Kommentar zur Logik, Kapitel 26
Rückblick auf die gesamte Logik
Was hat die Logik durchlaufen?
Die Seinslogik entwickelte die Formen unmittelbarer Bestimmtheit — Qualität, Quantität, Maß — und zeigte, dass keine von ihnen für sich besteht. Die Bewegungsform war das Übergehen: Eine Kategorie schlägt in ihr Anderes um.
Die Wesenslogik entwickelte die Vermittlungsstrukturen — Reflexion, Erscheinung, Wirklichkeit — und zeigte, dass das scheinbar Zugrundeliegende selbst gesetzt ist. Die Bewegungsform war das Scheinen: Zwei Bestimmungen konstituieren einander wechselseitig.
Die Begriffslogik entwickelte die Selbstbestimmung — Begriff, Urteil, Schluss; dann Mechanismus, Chemismus, Teleologie; zuletzt Leben, Erkennen und Wollen, absolute Idee. Die Bewegungsform war das Sich-Entwickeln: Eine Bestimmung entfaltet, was in ihr angelegt war.
Und die drei Bewegungsformen selbst stehen in derselben Ordnung: Das Übergehen ist die äußerlichste, das Scheinen die vermittelte, das Sich-Entwickeln die entwickelte Form desselben Vorgangs. Die Logik hat damit auf sich selbst angewandt, was sie entwickelte.
Was daraus folgt, ist bescheidener als Hegels Anspruch und mehr als eine Ordnung des Denkens: Die Kategorien lassen sich nicht beliebig anders anordnen, weil jede die vorige voraussetzt. Ob diese Reihe vollständig ist, lässt sich nicht beweisen — der Nachweis besteht darin, dass keine Lücke gefunden wurde, nicht darin, dass keine möglich wäre.