Gliederung

Allgemein-philosophisch

Gliederung ist die Ordnung eines Ganzen in Teile, die aufeinander bezogen sind. Sie leistet mehr als Klassifikation, weil sie Beziehungen angibt: Ein Inhaltsverzeichnis gliedert, eine alphabetische Liste ordnet bloß. Die Logik gibt dafür zwei Maßstäbe. Der erste: Eine Einteilung, die nicht aus dem Prinzip der Sache folgt, ist äußere Reflexion --- brauchbar vielleicht, aber ohne Auskunft darüber, warum gerade so geteilt wird. Der zweite: Wo Teile zusammenhängen, aber kein Zentrum die Gliederung trägt, liegt Gliederung vor und keine Selbstdifferenzierung. Ein Organismus erzeugt seine Organe, ein Aktenordner seine Register nicht. Im Denkenbuch ist die Gliederung in Teile die dritte der fünf Ordnungsweisen; es nennt sie auch die kompositionelle und fragt mit ihr, woraus etwas besteht ([[systematisches-denken:9]]). Sie steht zwischen der Klassifikation, die nach Arten ordnet, und der Beziehung, die Abhängigkeiten angibt: Die eine sagt, was für eine Sache vorliegt, die Gliederung, wie sie gebaut ist, die Beziehung, wie ihre Teile aufeinander und auf anderes wirken. Ein Stammbaum klassifiziert die Lebewesen und gliedert zugleich ihre Abstammung; wer nur klassifiziert, behält eine Liste.

Bei Hegel

Eine Einteilung, die nicht aus dem Prinzip der Gattung hervorgeht, ist "ein Beweis, daß sie sich nicht zur Bestimmtheit des Begriffes erhoben" hat (TWA 6, 342).

Querverweise

Klassifikation; Einteilung; Besonderes; Äußere Reflexion; Ordnungsweisen (des systematischen Denkens); Beziehung (als Ordnungsweise)

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:5.5]], [[kleine-logik:10.2]], [[kleine-logik:11.9]], [[kleine-logik:16.1]]