Innere Zweckmäßigkeit

Hegel (Kernbegriff)

Innere Zweckmäßigkeit liegt vor, wo ein Ding sich selbst Zweck ist: Der Organismus erzeugt seine Organe, jedes Organ dient dem Ganzen und das Ganze jedem Organ; im Leben sind "alle Glieder sich gegenseitig momentane Mittel wie momentane Zwecke" (Enz. § 216). Bei der äußeren Zweckmäßigkeit kommt der Zweck von außen, und das Ding ist bloßes Mittel. Hegels Kritik am Nützlichkeitsdenken setzt hier an: Die Dinge gelten dort "bloß als Mittel", und dieser Gesichtspunkt sei "in verdienten Mißkredit gekommen" (Enz. § 205 Zus.); den endlichen Dingen lässt er dabei ihr Recht, als ein "Nicht-Letztes" betrachtet zu werden. Die Lesart dieses Kommentars spitzt das zu: Alles nur als Mittel zu betrachten verwickelt sich in einen Widerspruch --- wofür sind Mittel Mittel, wenn es keinen Selbstzweck gibt? Weiterführung: Die praktische Folge ist strukturell, nicht moralisch. Wo ein Verhältnis Menschen nur als Mittel vorkommen lässt, liegt kein Fehler einzelner vor, und es ändert sich nicht durch bessere Absichten.

Nicht gemeint

Nicht die Absicht, die jemand verfolgt. Ob ein Bewusstsein im Spiel ist, entscheidet hier nichts: Ein Organismus muss seinen Zweck nicht wissen, um innerer Zweck zu sein. Und nicht gemeint ist, dass die Natur Pläne verfolge.

Bei Hegel

Enz. §§ 204-212 (Teleologie); "Die Bestimmung des Aristoteles vom Leben enthält schon die innere Zweckmäßigkeit" (§ 204 Anm.). Kant hatte den Organismus als Naturzweck gefasst, dem Zweck und Mittel zusammenfallen.

Querverweise

Teleologie; Zweck; Mittel; Gewalt; Idee des Lebens

Nicht gemeint

Nicht die Absicht, die jemand verfolgt. Ob ein Bewusstsein im Spiel ist, entscheidet hier nichts: Ein Organismus muss seinen Zweck nicht wissen, um innerer Zweck zu sein. Und nicht gemeint ist, dass die Natur Pläne verfolge.

In den ersten auflagen

1817 §§ 153-161

Im kommentar zu hegels logik

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