Schlusssystem
Hegel (Kernbegriff)
Eine Anordnung von drei Schlüssen derselben Glieder, in der jedes der drei Momente einmal die vermittelnde Mitte bildet. Das besagt, dass keines der Momente bloß Mitte und keines bloß Extrem ist. Hegel führt die Figur am absoluten Mechanismus ein: Im Sonnensystem bilden absolutes Zentrum, relative Zentren und unselbständige Objekte abwechselnd die Mitte (Enz. § 198). "Wie Sonnensystem, so ist z. B. im Praktischen der Staat ein System von drei Schlüssen": Die Einzelnen schließen sich durch ihre Bedürfnisse mit dem Allgemeinen zusammen, ihre Tätigkeit vermittelt Bedürfnisse und Recht, und der Staat ist die substantielle Mitte (Enz. § 198 Anm.). Sein Anspruch ist hoch: Nur "durch diese Dreiheit von Schlüssen derselben terminorum" werde "ein Ganzes in seiner Organisation wahrhaft verstanden" (ebd.). Die Lesart dieses Kommentars: Die Figur sieht aus wie ein Werkzeug zur Analyse von Verhältnissen und ist keines. Wer Bürger, Wirtschaft und Staat in drei Figuren bringt, hat die Analyse schon gemacht, bevor die Figuren anfangen: Die Wahl der Glieder entscheidet alles und wird nicht begründet. Weiter trägt der Zweck-Mittel-Zusammenhang, weil er einen Maßstab hat.
Nicht gemeint
Nicht ein deduktives System, ein Kalkül von Sätzen, aus dem sich weitere ableiten lassen. Gemeint ist eine Figur der Vermittlung: dieselben drei Glieder, von denen jedes einmal die Mitte bildet.
Bei Hegel
Enz. §§ 198-199; WdL, TWA 6, 422 ff.
Querverweise
Schluss; Sonnensystem; Mechanismus; Teleologie
Nicht gemeint
Nicht ein deduktives System, ein Kalkül von Sätzen, aus dem sich weitere ableiten lassen. Gemeint ist eine Figur der Vermittlung: dieselben drei Glieder, von denen jedes einmal die Mitte bildet.
In den ersten auflagen
1817 §§ 146-147
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:11.9a]], [[kleine-logik:12.3]], [[kleine-logik:13.4a]]
Systematischer ort
1321 --- Begriff → Objektivität → Mechanismus