Spruchsammlung

Zitate aus Hegels Gesamtwerk

(ausgewählt von M. Grimsmann und L. Hansen)
Abkürzungen für Quellangaben siehe Info

 

 

102.
'Wo die Minderheit der Mehrheit gehorchen muß, da ist keine Freiheit.' VP


101.
"Die Sprache ist der Leib des Denkens."


100.
'Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.'


99.
"Wird der Zweifel Gegenstand des Zweifels,
zweifelt der Zweifelnde am Zweifel selbst, so verschwindet der Zweifel." VR

 

98.
'Ein großes welthistorisches Individuum muß manche unschuldige Blume zertreten,
manches zertrümmern auf seinem Wege.' VG


97.
"Die Weltgeschichte ist der Fortschritt im Bewußtsein der Freiheit." VG


96.
"Durch das Studium der Logik lernt man auch richtiger denken,
denn indem wir das Denken des Denkens denken,
verschafft sich der Geist damit sein Kraft." Pro

 

95.
"Das Studium der Logik
ist die absolute Bildung und Zucht des Bewußtseins." WL


94.
"Der Widerspruch ist das Erheben der Vernunft
über die Beschränkungen des Verstandes."


93.
"Beginnende Bildung fängt immer mit dem Tadel an,
vollendete aber sieht in jedem das Positive." PR

 

92.
"Man muss, wenn von Freiheit gesprochen wird, immer wohl achtgeben,
ob es nicht eigentlich Privatinteressen sind, von denen gesprochen wird." VG


91.
'Prinzip wahrhafter Philosophie ist
alle besonderen Prinzipien in sich zu enthalten.' Enz-L

 

90.
'Der Leichtsinn wie die Langeweile, die im Bestehenden einreißen,
sind Vorboten, daß etwas anderes im Anzuge ist.' Phän


89.
'Der Einzelne muß die Bildungsstufen des allgemeinen Geistes durchlaufen.' Phän


88.
'Die Wahrheit der Absicht ist nur die Tat.' Phän


87.
"Die Zufälligkeit muß man mit dem Eintritt in die Philosophie aufgeben." VP

 

86.
"Das unbefriedigte Streben verschwindet, wenn wir erkennen,
daß der Endzweck der Welt ebenso vollbracht ist, als er sich ewig vollbringt.
Dies ist überhaupt die Stellung des Mannes,
während die Jugend meint, die Welt liege schlechthin im argen
und es müsse aus derselben erst ein ganz anderes gemacht werden." Enz-L

 

85.
'Die Philosophie erfährt häufig die Verachtung,
daß auch solche, die sich mit ihr nicht bemüht haben,
die Einbildung aussprechen, sie verstehen von Haus aus,
was es mit dieser Wissenschaft für eine Bewandnis habe,
und seien fähig, wie sie so in einer gewöhnlichen Bildung gehen und stehen,
zu philosophieren und über sie zu urteilen.' Enz-L

 

84:
'Erkennen zu wollen, ehe man erkenne [vgl. Erkenntnistheorie],
ist ebenso ungereimt als schwimmen zu lernen, ehe man sich ins Wasser wage.' Enz-L

 

83.
"Wer gegen das Endliche zu ekel ist,
der kommt zu gar keiner Wirklichkeit,
sondern er verbleibt im Abstraktem und verglimmt in sich selbst." Enz-L

 

82.
"Was vernünftig ist, das ist wirklich;
und was wirklich ist, das ist vernünftig." RP

 

81.
"Das leichteste ist, was Gehalt und Gediegenheit hat, zu beurteilen,
schwerer, es zu fassen,
das schwerste, was beides vereinigt,
seine Darstellung hervorzubringen." Phän

 

80.
"Die wahre Gestalt, in welcher die Wahrheit existiert,
kann allein das wissenschaftliche System derselben sein." Phän

 

79.
"Die Philosophie aber muß sich hüten, erbaulich sein zu wollen." Phän

 

78.
'Das System der Wissenschaft ist eine neue Bearbeitung der Philosophie,
nach einer Methode aufgestellt, welche noch, wie ich hoffe,
als die einzig wahrhafte, mit dem Inhalt identische anerkannt werden wird.' Enz-L

 

77.
'Somit kann ich auch hoffen,
daß dieser Versuch, die Wissenschaft darzustellen,
sich durch die innere Wahrheit der Sache
Eingang zu verschaffen wissen werde.' Phän

 

76.
'Die Übereinstimmung der Philosophie
mit der Wirklichkeit und Erfahrung ist notwendig;
ja sie kann für einen wenigstens äußeren Prüfstein
der Wahrheit einer Philosophie angesehen werden.' Enz-L

 

75.
"Frauen können wohl gebildet sein, aber für die höheren Wissenschaften,
die Philosophie und für gewisse Produktionen der Kunst,
die ein Allgemeines fordern, sind sie nicht gemacht." PR

 

74.
"Der Mut der Wahrheit, Glauben an die Macht des Geistes
ist die erste Bedingung des philosophischen Studiums."
PG

 

 73.
'Wer die öffentliche Meinung nicht zu verachten versteht
wird es nie zu Großem bringen.'
PR

 

 

72.
'Neues ist nicht wahr
und Wahres ist nicht neu.'

