Werkzeug

Hegel (Kernbegriff)

Ein Mittel, in dem ein Zweck sich objektiviert. Es überdauert den einzelnen Zweck: "der Pflug ist ehrenvoller, als unmittelbar die Genüsse sind, welche durch ihn bereitet werden und die Zwecke sind. Das Werkzeug erhält sich, während die unmittelbaren Genüsse vergehen und vergessen werden" (TWA 6, 452). An seinen Werkzeugen besitze der Mensch die Macht über die äußerliche Natur, "wenn er auch nach seinen Zwecken ihr vielmehr unterworfen ist" (ebd.). Das Mittel ist dabei widerständig: Der Hammer hat sein Gewicht, das Holz seine Maserung, und der Zweck erreicht mehr, wenn er diese Eigengesetzlichkeit nutzt. Weiterführung: Weil das Werkzeug den einzelnen Zweck überdauert, werden Werkzeuge, Verfahren und Institutionen zu Trägern von Geschichte; und dieselbe Eigengesetzlichkeit, die der Zweck nutzt, kann sich gegen ihn kehren (Kap. 15.2, 15.3). Davon zu trennen ist Hegels Einwand gegen die Rede vom Erkennen als Werkzeug: Die kritische Philosophie wolle "das Instrument vorher kennenlernen", ehe sie die Arbeit unternehme; aber "die Untersuchung des Erkennens kann nicht anders als erkennend geschehen" (Enz. § 10 Anm.). Dass der Kommentar dennoch von logischen Werkzeugen spricht, meint den Gebrauch, nicht die Begründung.

Bei Hegel

Enz. §10 Anm.; §§ 206-209 (das Mittel in der Teleologie).

Querverweise

Mittel; Zweck; Teleologie; List der Vernunft

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:8.2]], [[kleine-logik:12.3]], [[kleine-logik:15.2]]