Prozessuale Wahrheitskonzeption
Unsere Methodik
Wahrheit nicht als fertiger Besitz und nicht als einmaliger Abgleich zwischen Satz und Sachverhalt, sondern als ein Verfahren, das sich an Widerständen korrigiert: Perspektiven werden zusammengeführt, Widersprüche nicht weggeräumt, sondern als Anlass genommen, und was sich nicht fügt, zählt mehr als das, was sich fügt. Entwickelt ist sie im Wahrheitsbuch: der Widerstand als Wegweiser ([[wahrheit:11]], [[wahrheit:11a]]) und Wahrheit als Prozess, nicht als Zustand ([[wahrheit:23]]). Prozessual heißt nicht beliebig. Ein Prozess ohne Maßstab ist kein Erkenntnisprozess, sondern eine Folge von Meinungen. Der Maßstab ist derselbe wie in der Logik --- die Angemessenheit der Sache an ihren Begriff ---, und was der Prozess leistet, ist nicht seine Erfindung, sondern seine Einlösung. Die Grenze liegt dort, wo aus der Offenheit ein Prinzip wird: Wer keinen Befund mehr für abschließend hält, kann auch keinen mehr widerrufen, und eine Auffassung, die jeden Gegenbefund einbaut, statt an ihm zu scheitern, ist nicht offen, sondern unprüfbar.
Bei Hegel
"Das Wahre ist das Ganze. Das Ganze aber ist nur das durch seine Entwicklung sich vollendende Wesen" (TWA 3, 24). Das Modell ist die Idee des Lebens: ein Bestehen, das sich nur erhält, indem es sich erneuert.
Querverweise
Wahrheit; Wahrheitsbuch; Idee des Lebens; Erkennen (theoretisches); Widerstand; Methode
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:1.1]], [[kleine-logik:16.1]], [[kleine-logik:17.2]], [[kleine-logik:19a.1]]