Einteilung der Natur im Verhältnis zur Logik ?

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[Hegel-Originaltext. Auswahl und Anmerkungen [...] von M.Grimsmann und L.Hansen
Abkürzungen für Quellangaben siehe Info]

 

Die Idee als Natur ist:
1. in der Bestimmung des Außereinander,
der unendlichen Vereinzelung,
[A?]
außerhalb welcher die Einheit der Form,
diese daher als eine ideelle, nur an sich seiende und daher nur gesuchte ist,
die Materie und deren ideelles System,
- Mechanik;
[A? vgl. "Jene absolute Allgemeinheit,
die ebenso unmittelbar absolute Vereinzelung ist,..."
(Logik: Vom Begriff im allgemeinen)]

 
2. in der Bestimmung der Besonderheit [B],
so daß die Realität mit immanenter Formbestimmtheit
und an ihr existierender Differenz gesetzt ist,
ein
Reflexionsverhältnis [Wesen], dessen Insichsein die natürliche Individualität ist,
- Physik;
 
3. in der Bestimmung der Subjektivität [Begriff],
in welcher die realen Unterschiede der Form
ebenso zur ideellen Einheit, die sich selbst gefunden und für sich ist,
zurückgebracht
[E?] sind,
- Organik.

---------------

Die
Materie ist die Form,
in welcher das Außersichsein der Natur
zu ihrem ersten Insichsein kommt,
dem abstrakten Fürsichsein,
das ausschließend und damit eine Vielheit ist,
welche ihre Einheit,
als das fürsichseiende Viele in ein allgemeines Fürsichsein zusammenfassend,
in sich zugleich und noch außer sich hat, -
die Schwere.
 
In der
Mechanik
ist das Fürsichsein noch keine individuelle ruhende Einheit,
die das Mächtige wäre, die Vielheit unter sich zu bringen.
 
Der schweren Materie kommt daher noch keine Individualität zu,
in welcher die Bestimmungen gehalten würden;
und weil die Bestimmungen des Begriffs noch einander äußerlich sind,
so ist der Unterschied ein gleichgültiger
oder
nur quantitativ, nicht qualitativ,
und die Materie als bloße Masse formlos.
 
Beim
individuellen Körper in der Physik ist die Form erreicht,
und damit haben wir sogleich erstens die Enthüllung der Schwere
als die Herrschaft des Fürsichseins über die Mannigfaltigkeit,
das kein Streben mehr ist,
sondern zur Ruhe gekommen ist,
wenn auch zunächst nur auf erscheinende Weise:
jedes Atom des Goldes z.B.
enthält alle Bestimmungen oder Eigenschaften des ganzen Goldes,
und die
Materie ist an ihr selbst spezifiziert und partikularisiert.
 
Die zweite Bestimmung ist,
daß hier noch die Besonderheit als
qualitative Bestimmtheit
und das Fürsichsein als der Punkt der Individualität in eins fällt,
also der Körper endlich bestimmt ist;
die Individualität
ist noch an einzelne ausschließende spezifische Eigenschaften gebunden,
noch nicht auf totale Weise vorhanden.
 
Wird ein solcher Körper in den Prozeß gebracht,
so hört er auf zu sein, was er ist, wenn er solche Eigenschaften verliert;
die qualitative Bestimmtheit ist also affirmativ gesetzt,
nicht zugleich auch negativ.
 
Das
Organische ist die Natur-Totalität,
eine fürsichseiende Individualität,
die sich in sich zu ihren Unterschieden entwickelt,
aber so, daß erstens diese Bestimmungen zugleich konkrete Totalitäten sind, nicht nur spezifische Eigenschaften;
zweitens bleiben sie auch qualitativ gegeneinander bestimmt
und werden so als endliche vom Leben ideell gesetzt,
das sich selbst im Prozesse dieser Glieder erhält.
 
So haben wir mehrere Fürsichsein,
die aber zum fürsichseienden Fürsichsein zurückgeführt werden,
das als Selbstzweck die Glieder unterjocht und zu Mitteln herabsetzt;
die
Einheit des qualitativen Bestimmtseins und der Schwere [Maß],
die sich selbst im Leben findet.  
Enz II § 252 u. Zusatz.  

 

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War der erste Teil der Naturphilosophie Mechanismus,
das Zweite in seiner Spitze
Chemismus,
so ist dies Dritte
Teleologie (s. § 194 Zus. 2).
...

Weil das Leben, als Idee, die Bewegung seiner selbst ist,
wodurch es sich erst zum Subjekte macht,
so macht das Leben sich selbst zu seinem Anderen,
zum Gegenwurfe seiner selbst;
es gibt sich die Form, als Objekt zu sein,
um zu sich zurückzukehren und zurückgekehrt zu sein.
 
So ist erst im Dritten das Leben als solches vorhanden,
da dessen Hauptbestimmung die
Subjektivität ist;
die früheren Stufen sind nur unvollkommene Wege dahin.
EnzII Zusatz. §337

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[Man sieht also, daß einige Bestimmungen der Naturphilosophie
der Abfolge in der Logik entsprechend sind
haben andere Bestimmungen ihre Reihenfolge getauscht.

So verläuft auch die Entwicklung der Natur
von der einfachen Einheit über die Differenz zur konkreten Einheit.

Dagegen kommt nun z.B. die Bestimmung der Quantität vor der Qualität.

Wie kann man sich dies erklären ?

 Vielleicht so ?:

Im Schluß der ganzen Wissenschaft ist die Logik die einfache Einheit, das Insichsein,
die Natur dann als 2. die Differenz, das Außereinandersein
und der Geist die konkrete Einheit, das Zurückgekommensein aus der Differenz der Idee.

So ist also die Differenz die einfache Grundbestimmung der Natur,
welche im 1. Teil der Natur als einfach gefasst wird.
(Quantität)

Im 2. Teil haben wir dann
die Negation (Differenz) des Außereinanderseins (die einfache Grundbestimmung der Natur)
und so die Widerherstellung des
Insichseins (Qualität).

Die nähere Erklärung dieser Vertauschung müßte aus den Schlußvariationen erklärt werden.]

Siehe auch



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