Friedrich Wilhelm IV.) griff Hegels Philosophie des RICHTIGEN an, die - auf Hegels Anweisung hin - von seinen talentierten Studenten, Eduard Gans. Wie Arnold Ruge berichtet, erinnert sich (siehe Hoffmeisters Ausgabe der Hegelschen Briefe, Band III, S. 472, Fußnote zu Brief #687), behauptete der Kronprinz und wandte sich direkt an Hegel: “Es ist empörend, dass Professor Gans alle unsere Studenten zu Republikanern. Seine Lektionen über Ihre Philosophie des RICHTIGEN, Professor Hegel, werden immer von mehreren hundert Studenten besucht, und es ist weithin bekannt, dass er Ihren eigenen Gedanken eine liberal, ich würde sagen republikanisch, farbig. Warum lehren Sie nicht Ihre Studenten selbst?”.

Hegel mag der größte Philosoph gewesen sein, aber er war sicher nicht mutig in diesem Fall. Konfrontiert mit diesem direkten Angriff entschuldigte er sich an den Kronprinzen und erklärte, er sei “sich des Inhalts von Gans’ Vorträge”. Das ist absurd; eine Art demütigende Selbstexkulpation. Auch wenn Hegel vielleicht nie einem Gans’ Vortrag direkt zu halten, ist es nicht plausibel, dass niemand - unter Kollegen oder Studenten (darunter Hegels eigener Sohn Karl) - hatten nie seine Aufmerksamkeit auf Gans’ politische Orientierung oder darauf, dass er nie realisiert hatte selbst wer sein Lehrassistent tatsächlich war.

Was Friedrich Wilhelm III. betrifft, so machte ihn einmal ein Höfling aufmerksam auf Hegels Affirmation (nur während seiner Vorlesungen, nicht in der eigentlichen veröffentlichten Text der RECHTEN), dass die Macht des Monarchen nur in “Ja” sagen und dann “das i-Tüpfelchen setzen”, rief der König wütend aus, “Was, wenn ich es nicht tue?” (siehe Jacques D’Hondt, “Hegel en son temps”, Paris, Sozialausgaben, 1968 - S. 100).

Es wird oft als Beweis für das Bild einer zunehmend konservativen Hegel während seiner letzten Jahre in Berlin, dass der Philosoph äußerte sich alarmiert über den Ausbruch der Juli-Revolution in Frankreich in 1830. Obwohl dies ein gewisses Element der Wahrheit enthält, die Schlussfolgerungen, die die “Tradition” aus ihr zu ziehen versucht hat, sind übertrieben dargestellt. In 1830 wurden drei verschiedene politische Revolutionen ausbrachen: die so genannte Juli-Revolution in Frankreich, die der von Louis Philippe d’Orléans auf den Thron gebracht wurde; der polnische Aufstand gegen die russische Besatzung; und der Beginn des Unabhängigkeitskrieges in Belgien gegen die Niederlande. Hegel nahm eine andere Haltung ein auf diese drei großen politischen Ereignisse.

Was Frankreich betrifft, so unterhielt Hegel enge Beziehungen zur Vertreter der “liberalen” Opposition gegen die Bourbonen in Frankreich. Victor Cousin war einer seiner engsten Bekannten in Frankreich. Unser Philosoph nutzte auch die Gelegenheit, in Magdeburg die alte Carnot, von Ludwig XVIII. wegen seiner revolutionären Vergangenheit ins Exil geschickt. Hegel spricht von diesem Besuch mit Begeisterung. Hegels Sympathien gingen nie an die Monarchisten und die Reaktionäre innerhalb der französischen Regierung. Er jubelten - zusammen mit Cousin - für den Sieg der Liberalen bei die Wahlen in Frankreich im Jahr 1827.

