Prozess

Hegel (Kernbegriff)

Prozess heißt bei Hegel eine Bewegung, in der Unterschiedene durch ihre Beziehung aufeinander ein Resultat hervorbringen: in der Objektivität der mechanische und der chemische Prozess, die die Teleologie in den Dienst eines Zwecks stellt; in der Idee der Lebensprozess; und zuletzt ist die Idee selbst "wesentlich Prozeß" (Enz. § 215). Die Lesart dieses Kommentars: Vergleicht man über die Grenze zwischen Objektivität und Idee hinweg drei Prozessformen, so ergibt sich eine Reihe. Im mechanischen Prozess wird übertragen, ohne dass sich etwas verwandelt: Die Billardkugel gibt den Impuls weiter und bleibt, was sie war. Im chemischen gehen die Beteiligten in ein Produkt ein, in dem beide erlöschen --- das Produkt ist tot. Im Lebensprozess erhält sich, was den Prozess führt: Der Organismus nimmt Fremdes auf und bleibt derselbe, obwohl das Material wechselt. Die Reihe gibt ein Prüfmuster: Bleiben die Beteiligten unverändert, gehen sie ineinander auf, oder erhält sich einer von ihnen durch den Vorgang?

Bei Hegel

Enz. §§ 195-197 (mechanischer Prozess), §§ 200-202 (chemischer Prozess), § 215 (die Idee als Prozess), § 218 (Lebensprozess).

Querverweise

Mechanismus; Chemismus; Selbsterhaltung

In den ersten auflagen

1817 §§ 142-146

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:13.3]], [[kleine-logik:14.4]], [[kleine-logik:16.1]]

Systematischer ort

132 --- Begriff → Objektivität