Mittelbegriff
Hegel (Kernbegriff)
Das dritte Glied eines Schlusses, über das die beiden Extreme zusammenkommen: In "S ist M, und M ist P, also ist S P" ist M das Weil. Der Musterfall: "Die Rose ist rot; alles Rote ist schön; also ist die Rose schön." Formal einwandfrei und sachlich nichts wert, weil rot beliebig herausgegriffen ist --- mit dornig käme man zum Gegenteil. Hegel begründet das am unmittelbaren Schluss: Ein Einzelnes hat eine unabsehbare Menge von Bestimmtheiten, deren jede eine Mitte abgeben kann, und darum ist es "überhaupt völlig zufällig und willkürlich, welche der vielen Eigenschaften eines Dinges aufgefaßt und von welcher aus es mit einem Prädikate verbunden werde" (TWA 6, 359); die Schlüsse müssen "auch in den Widerspruch übergehen" (TWA 6, 361). Er wendet das selbst auf den Menschen an: Wird aus der Mitte der Sinnlichkeit geschlossen, der Mensch sei weder gut noch böse, so ist "der Schluß richtig, der Schlußsatz aber falsch, weil vom Menschen, als dem Konkreten, ebensosehr auch der Medius Terminus der Geistigkeit gilt" (ebd.). Weiterführung: Hier hat eine alltägliche Form des Unrechts ihre logische Gestalt. Wer einen Menschen über ein bloß anhaftendes Merkmal mit einer Behandlung zusammenschließt, schließt formal richtig und kommt zu einem falschen Schlusssatz.
Bei Hegel
Enz. §§ 183-192; TWA 6, 359-361
Querverweise
Schluss; Kategorischer Schluss; Begriffsurteil; Angemessenheit
In den ersten auflagen
1817 §§ 130-136, 138-139
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:11.1]], [[kleine-logik:11.5]], [[kleine-logik:11.9a]]