 

 

71.
'Bei der Regierung einen bösen Willen vorauszusetzen
gehört zur Ansicht des Pöbels.'
PR

 

 

70.
"Die Pflicht, das Geschwätz zurückzuhalten,
ist eine wesentliche Bedingung für jede Bildung."
VP

 

 

69.
"Man muß sich Rechenschaft von seinem Tun zu geben wissen.
Dadurch erlangt man Festigkeit, sich nicht von anderen irremachen zu lassen."
Pro

 

 

 68.
'Es ist eine sittliche Pflicht, in den Stand der Ehe zu treten.'
RP

 

 

67.
"Das Recht der Freiheit, so hoch, so göttlich es ist,
wird in Unrecht verkehrt,
wenn nur dies für Denken gilt und das Denken nur dann sich frei weiß,
insofern es vom Allgemein-Anerkannten und Gültigen abweiche
und sich etwas Besonderes zu erfinden gewußt habe."
PR

 

 

66.
"Es ist so ein Vorrecht höherer Naturen, Schmerz zu empfinden;
je höher die Natur ist, desto mehr Unglück empfindet sie."
PN

 

 

65.
"Der freie Mensch ist nicht neidisch, sondern anerkennt das gern,
was groß und erhaben ist, und freut sich, daß es ist."
VG

 

 

64.
"Die Mutter liebt im Kinde den Gatten, dieser darin die Gattin;
beide haben in ihm ihre Liebe vor sich."
PR

 

 

63.
Der gebildetste Mensch ist der einfachste.
VPR 1819/20

 

 

62.
'Gott ist allein im reinen spekulativen Wissen erreichbar.'
Phän

 

 

61.
"Die Ewigkeit wird nicht sein, noch war sie; sondern sie ist."
PN

 

 

60.
"Der Mensch ist vorzüglich dadurch unzufrieden,
wenn er seinen
Beruf nicht ausfüllt." Pro

 

 

59.
'Vertrauen ist die wahre sittliche Gesinnung'
PG

  

 

58.
"Darauf kommt es an,
in dem Scheine des Zeitlichen und Vorübergehenden
das Ewige, das gegenwärtig ist, zu erkennen."
PR

 

 

57.
"Es kann in unseren Tagen nicht oft genug daran erinnert werden,
daß das, wodurch sich der Mensch vom Tiere unterscheidet,
das Denken ist."
WL

 

 

56.
"Die Krankheit unserer Zeit ist es,
welche zu der Verzweiflung gekommen ist,
daß unser Erkennen nur ein subjektives
und daß dieses Subjektive das Letzte sei."

 

 

55.
"Indem ich denke, gebe ich meine subjektive Besonderheit auf,
vertiefe ich mich in die Sache, lasse das Denken für sich gewähre;
und ich denke schlecht, indem ich von dem Meinigen etwas hinzutue."
Enz-L

 

 

54.
"Gott zu erkennen durch die Vernunft ist die höchste Aufgabe der Wissenschaft."
Enz-L

 

 

53.
"Wer etwas Großes will, der muß sich zu beschränken wissen.
Wer dagen alles will, der will in der Tat nicht und bringt es zu nichts."
Enz-L

 

 

52.
'Ein gesundes Herz hat noch den Mut, Wahrheit zu verlangen.'
PG

 


51.
'Das Reich der Wahrheit ist es, in welchem die Philosophie zuhause ist,
welches sie erbaut und dessen wir durch ihr Studium teilhaftig werden.'
PG

 

 

50.
'Meine Absicht ist es ihnen ein vernünftiges Bild des Universums zu geben.'
PG

 


49.
"Wahrheit ist ein hohes Wort und die noch höhere Sache.
Wenn der Geist und das Gemüt des Menschen noch gesund sind,
so muß diesem dabei sogleich die Brust höher schlagen."
Enz-L

 

 

