Setzen

Hegel (methodischer Kernbegriff)

Setzen ist die Grundoperation des Begriffs: etwas als bestimmt setzen. Was gesetzt wird, ist Position (Gesetztes). Das Setzen ist aktive Tätigkeit -- das Subjekt setzt, der Begriff setzt sich selbst. Unterschied zum Voraussetzen: Setzen macht explizit, was vorher implizit war.

Herkunft

Fichte: "Das Ich setzt sich selbst" --- Grundoperation der Wissenschaftslehre. Hegel übernimmt, aber erweitert: Nicht nur das Ich setzt, sondern die logischen Kategorien gliedern sich selbst (objektive Logik). Ob dieses "Setzen" nur Denkform oder auch Seinsstruktur ist, bleibt eine offene Frage.

Bei Hegel

Enz. §112 (Anm.); WdL Bd. 2, Wesen

Querverweise

Voraussetzen · Gesetztsein · Position · Begriff · Reflexion · Setzende Reflexion · Unmittelbar

Wesenslogischer aspekt (kap. 5.5)

In der Wesenslogik ist "Setzen" die Grundoperation der *setzenden Reflexion*. Das Denken bringt seine Bestimmungen durch den eigenen Akt hervor -- es "setzt" sie. Was gesetzt ist, ist "Gesetztsein": Es hat sein Sein nur durch den Akt des Setzens, nicht unabhängig davon. Das Gesetzte erscheint zunächst als *unmittelbar* -- es ist einfach da, ohne dass seine Vermittlung sichtbar wäre.

Begriffslogischer aspekt (kap. 9ff)

Der Begriff setzt sich, seine Momente, seine Unterschiede. Das Gesetzte ist nicht willkürlich, sondern aus der Sache notwendig. Die setzende Reflexion (Wesenslogik) ist die Grundlage für das Sich-selbst-Setzen des Begriffs (Begriffslogik).

Terminologische abgrenzung

Moderner Sprachgebrauch: "setzen" = platzieren, festlegen. Hegels Sprachgebrauch: "setzen" = durch den Denkakt konstituieren, hervorbringen.

Beispiele

Ein Urteil setzen (behaupten), eine Bestimmung setzen (definieren), sich selbst setzen (Fichte: Ich=Ich).