Die Juli-Revolution brach nach einem Versuch von König Karl X. aus eine neue, konservative, katholisch inspirierte Regierung in 1829, gegen die Bestimmungen der französischen Verfassungscharta. Zu Beginn verurteilt Hegel die Revolution, als (gemäß seiner gradualistischen Herangehensweise an den politischen Wandel) eine übertrieben Antwort auf ein komplexes Problem. Hegel befürchtete auch, dass der Juli Eine Revolution könnte den Beginn einer neuen Ära von Kriegen bedeuten und Aufruhr, der einem alten und müden Philosophen unattraktiv erschien. Wie solange sich die Situation entwickelte, akzeptierte Hegel das Ergebnis der Revolution, und nahm sie in seine “LECTURES ON THE PHILOSOPHY OF GESCHICHTE” (von 1830):

“Denn obwohl die Charta der Standard war, unter dem alle schrieb sich ein, und obwohl beide Parteien es geschworen hatten, doch auf der einen Seite, die herrschende Anordnung war eine katholische, die es als eine Angelegenheit betrachtete des Gewissens, die bestehenden Institutionen zu zerstören. Ein weiterer Bruch [das ist die Juli-Revolution] fand also statt, und die Die Regierung wurde gestürzt” (übersetzt J. Sibree)

Der Dichter Heinrich Heine, der sich auf Hegels Aussagen bezieht, scherzhaft nannte ihn “den Orléans der deutschen Philosophie”.

Was die Revolution in Belgien und den Aufstand in Polen betrifft, so hat Hegel drückt ihnen gegenüber Gefühle des Misstrauens aus, da sie in den katholischen und Nationalistische Ideologie, die sie teilweise zu einem Rückfall in eine vorrevolutionäre Denkweise. Darin wird Heinrich Heine, ein bekannter radikal, einig, dessen Beurteilung beider Ereignisse alles andere als positiv ausfällt.

Titelbild der ersten Ausgabe der ‘Jahrbücher für Wissenschaftliche Kritik’

Eines der letzten literarischen Unternehmen, bei dem er Teil war die Gründung der Berliner ‘Sozietät für wissenschaftliche Kritik’ (Gesellschaft für wissenschaftliche Kritik) in 1826 mit ihren jährlichen ‘Jahrbücher für wissenschaftliche Kritik’ (1827-1846) in dem er seinen Freunden Eduard Gans und Varnhagen von Ense zur Seite stand. Das Ziel dieser Rezension war es, eine kritische Darstellung zu geben, die durch die Namen der Mitwirkende, der literarischen und philosophischen Produktionen der Zeit, in Bezug auf den allgemeinen Wissensfortschritt. Die Zeitschrift wurde nicht ausschließlich im hegelianischen Interesse; und mehr als einmal, als Hegel versuchte, sich über die anderen Herausgeber zu beherrschen, wurde er von vehementen und heftiger Widerstand. Hegel trug zu der Zeitschrift mehrere Artikel bei, einschließlich einer Kritik an Wilhelm von Humboldts Ausgabe der Bhagavad-Gita (1827), eine von Hamanns Schriften(1828) und positive Rezensionen von Büchern von Solger (1828) und Göschel (1829).

Hegels letztes literarisches Werk, dessen erster Teil in der Preussische Staatszeitung (die späteren Teile werden zensiert), war ein Essay zum englischen Reformgesetz von 1831. Sie enthält in erster Linie eine Betrachtung ihrer wahrscheinlichen Auswirkungen auf den Charakter von die neuen Mitglieder des Parlaments und die Maßnahmen, die sie ergreifen können einführen. In letzterem Zusammenhang ging er auf mehrere Punkte ein die England weniger getan hatte als viele kontinentale Staaten für die Abschaffung von Monopolen und Missbräuchen. Vermessung der damit verbundenen Fragen mit Grundbesitz, mit den Spielregeln, den Armen, den Etablierten Kirche, insbesondere in Irland, äußerte er ernsthafte Zweifel an der Gesetzgebungskapazität des englischen Parlaments im Vergleich zur Macht der Erneuerung, die sich in anderen Staaten Westeuropas manifestierte.

Hegels Haus in Berlin - Am Kupfergraben4a
Haus Hegel - Am Kupfergraben 4a, Berlin (Holzschnitt Druck von 1870 - Stadtarchiv Stuttgart) Das Haus, in dem Hegel seit [1820] gelebt hat (timeline.htm#1820) und schließlich starb (er hatte seinen Wunsch, in diesem Haus zu sterben, in einer Mail zu seiner Frau vor einigen Jahren). Sie existiert heute nicht mehr.