48.
"Unsere Sache ist es, der Erlösung uns dadurch teilhaftig zu machen,
daß wir von unserer unmittelbaren Subjektivität  ablassen
- den alten Adam ausziehen -
und uns Gottes als unser wahres und wesentliches Selbst bewußt zu werden."
Enz-L

 

 

47.
'Wenn das Gefühl der Unterordnung bei den Kindern nicht genährt wird,
das die Sehnsucht groß zu werden hervorbringt,
so entsteht vorlautes Wesen und Naseweisheit."
PR

 

 

46.
'Wer für die Erringung der Freiheit
das Leben zu wagen den Mut nicht besitzt,
der verdient, Sklave zu sein.'
PG

 

 

45.
"Ein gebildeter Mensch weiß zugleich die Grenze seiner Urteilsfähigkeit."
Pro

 

 

44.
'Wir müssen überzeugt sein, daß das Wahre die Natur hat, durchzudringen.'
Phän

 

 

43.
"In der öffentlichen Meinung ist alles Falsche und Wahre,
aber das Wahre in ihr zu finden, ist die Sache des großen Mannes."
PR

 

 

42.
"Wer, was seine Zeit will und ausspricht, ihr sagt und vollbringt,
ist der große Mann der Zeit."
RP

 

 

41.
'Von der Größe und Macht seines Geistes
kann der Mensch nicht groß genug denken.'
PG

 


40.
'Das verschlossene Wesen des Universums hat keine Kraft in sich,
welche dem Mute des Erkennens Widerstand leisten könnte.'
PG

 


39.
'Das Wesen des Universums muß sich vor dem Erkennen auftun,
seinen Reichtum und seine Tiefen ihm vor Augen legen
und zum Genusse bringen.'
PG

 

 

38.
'Das Bekannte ist darum, weil es bekannt ist, nicht erkannt.'
Phän

 

 

37.
"Der eigenen Überzeugung folgen ist allerdings mehr,
als sich der Autorität ergeben;
aber durch die Verkehrung des Dafürhaltens aus Autorität
in Dafürhalten aus eigener Überzeugung
ist nicht notwendig der Inhalt desselben geändert
und an die Stelle des Irrtums Wahrheit getreten."
Phän

 

 

36.
'Nur die Einsicht kann unseren Geist
mit der Weltgeschichte und der Wirklichkeit versöhnen,
daß das, was geschehen ist und alle Tage geschieht,
nicht nur nicht ohne Gott,
sondern wesentlich das Werk seiner selbst ist.'
VG

 


35.
'Der Reiche betrachtet alles als käuflich für sich,

weil er sich als die Macht der Besonderheit seines Selbstbewußtseins weiß.
Der Reichtum kann so zu derselben Verhöhnung und Schamlosigkeit führen,
zu der der arme Pöbel geht. 
Diese beiden Seiten, Armut und Reichtum,
machen so das Verderben der bürgerlichen Geselschaft aus.'  VPR 1819/20

 

 

34.
"Die Armut an sich macht keinen zum Pöbel."
PR

 

 

33.
"Es ist ungebildet, wenn einer ein
Interesse behauptet, das ihn nichts angeht
oder wo er durch seine Tätigkeit nichts bewirken kann,
weil man verständigerweise nur das zu seinem Interesse machen kann,
wo man durch seine Tätigkeit etwas zustande bringt."

 

 

32.
"Treue und Gehorsam in seinem Beruf
sowie Gehorsam gegen das Schicksal
und Selbstvergessenheit in seinem Handeln
haben zum Grunde das Aufgeben der Eitelkeit, des Eigendünkels
und der Eigensucht gegen das, was an und für sich und notwendig ist."
Pro

 

 

31.
"Der Mensch, der geringe Geschäfte treu erfüllt,
zeigt sich fähig zu größeren, weil er Gehorsam gezeigt hat,
ein Aufgeben seiner Wünsche, Neigungen und Einbildungen."
Pro

 

 

30.
"
Der Staat ist die alleinige Bedingung
der Erreichung des besonderen Zwecks und Wohls."
RP

 

 

29.
'Die Deutschen sind von einem außerordentlichen Verlangen
nach der Ehre einer amtlichen Stellung beseelt
und der Meinung gewesen, das Amt und der Titel mache den Mann,
nach dem Unterschied des Titels
könne die Bedeutsamkeit der Personen
und die denselben schuldige Achtung
fast in jedem Fall mit vollkommener Sicherheit abgemessen werden;
dadurch sind die Deutschen in eine
Lächerlichkeit verfallen,
die in Europa nur an der Sucht der Spanier
nach einer langen Liste von Namen eine Parallele findet.'
PG

 

 

28.
'Das wahrhafte Wesen der Liebe besteht darin,
das Bewußtsein seiner selbst aufzugeben, sich in einem anderen Selbst zu vergessen,
doch in diesem Vergehen und Vergessen sich erst selber zu haben und zu besitzen.'

