Potenz
Hegel (Logik) / Aristoteles
Das Vermögen oder die Möglichkeit, etwas zu werden (aristotelisch: *dynamis*). Das "An-sich-Sein" (Kap 1.7). Die Logik entwickelt, wie die Potenz (z.B. der Begriff) zur Wirklichkeit (Akt) wird (Kap. 7.4, 19.2). Im engeren Sinne auch das **Potenzenverhältnis** in der Quantitätslehre (Kap. 2.6): die letzte der drei Verhältnisformen und der Umschlagpunkt zum Maß. Die Steigerung liegt darin, dass das vermittelnde Dritte wegfällt. Im direkten Verhältnis (y = kx) kommt der Exponent von außen hinzu; im umgekehrten (pV = const) liegt die Bindung in einem konstanten Produkt; im Potenzenverhältnis bestimmt sich die Größe durch ihre eigene Wiederholung --- Potenzieren heißt, die Operation auf ihr eigenes Ergebnis anzuwenden. Deshalb ist die Quantität hier nicht mehr gleichgültig gegen das, was sie bestimmt: Das Quadrat einer Länge ist eine Fläche, ihr Kubus ein Volumen. Die Quantität hat eine Qualität hervorgebracht --- und damit endet die Quantitätslehre.
Herkunft
Möglichkeit; Wirklichkeit; An-sich-Sein; Entwicklung