Quantität
Hegel (Kernbegriff)
Die Quantität ist das Sein, dem die Bestimmtheit gleichgültig geworden ist: das Wieviel statt des Was. Verändert ein Acker seine Größe, "so bleibt er Acker vor wie nach"; ändert sich dagegen seine qualitative Grenze, "er wird Wiese, Wald usf." (TWA 5, 209). Im Kolleg sagt Hegel, Haus sei Haus, mag es größer oder kleiner sein. Die Lesart dieses Kommentars: Diese Gleichgültigkeit ist der eigentliche Ertrag, denn sie ist kein Ausgangspunkt, sondern ein Resultat. Was hier abgeleitet wird, ist die Mathematisierbarkeit selbst --- sie folgt daraus, dass die Qualität sich in der Vielheit der Einen aufgehoben hat. Die Kehrseite: Weil die Quantität vom Was absieht, kann dieselbe Gleichung ein Pendel und einen Stromkreis beschreiben --- Grund für die Reichweite der mathematischen Naturwissenschaft und für ihre Blindheit. Die reine Quantität ist zugleich kontinuierlich und diskret; als begrenzte wird sie zum Quantum, und im Potenzverhältnis bezieht sie sich auf sich selbst und kehrt zur Qualität zurück.
Nicht gemeint
Nicht die Quantität aus dem Schlagwort "Qualität statt Quantität", also nicht die bloße Masse im Gegensatz zum Guten. Quantität ist die Bestimmtheit, die der Sache gleichgültig geworden ist --- und eben darin die Bedingung dafür, dass sich überhaupt messen und rechnen lässt.
Bei Hegel
Enz. §§ 99-106; TWA 5, 208-385. Im Kolleg: "Haus ist Haus, mag es größer oder kleiner sein" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828: GW 23.2, S. 493 f.).
Querverweise
Qualität; Quantum; Kontinuität; Diskretion; Gleichgültigkeit
Nicht gemeint
Nicht die Quantität aus dem Schlagwort "Qualität statt Quantität", also nicht die bloße Masse im Gegensatz zum Guten. Quantität ist die Bestimmtheit, die der Sache gleichgültig geworden ist --- und eben darin die Bedingung dafür, dass sich überhaupt messen und rechnen lässt.
In den ersten auflagen
1817 §§ 51-59
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:2]]
Systematischer ort
112 --- Sein → Größe