Herr-Knecht-Dialektik
Hegel (Kernbegriff)
Hegels Analyse des einseitigen Anerkennungsverhältnisses, bei ihm "Herrschaft und Knechtschaft". Zwei Selbstbewusstseine treten einander gegenüber; im Kampf um Anerkennung unterwirft sich das eine, um zu leben. Der Herr lässt sich anerkennen, ohne anzuerkennen --- und genau daran scheitert er. Anerkennung zählt nur, wenn sie von jemandem kommt, dessen Urteil man gelten lässt; der Herr lässt das Urteil des Knechts gerade nicht gelten. Der Knecht dagegen arbeitet, formt den Gegenstand und findet sich in dem wieder, was er hervorgebracht hat; die Bildung geht auf seine Seite über. Für die Logik zählt nicht die Geschichte, sondern die Form. Die Lesart dieses Kommentars: Ein Verhältnis, das seine eigene Bedingung untergräbt, hebt sich auf --- dieselbe Bewegung, die schon am ausschließenden Eins des Fürsichseins auftritt (TWA 5, 192). Die Figur steht nicht in der Logik; sie zeigt, was an der Stelle fehlt, auf die die Logik zuläuft: ein Verhältnis, in dem Freie einander als Freie haben (Kap. 18.2). Ihre Grenze: Sie beschreibt das Scheitern der einseitigen Anerkennung, nicht schon die gelingende; diese fasst Hegel im allgemeinen Selbstbewusstsein, das "im freien anderen sich anerkannt weiß" (Enz. Bd. 3, § 436).
Nicht gemeint
Nicht bloß ein Stück Geschichte und keine Theorie der Sklaverei oder des Klassenkampfs, so oft sie auch so gelesen wurde. Hegel nennt den Kampf um Anerkennung zwar "die Erscheinung, aus welcher das Zusammenleben der Menschen, als ein Beginnen der Staaten, hervorgegangen ist", die Gewalt darin aber "nicht Grund des Rechts" (Enz. Bd. 3, § 433 Anm.). Die Figur ist eine Stufe des Selbstbewusstseins, keine Epoche.
Bei Hegel
*Phänomenologie des Geistes*, Kap. IV A (Selbständigkeit und Unselbständigkeit des Selbstbewusstseins; Herrschaft und Knechtschaft); Enz. Bd. 3, §§ 430-436.
Querverweise
Anerkennung; Selbstbewusstsein; Freiheit unter Freien; Gewalt; Du
Nicht gemeint
Nicht bloß ein Stück Geschichte und keine Theorie der Sklaverei oder des Klassenkampfs, so oft sie auch so gelesen wurde. Hegel nennt den Kampf um Anerkennung zwar "die Erscheinung, aus welcher das Zusammenleben der Menschen, als ein Beginnen der Staaten, hervorgegangen ist", die Gewalt darin aber "nicht Grund des Rechts" (Enz. Bd. 3, § 433 Anm.). Die Figur ist eine Stufe des Selbstbewusstseins, keine Epoche.
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:18.2]]