 

 

27.
"Die
Erhaltung des Ganzen geht der Erhaltung des Einzelnen vor,
und alle sollen diese Gesinnung haben."
Pro
 

 


26.
'Der
Patriotismus aber gründet sich auf das Bewußtsein der Absolutheit des Staats.' Pro
 

 


25.
"Es kann
edle und großmütige Handlungen geben
die ohne Rechtschaffenheit sind.  
Sie haben alsdann ihren Grund in der
Eigenliebe
und in dem Bewußtsein, etwas Besonderes getan zu haben,
dahingegen das, was die Rechtschaffenheit verlangt,
für alle geltende, nicht willkürliche Pflicht ist. "
Pro
 

 


24.
"Es setzt ein besonderes Verhältnis voraus, um das Recht zu haben,
jemand die Wahrheit über sein Betragen zu sagen."Pro

 

 

23.
"Man muß seinen Freunden sowenig als möglich beschwerlich fallen."
Pro

 

 

22.
'Nur aus dem Irrtum geht die Wahrheit hervor,
und hierin liegt die Versöhnung mit dem Irrtum und mit der Endlichkeit.'
Enz-L

 

 

21.
'Die Pflicht des Gehorsams der Kinder ist ihr Recht
zu freien Menschen erzogen zu werden.'
PR

 

 

20.
'Die Menschen häufig lieber großmütig als rechtlich.'
PR

 

 

19.
'Wer die Welt vernünftig ansieht, den sieht sie auch vernünftig an.'
VG

 

 

18.
'Philosophie bemühte sich, die Existenz Gottes zu beweisen,
das Übel zu rechtfertigen und die Freiheit des Menschen
mit der göttlichen Gerechtigkeit zu vereinigen.'
Pro

 

 

17.
"Wir haben nicht Vernunft, sondern die Vernunft hat uns."
Pro

 

 

16.
'Ich habe eine neue Bearbeitung der Philosophie nach einer Methode aufstellt,
welche noch, wie ich hoffe, als die einzig wahrhafte,
mit dem Inhalt identische anerkannt werden wird.'
Enz-L

 

 

15.
'Das eigentümliche Wahrzeichen, das die Selbstsucht an der Stirne trägt,
ist der Haß gegen das Gesetz.'
RP

 

 

14.
'Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand, ist ein alter Scherz,
den man wohl in unsern Zeiten nicht gar für Ernst behaupten will.'
RP

 

 

13.
'Die Vernunft als die Rose im Kreuze der Gegenwart zu erkennen
und damit dieser sich zu erfreuen,
diese vernünftige Einsicht ist die Versöhnung mit der Wirklichkeit,
welche die Philosophie denen gewährt,
an die einmal die innere Anforderung ergangen ist zu begreifen.'
RP

 

 

12.
'Freiheit ist nicht Flucht vor dem Anderen, sondern dessen Überwindung.'
PG

 

 

11.
'Ein Philosophieren ohne System kann nichts Wissenschaftliches sein'
Enz-L

 

 

10.
"Die Philosophie ist zeitloses Begreifen,
auch der Zeit und aller Dinge überhaupt,
nach ihrer ewigen Bestimmung."
PN

 

 

9.
"Die götterlose, rechtlose und unsittliche Welt treibt den Geist in sich zurück."
VP

 

 

8.
'Die Seele muß sich baden in dem Äther der einen Substanz,
in der alles, was man für wahr gehalten hat, untergegangen ist.'
VP

 

 

7.
'Das Positive in seinem Negativen festzuhalten,
dies ist das Wichtigste im vernünftigen Erkennen;'
L

 

 

6.
"Nur in Zeiten, wo die Wirklichkeit eine hohle geist- und haltungslose Existenz ist,
mag es dem Individuum gestattet sein,
aus der wirklichen in die innerliche Lebendigkeit zurückzufliehen."
PR

 

 

5.
'Das Geschlechtsverhältnis ist der höchste Punkt der lebenden Natur.'
PG

 

 

4.
'Stehen Frauen an der Spitze der Regierung, so ist der Staat in Gefahr.'
RP

 

 

3.
'Man muß damit anfangen, Gedanken anderer auffassen zu können.'
VG

 

 

2.
'Das Verzichtleisten auf eigene Vorstellung
ist überhaupt die Bedingung zum Lernen und Studieren.'
VP

 

 

1.

'Der Wilde ist faul'  VPR 1819/20

 

 

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