Klassifikation
Allgemein-philosophisch
Klassifikation ordnet Gegenstände nach Typen und beantwortet die Frage, was etwas ist und wozu es gehört. Sie ist unentbehrlich und in der Logik die Leistung der unmittelbaren Urteilsformen. Die Logik gibt ihr eine Grenze, und darum wird der Ausdruck in diesem Band meist abgrenzend gebraucht. Die A-B-E-Struktur ist keine Klassifikation, sondern eine Bewegung, und echte Besonderung verlangt, dass sich die Besonderen aus dem Allgemeinen ableiten lassen. Der Unterschied: Eine Klassifikation lässt sich durch eine andere ersetzen, ohne dass die Gegenstände sich ändern; eine Besonderung nicht --- nimmt man einer Demokratie die gesetzgebende Funktion, ist es keine mehr. Im Denkenbuch ist die Klassifikation die zweite der fünf Ordnungsweisen und die erste derer, mit denen man ordnet, statt dass der Begriff sich selbst entfaltet ([[systematisches-denken:8]]). Sie ist dort die älteste und die verrufenste --- und doch die früheste: Ohne die Auskunft, was für eine Sache vorliegt, lässt sich weder ihr Bau angeben (Gliederung) noch, wovon sie abhängt (Beziehung). Die biologische Taxonomie, der Bibliothekskatalog und die Diagnose sind die geläufigen Fälle --- und an ihnen sieht man auch, wo die Dimension endet: Keine sagt, warum gerade so geteilt wird.
Bei Hegel
Eine Einteilung, die nicht aus dem Prinzip der Gattung folgt, zeigt, dass sie sich "nicht zur Bestimmtheit des Begriffes erhoben" hat; die empirische Aufzählung der Farben nennt er deshalb "barbarisch" (TWA 6, 342).
Querverweise
Gliederung; Besonderes; Allgemeines · Besonderes · Einzelnes (A-B-E-Struktur); Urteil; Ordnungsweisen (des systematischen Denkens); Beziehung (als Ordnungsweise)
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:9.4]], [[kleine-logik:9.4a]], [[kleine-logik:10.2]], [[kleine-logik:11.9]]