Umschlag (Umschlagen)
Hegel (Kernbegriff)
Der Punkt, an dem fortgesetzte quantitative Veränderung die Qualität wechseln lässt. Wasser wird bei 0 °C zu Eis, bei 100 °C zu Dampf; dazwischen ist die Temperatur gleichgültig. Hegel im Kolleg: "Die Knoten zeigen, daß die quantitaet an die qualitaet nicht gleichgültig gebunden ist" (Nachschrift Libelt, Kolleg 1828, zu §§ 108-110: GW 23.2, S. 497). Die Reihe solcher Punkte heißt Knotenlinie. Dass der Umschlag unmerklich vorbereitet wird, erklärt ihn nicht. Nach der quantitativen Seite ist die Veränderung eine allmähliche. "Aber die Allmählichkeit betrifft bloß das Äußerliche der Veränderung, nicht das Qualitative derselben" (TWA 5, 437). Zur Einbildung macht die Unmerklichkeit den Umschlag aber auch nicht: Die antiken Trugschlüsse vom Kahlen und vom Haufen sind nach Hegel "in sich richtig"; falsch ist die Annahme, die sie widerlegen --- eine Quantität für eine gleichgültige Grenze zu halten. Das Maßlose ist dabei kein Zwischenraum zwischen altem und neuem Maß, sondern das Überschreiten des alten, das selbst schon ein neues Maß ist (Enz. § 109).
Nicht gemeint
Kein Gesetz, nach dem genügende Anhäufung irgendwann von selbst etwas Neues hervorbrächte. Die Knoten liegen an bestimmten Stellen, und wo sie liegen, sagt nicht die Logik, sondern der Gegenstand (Kap. 3.5).
Bei Hegel
Enz. §109; WdL, TWA 5, 396 f. (Anmerkung zum Maß), 437 f.
Querverweise
Maß; Knotenlinie (des Maßes); Emergenz; Qualität; Quantität; Übergang
Nicht gemeint
Kein Gesetz, nach dem genügende Anhäufung irgendwann von selbst etwas Neues hervorbrächte. Die Knoten liegen an bestimmten Stellen, und wo sie liegen, sagt nicht die Logik, sondern der Gegenstand (Kap. 3.5).
In den ersten auflagen
1817 §§ 61-62
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:3.4]], [[kleine-logik:3.5]]
Systematischer ort
113 --- Sein → Maß