Johannes Heinrichs (geboren 1942) hat mit Reflexion als soziales System (1976) eine Systemtheorie vorgelegt, die nicht bei der Beobachtung stehenbleibt, sondern die Reflexion selbst als Struktur faßt. Sein Ausgangspunkt ist eine Vierheit statt der Hegelschen Dreiheit: Subjekt, Objekt, Vermittlung und deren Reflexion bilden bei ihm die Grundfigur, aus der er Gesellschaft, Sprache und Recht entwickelt.

Zu Hegel steht er eigenständig. Er übernimmt die Bewegung des Begriffs, bestreitet aber, daß sie sich in drei Momenten erschöpfe — das dritte, so sein Einwand, leistet bei Hegel zweierlei zugleich und verdeckt damit eine Unterscheidung, die sichtbar bleiben müßte. Aus dieser Kritik ist die Reflexionssystematik hervorgegangen, die sein Werk seither trägt.

Über die Philosophie hinaus hat er zur Sozialtheorie und zur politischen Ordnung gearbeitet und eine Gliederung der Demokratie nach vier Ebenen vorgeschlagen. Trotz eines umfangreichen Werks ist er im akademischen Betrieb wenig aufgenommen worden — ein Umstand, den die Rezeptionsgeschichte auf dieser Seite eigens behandelt.

Seine Bücher erscheinen bei Reflexivity Press, dem philosophischen Verlag von Kai Froeb.

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