Realphilosophie

Allgemein-philosophisch

Realphilosophie ist die nachträgliche Sammelbezeichnung für Hegels Natur- und Geistphilosophie im Unterschied zur Logik. Der Ausdruck stammt nicht von ihm und ist irreführend: Er suggeriert, die Logik sei nicht real --- während Hegel sie selbst "die eigentliche Metaphysik" nennt. Gebraucht wird er hier mit diesem Vorbehalt, weil er sich eingebürgert hat. Das eigentliche Problem ist das Verhältnis beider. Hegel beansprucht mehr als Heuristik: In der Naturphilosophie soll "die Notwendigkeit des Begriffs" die Grundlage sein, und das Verfahren hat zwei Schritte. Der Gegenstand ist nach seiner Begriffsbestimmung anzugeben, und dann ist "noch weiter die empirische Erscheinung, welche derselben entspricht, namhaft zu machen und von ihr aufzuzeigen ist, daß sie jener in der Tat entspricht"; das sei "in Beziehung auf die Notwendigkeit des Inhalts kein Berufen auf die Erfahrung" (Enz. § 246 Anm.). Die Lesart dieses Kommentars folgt ihm darin als Ordnung, nicht als Ableitung (Kap. 20.3): Die Logik liefert keine Ableitung --- die Banane lässt sich aus ihr nicht errechnen ---, sondern eine Heuristik: wo zu suchen ist, wie zu gliedern, welche Verwechslungen zu vermeiden sind; für die Philosophie des Geistes zusätzlich den Maßstab, an dem Einrichtungen zu messen sind. Der Prüfsatz für jede Parallele lautet: Erklärt sie, was im Befund steht, oder fügt sie hinzu, was dort fehlen soll?

Bei Hegel

Enz. §§ 245-376 (Natur), §§ 377-577 (Geist); zum Übergang § 244; zum Verfahren der Naturphilosophie § 246 Anm.

Querverweise

Logik; Natur; Geist; Entlassen

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:19.2]], [[kleine-logik:4]], [[kleine-logik:20.3]], [[kleine-logik:20.3a]]