In 1831 gelangte die Cholera erstmals nach Europa. Hegel und seine Familie zog sich für den Sommer in den Vorort Kreuzberg zurück, und dort die Überarbeitung des ersten Teils seiner WISSENSCHAFT DER LOGIK abgeschlossen (veröffentlicht 1832). Zu Beginn des Nach der Wintersession kehrte er in sein Haus im Kupfergraben zurück. Zu dieser Bei dieser Gelegenheit kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und seinem Freund Gans, der in seiner Ankündigung von Vorträgen über Rechtswissenschaft hatte Hegels Philosophie empfohlen von RECHTS. Hegel, empört über das, was er für Mäzenatentum hielt, forderte dass die Notiz zurückgezogen wird. Am 14. November, nach eintägiger Krankheit starb leise, im Schlaf. Seine Beerdigung war würdig, würdig einer Person seiner Bedeutung. Er wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof begraben. (Chausseestraße 126) neben Fichte und bei Karl Solger, an einem Ort, den er persönlich bei Solgers Beerdigung gewählt hatte. (Zum Tod von Hegel siehe auch Horst Althaus’ Version in ‘Hegel und Die heroischen Jahre der Philosophie’, München/Wien 1992)

Hegel in seinem Klassenzimmer und der Eindruck, den er auf Seine Schüler werden durch den Bericht von Hotho charakterisiert:

“Als ich ihn nach einigen Tagen auf dem Lehrstuhl wieder sah, habe ich konnte mich zunächst auch nicht an die Art und Weise seiner Äußere Ansprache oder die innere Abfolge seiner Gedanken. Dort saß er, mit entspannter, halb mürrischer Luft, und während er sprach, drehte er sich immer wieder rückwärts und leitet die Blätter seines langen Folio-Manuskripts weiter; ein ständiges Hacken und Husten störten den gleichmäßigen Redefluss; jeder Satz stand von sich selbst isoliert und schien sich den Weg nach draußen zu erzwingen, alle gebrochenen und verdreht; jedes Wort, jede Silbe wurde sozusagen widerwillig losgelassen, aus dem metallischen Ring des breiten schwäbischen Dialekts eine seltsame Betonung, als ob es das Wichtigste wäre, was gesagt werden muss. Doch die Die ganze Erscheinung erzwang solch tiefen Respekt, solch ein Gefühl von Ehrfurcht, und angezogen von einem so naiven Ausdruck der Überwältigung Ernsthaftigkeit, die, bei all meinem Unbehagen, und obwohl ich verstand wenig genug von dem, was gesagt wurde, fühlte ich mich unwiderstehlich an ihn gebunden. Und kaum hatte ich mir angewöhnt, durch Eifer und Geduld mich zu diesen äußeren Mängeln seiner Rede, als sie und seine innere Die Verdienste schienen sich zu einem organischen Ganzen zu vereinen, das allein nach sich selbst beurteilt werden”.

Hegel unterrichtet seine Schüler
“Hegel am Katheder” (Hegel im Unterricht) (Lithographie von 1828 von F. Kluger - Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar)

Diese Lithographie ist wahrscheinlich das Ergebnis eines lebenden Porträts, das während einer von Hegels überfüllten Unterrichtsstunde.

“Eine leicht fließende Beredsamkeit setzt voraus, dass man seine Endabrechnung mit der Sache in der Hand, und damit die Fähigkeit eines Die rein formale Art ist in der Lage, mit billiger Attraktivität zu plaudern, ohne sich über die Region des Alltäglichen zu erheben. Hegels Werk, über die andererseits war es, die mächtigsten Gedanken aus dem tiefsten Boden der Dinge zu schaffen und sie als lebendige Kräfte auf seine Publikum; und dazu war es notwendig, dass, -oftmals wie sie in den vergangenen Jahren meditiert und neu formuliert,- mit jedem neuen Ausdruck sollte in sich selbst neu reproduziert werden. Eine lebendigere und plastischere Darstellung dieses harten Konflikts und der Geburtsstunde des Denkens als Hegels Art der Ansprache war nicht vorstellbar. Als der Älteste Propheten, desto vehementer ringen sie mit der Sprache, äußern sich mit die konzentriertere Kraft dieses Gedankens, den sie halb erobern, und die sie zur Hälfte erobert, so kämpfte er und wurde von der sperrigem Schwung seines Ausdrucks. Völlig verloren in seinem Thema, er schien sie um ihrer selbst willen aus sich selbst heraus zu entwickeln, und zwar so gut wie gar nicht um des Zuhörers willen; und eine fast väterliche Sorge um Klarheit die starre Ernsthaftigkeit aufgeweicht, die einen sonst hätte abstoßen können von der Rezeption solch hart erkämpfter Gedanken”.

