Verschiedenheit

Hegel (Wesenslogik, zweite Stufe des Unterschieds)

Die Verschiedenheit ist die mittlere Stufe des Unterschieds — zwischen dem abstrakten "Unterschied überhaupt" und dem wesentlichen "Gegensatz".

Herkunft

Hegel unterscheidet feine Nuancen, die in der traditionellen Logik oft verwischt werden. Die Verschiedenheit ist der "äußerliche" Unterschied, der Gegensatz der "innere".

Bei Hegel

Enz. §117; WdL Bd. 2, Wesen

Die struktur

In der Verschiedenheit sind die Unterschiedenen gleichgültig gegeneinander. A und B sind verschieden, aber diese Verschiedenheit betrifft nicht ihr Wesen — sie könnten auch ohne einander existieren. Äpfel und Birnen sind verschieden, aber ein Apfel ist nicht wesentlich dadurch bestimmt, dass er keine Birne ist.

Der unterschied zum gegensatz

Im Gegensatz hingegen sind die Unterschiedenen wesentlich aufeinander bezogen — sie konstituieren sich wechselseitig durch Ausschluss. "Positiv" und "Negativ" existieren nur paarweise; "Oben" gibt es nur, wo es "Unten" gibt.

Die dialektische bewegung (kap. 5.7.b)

1. Absoluter Unterschied — der Unterschied überhaupt, noch unbestimmt 2. Verschiedenheit — äußerlicher Unterschied, Gleichgültigkeit 3. Gegensatz — wesentlicher Unterschied, wechselseitiger Ausschluss

Warum die verschiedenheit nicht stabil bleibt

Wenn wir fragen, worin A und B verschieden sind, müssen wir eine gemeinsame Hinsicht angeben — und damit setzen wir sie schon in Beziehung. Die bloße Gleichgültigkeit löst sich auf; der Unterschied wird bestimmter und treibt zum Gegensatz.