Performativer Widerspruch
Spätere Philosophie
Ein performativer Widerspruch liegt vor, wenn der Inhalt einer Aussage dem widerspricht, was ihre Äußerung schon voraussetzt. Der wichtigste Fall ist die Leugnung der Wahrheit: Wer sagt, es gebe keine Wahrheit, beansprucht für diesen Satz Wahrheit --- wenn er recht hat, hat er unrecht. Die antike Skepsis trifft der Einwand nicht, denn sie behauptet nichts dergleichen, sondern hält das Urteil zurück (siehe Skeptizismus). Das Verfahren zeigt, was sich nicht kohärent leugnen lässt, weil es im Vollzug des Leugnens bereits gebraucht wird. Seine Grenze: Es beweist keinen Inhalt, sondern schließt eine Position aus. Dass es Wahrheit gibt, folgt daraus; was wahr ist, nicht. Der Ausdruck stammt aus der Transzendentalpragmatik (Apel, Habermas) und schließt an Aristoteles' Verteidigung des Satzes vom Widerspruch an.
Nicht gemeint
Nicht der Widerspruch zwischen zwei Sätzen und nicht Hegels Widerspruch, der eine Bestimmung weitertreibt. Er liegt zwischen dem, was ein Satz sagt, und dem, was seine Äußerung bereits in Anspruch nimmt --- und schließt damit eine Position aus, statt einen Inhalt zu beweisen.
Bei Hegel
Kein Ausdruck Hegels; die Sache entspricht seinem Verfahren der Selbstanwendung, bei dem eine Bestimmung auf sich selbst angewandt wird.
Querverweise
Performativ; Selbstanwendung; Skeptizismus
Nicht gemeint
Nicht der Widerspruch zwischen zwei Sätzen und nicht Hegels Widerspruch, der eine Bestimmung weitertreibt. Er liegt zwischen dem, was ein Satz sagt, und dem, was seine Äußerung bereits in Anspruch nimmt --- und schließt damit eine Position aus, statt einen Inhalt zu beweisen.
Im kommentar zu hegels logik
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