Voraussetzen
Hegel (Methode)
Etwas als schon-da behandeln. Das Vorausgesetzte erscheint als vorgefunden, nicht als gemacht --- darin liegt seine Eigentümlichkeit: Wer etwas voraussetzt, setzt es, aber als etwas, das nicht gesetzt sei. In der Wesenslogik gehört das Voraussetzen schon zur setzenden Reflexion: Ihre Rückkehr "ist erst das Voraussetzen des Vorgefundenen" (TWA 6, 26). Die äußere Reflexion nimmt das Vorausgesetzte dann als selbständig (Kap. 5.5): Das Denken bringt eine Kategorie an ein Gegebenes heran und behandelt dieses als unabhängig von ihm vorhanden --- der Naturwissenschaftler legt ein Schema an die Natur, aber warum gerade dieses? Die bestimmende Reflexion löst das auf, ohne das Vorausgesetzte zu streichen: Die Bestimmungen, die das Denken heranbringt, erweisen sich als die eigenen Bestimmungen der Sache (TWA 6, 29). Der moderne Sprachgebrauch ("voraussetzen" = annehmen, dass etwas gilt) deckt das nur zur Hälfte: Bei Hegel geht es um den Status des Angenommenen, nicht um den Grad der Sicherheit.
Nicht gemeint
Kein Vorgang bloß im Kopf eines Erkennenden. Die Beispiele aus dem Erkennen veranschaulichen; Hegel spricht "weder von der Reflexion des Bewußtseins noch von der bestimmteren Reflexion des Verstandes [...], sondern von der Reflexion überhaupt" (TWA 6, 30).
Bei Hegel
Enz. §1 (zur Voraussetzungslosigkeit der Philosophie); WdL, Die Reflexion.
Querverweise
Setzen; Reflexion; Unmittelbar / Vermittelt; Grund
Nicht gemeint
Kein Vorgang bloß im Kopf eines Erkennenden. Die Beispiele aus dem Erkennen veranschaulichen; Hegel spricht "weder von der Reflexion des Bewußtseins noch von der bestimmteren Reflexion des Verstandes [...], sondern von der Reflexion überhaupt" (TWA 6, 30).
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:5.5]]