Selbstbeziehung

Hegel (Kernbegriff)

Sich auf sich beziehen, und zwar durch das Andere hindurch: Das Wesen ist "die Beziehung auf sich selbst, nur indem sie Beziehung auf Anderes ist" (Enz. § 112). Auch die Identität ist Beziehung auf sich (Enz. § 115); vom Unterschied abgelöst, bleibt ihre leere, tautologische Form A = A. Die wirkliche Selbstbeziehung ist vermittelt. Sie kommt in jeder Sphäre anders vor: in der Seinslogik als Für-sich-Sein (das Eins bezieht sich auf sich, indem es alles andere abstößt), in der Wesenslogik als Reflexion (das Wesen ist bei sich, indem es in seinem Anderen scheint), in der Begriffslogik als Entwicklung (der Begriff bleibt in seinen Unterschieden bei sich). Die Lesart dieses Kommentars: Die Reihe ist eine Steigerung und ein Maßstab. Je mehr Anderes eine Bestimmung in sich halten kann, ohne sich zu verlieren, desto freier ist sie; Hegel sagt am Ende der Logik: "Das Reichste ist daher das Konkreteste und Subjektivste" (TWA 6, 569).

Bei Hegel

Enz. §96 (Für-sich-Sein als Beziehung auf sich selbst); § 112; § 115; § 161.

Querverweise

Für-sich-Sein; Reflexion; Selbstbestimmung; S³-Struktur

In den ersten auflagen

1817 §§ 48-49

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:1.11]], [[kleine-logik:16.3]], [[kleine-logik:19a.1]]

Systematischer ort

1113 --- Sein → Bestimmtheit → Fürsichsein