Wesenslogik

Hegel (zweite Hauptabteilung der Logik)

Die zweite der drei Hauptteile der Logik (Sein --- Wesen --- Begriff). Die Wesenslogik ist abstrakter als die Seinslogik --- nicht weil sie von der Wirklichkeit wegführt, sondern weil sie tiefer in ihre Strukturen eindringt. Ihre neue Bewegungsform: nicht "Übergehen" (A wird zu B und verschwindet), sondern "Scheinen" (A und B konstituieren sich wechselseitig, beide bleiben). Die Wesenslogik entfaltet: (Kap. 5) Das Wesen als Reflexion --- die drei Reflexionsformen, die Reflexionsbestimmungen (Identität, Unterschied, Widerspruch, Grund), Existenz, Ding und Eigenschaften; (Kap. 6) Die Erscheinung --- Gesetz, Inhalt/Form, die wesentlichen Verhältnisse; (Kap. 7) Die Wirklichkeit --- Möglichkeit, Zufälligkeit, Notwendigkeit, Substanz, Kausalität, Wechselwirkung.

Herkunft

Hegels eigene Gliederung. Die Wesenslogik ist der "dialektische" Teil --- die Reflexion auf das Sein.

Bei Hegel

Enz. §112-159; WdL Bd. 2

Querverweise

Seinslogik · Begriff · Wesen · Reflexion · Scheinen

Methodische entscheidung (kap. 8.2)

Wir folgen der Architektur der Enzyklopädie (1830), nicht der WdL (1816), weil Hegel die systematische Anordnung erheblich geändert hat. Die Enz-Fassung ist eleganter und zeigt eine spiralförmige Struktur, in der der Grund mehrfach, in vertiefter Form erscheint.