Gott

Hegel (Kernbegriff)

Wo Hegel in der Logik von Gott spricht, nennt er mit dem Wort der Religion das Absolute, das die Logik in reinen Gedanken entwickelt: Ihr Inhalt sei "die Darstellung Gottes [...], wie er in seinem ewigen Wesen vor der Erschaffung der Natur und eines endlichen Geistes ist" (TWA 5, 43). Religion und Philosophie haben für Hegel denselben Gegenstand, "daß Gott die Wahrheit und er allein die Wahrheit ist" (Enz. § 1); die Religion fasst ihn in der Vorstellung, die Philosophie im Begriff. Da vom ewigen Wesen die Rede ist, ist das "vor" nicht chronologisch zu lesen. Die Figur reicht über die Theologie hinaus. Ein Unendliches, das sich nicht endlich macht, ist so wenig unendlich wie ein Gott, der nicht erscheint, göttlich wäre --- im Kolleg: "Gott ist kein Gott, wenn er nicht erscheint"; dasselbe Argument trägt die These, das Wesen müsse erscheinen (Kap. 6.1). Die Lesart dieses Kommentars: Die religiöse Rede steht in der Logik für einen logischen Sachverhalt, für die Strukturen, die allem Denken und Sein zugrunde liegen; "vor" heißt systematisch grundlegender. Ob diese Strukturen von einem personalen Gott gedacht werden oder selbst das Absolute sind, lässt die Logik offen. Die Gottesfrage ist damit nicht entschieden, sondern methodisch kontrolliert (Kap. 18.1).

Nicht gemeint

Der Satz von der Darstellung Gottes ist weder ein Bekenntnis noch ein Gottesbeweis, und die Logik setzt keine Glaubenssätze voraus. Theologie ist sie nur in dem Sinn, dass sie denselben Gegenstand wie die Religion in der Form des Denkens behandelt. Und "vor" heißt nicht zeitlich früher: Gemeint ist Gott "in seinem ewigen Wesen".

Bei Hegel

Der Inhalt der Logik sei "die Darstellung Gottes [...], wie er in seinem ewigen Wesen vor der Erschaffung der Natur und eines endlichen Geistes ist" (TWA 5, 43). Im Kolleg: "Gott ist kein Gott, wenn er nicht erscheint" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 507) und "wie Gott nicht der wahrhafte ist, wenn er sich nicht manifestirt" (Nachschrift Karl Hegel, Kolleg 1831: GW 23.2, S. 737). Enz. §1.

Querverweise

Absolute Idee; Erscheinung; Unendlichkeit (wahrhafte)

Nicht gemeint

Der Satz von der Darstellung Gottes ist weder ein Bekenntnis noch ein Gottesbeweis, und die Logik setzt keine Glaubenssätze voraus. Theologie ist sie nur in dem Sinn, dass sie denselben Gegenstand wie die Religion in der Form des Denkens behandelt. Und "vor" heißt nicht zeitlich früher: Gemeint ist Gott "in seinem ewigen Wesen".

Im kommentar zu hegels logik

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