Jenseits
Hegel (Kernbegriff)
Ein Jenseits ist eine Bestimmung, die als grundsätzlich unerreichbar gesetzt wird --- hinter der Erscheinung, jenseits des Endlichen, außerhalb des Erkennbaren. Hegel behandelt sie als Erzeugnis des Verstandes, nicht als Befund, und die Kritik hat zwei Gestalten. In der Seinslogik ist die schlechte Unendlichkeit ein Jenseits: Wir machen das Unendliche zur bloßen Negation des Endlichen und fordern dann, es solle bestimmt sein. In der Wesenslogik ist Kants Ding an sich eines: ein Inneres, das sich prinzipiell nicht äußert. Bestritten wird damit nicht, dass unser Wissen endlich und vieles unbekannt ist, sondern eine "absolute Schranke des menschlichen Wissens" (Enz. § 60 Anm.), hinter der ein grundsätzlich Unerkennbares läge, und mit ihr die Verdopplung der Welt in eine erscheinende und eine wahre. Hegels Gegengrund: "Als Schranke, Mangel wird etwas nur gewußt, ja empfunden, indem man zugleich darüber hinaus ist" (ebd.).
Nicht gemeint
Nicht bloß das Jenseits der Religion, das Leben nach dem Tod; aber auch dieses trifft die Kritik, wo es als unerreichbar gesetzt ist: Wird Gott nur als abstraktes Wesen gefasst, so wird er "zu einem bloßen Jenseits" (Enz. § 36 Zus.). Und nicht gemeint ist, es gebe nichts Unbekanntes: Bestritten wird das grundsätzlich Unerkennbare, nicht das noch nicht Erkannte.
Bei Hegel
Enz. §§ 94-95 (schlechte Unendlichkeit), § 44 Anm. (Ding an sich); "Das Unwahre ist das Unerreichbare; und es ist einzusehen, daß solches Unendliche das Unwahre ist" (TWA 5, 163); im Kolleg: "Wir können es nicht erreichen, weil wir es zu einem solchen gemacht haben" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 490 f.).
Querverweise
Schlechte Unendlichkeit; Ding an sich; Verstand und Vernunft; Wesen
Nicht gemeint
Nicht bloß das Jenseits der Religion, das Leben nach dem Tod; aber auch dieses trifft die Kritik, wo es als unerreichbar gesetzt ist: Wird Gott nur als abstraktes Wesen gefasst, so wird er "zu einem bloßen Jenseits" (Enz. § 36 Zus.). Und nicht gemeint ist, es gebe nichts Unbekanntes: Bestritten wird das grundsätzlich Unerkennbare, nicht das noch nicht Erkannte.
In den ersten auflagen
1817 §§ 46-48
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:1.8]], [[kleine-logik:5.4]], [[kleine-logik:6.7]]
Systematischer ort
1112 --- Sein → Bestimmtheit → Dasein