Selbstzweck
Hegel (Kernbegriff)
Etwas, das nicht bloß Mittel für anderes ist, sondern seinen Zweck an sich selbst hat. Das Paradigma ist das Lebendige: Ein Organismus produziert sich selbst, seine Teile sind zugleich Zweck und Mittel füreinander. Der Gegenbegriff ist die äußere Zweckmäßigkeit, in der ein Zweck von außen an ein Material herangetragen wird. Weiterführung: Wo ein Wesen eigene Zwecke hat, ist es eine selbständige Totalität, und wer es unmittelbar zum Mittel macht, übt Gewalt in dem Sinn, in dem Hegel das unmittelbare Zum-Mittel-Machen eines selbständigen Objekts so nennt (TWA 6, 452); er tut ihm Unrecht im genauen Sinn der Logik. Hegel zieht diese Folgerung nicht. Ob ein Wesen eigene Zwecke hat, sagt die Logik allerdings nicht; das ist ein Befund.
Nicht gemeint
Nicht "Selbstzweck" im abwertenden Sinn dessen, was nur noch sich selbst dient. Umgekehrt: Ein Selbstzweck ist, was seinen Zweck an sich selbst hat --- und darum nicht bloß Mittel für anderes ist.
Bei Hegel
Enz. §§ 204-212 (der Zweck), §§ 216 ff. (das Leben); der Begriff, der "wahrhaft seine Realität erreicht hat", bezieht sich durch sich selbst auf seine Objektivität und ist "daher Selbstzweck und Trieb" (TWA 6, 466); zur Gewalt TWA 6, 452.
Querverweise
Zweck; Innere Zweckmäßigkeit; Teleologie; Gewalt; Mittel
Nicht gemeint
Nicht "Selbstzweck" im abwertenden Sinn dessen, was nur noch sich selbst dient. Umgekehrt: Ein Selbstzweck ist, was seinen Zweck an sich selbst hat --- und darum nicht bloß Mittel für anderes ist.
In den ersten auflagen
1817 §§ 153-161
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:15.3]], [[kleine-logik:15.4]], [[kleine-logik:15.4d]]