“Stotternd schon am Anfang, drängte er sich auf, machte einen neuen begann, wieder kurz anhielt, sprach und meditierte: das genaue Wort schien jemals gefragt zu sein, und gerade dann kam es mit unfehlbarer Sicherheit. . . . Nun hatte man das Gefühl, einen Satz begriffen zu haben, und erwartete vergeblich einen weiteren Vorstoß. Der Gedanke, statt vorwärts, drehte sich mit ähnlichen Worten immer wieder um die der gleiche Punkt. Doch wenn man die ermüdete Aufmerksamkeit für eine Moment stellte man bei der Rückkehr fest, dass man den Faden der Diskurs. Denn langsam und vorsichtig, durch scheinbar unbedeutende Zwischenschritte, man hatte daran gedacht, sich so zu beschränken, dass seine Einseitigkeit zeigen, in Differenzen aufgelöst worden waren und in Widersprüche verstrickt, deren Lösung plötzlich das brachte, was schien am meisten gegen eine höhere Wiedervereinigung zu sein. Und so, immer vorsichtig die Wiederaufnahme dessen, was schon einmal geschehen war, und die Vertiefung und sie durch neue Trennungen und reichere Versöhnungen verwandelnd, hat die Ein wunderbarer Gedankenstrom floss weiter, verdrehte und kämpfte mit selbst, jetzt isolierend und jetzt vereinigend, jetzt verzögernd und jetzt federnd mit einem Sprung vorwärts, aber immer auf dem Weg zum Ziel”.

“Selbst jemand, der mit voller Einsicht und Intelligenz folgen konnte, ohne nach rechts oder links blickte, sah sich selbst in die seltsame Spannung und Qualen des Geistes. In solche Tiefen wurde der Gedanke getragen hinunter, zu solch unendlichen Gegensätzen wurde es zerrissen, dass all das gewonnen worden war, schien jemals wieder verloren zu sein, und nach höchster Anstrengung der Geheimdienst schien gezwungen zu sein, schweigend an der Grenze zu stehen seiner Fakultät. Aber es war gerade in diesen Tiefen des scheinbar nicht entzifferbar, dass dieser mächtige Geist mit der größte Sicherheit und Ruhe. Dann erhob sich zuerst seine Stimme, sein Auge blickte scharf über das Publikum und erleuchtete mit der ruhig glühenden Flamme der Überzeugung, während er in Worten, die nun ohne Zögern flossen, maß die Höhen und Tiefen der Seele. Was er in solchen Momente war so klar und erschöpfend, von so einfacher Selbstverständlichkeit Macht, dass jeder, der sie fassen konnte, sich so fühlte, als hätte er dachte es für sich selbst; und das taten auch alle bisherigen Denken verschwinden, dass kaum noch eine Erinnerung an die Tage der Träume, in denen solche Gedanken noch nicht geweckt worden waren”.

(Hotho, ‘Vorstudien für Leben und Kunst’, Zitate oben ausgewählt und übersetzt von Edward Caird in seinem Buch ‘Hegel’)

(Die obige Biographie wurde teilweise überarbeitet auf der Grundlage von die in der “Encyclopaedia Britannica” von 1911 veröffentlicht wurde. Alle Links, Ergänzungen und Korrekturen von Hegel.Net-Autoren KaiFroeb und Maurizio Canfora nach zu den neuesten Hegel-Forschungen, herausgegeben von Paul Trejo. Vielen Dank an Martin Bondeli, Bern, und Beat Greuter, Zürich, für ihre umfangreichen Hilfe bezüglich der Rolle auf Hegel in Bern. Weitere Anregungen und positive Kritik sind sehr willkommen).

Allgemeine biographische Ressourcen im Internet

Spezifische Ressourcen

Über Hegels Zeit