Bruno Bauer
Bruno Bauer (1809–1882) führte die negative Dialektik bis an ihr logisches Ende. Anfangs Rechtshegelianer und faktischer Editor der zweiten Auflage von Hegels Religionsphilosophie, entwickelte er später die Konzeption der „reinen Kritik": alles Positive ist dem freien Selbstbewusstsein entfremdet und daher zu verneinen. „Alles ist gesetzt nur, um verneint zu werden; sobald es anerkannt wird, hört es auf, wahr zu sein."
Der Unterschied zu Hegel ist entscheidend. Hegels Negativität ist bestimmte Negation, die Positives hervorbringt; Bauers Negativität lässt keine Synthese zu. Das ist nicht bei Hegel angelegt, sondern dessen Umkehrung — und nimmt die postmoderne Dekonstruktion vorweg: Kritik ohne konstruktive Alternative.
Die berechtigte Einsicht liegt darin, dass jede Positivierung zur Herrschaft werden kann und deshalb der Kritik bedarf — ein Gedanke mit rationalem Kern in einer Zeit, in der die Hegelsche Philosophie zur Staatsideologie erstarrt war. Die Aporie ist, dass die reine Kritik inhaltslos wird: Bauer kritisierte am Ende auch seine eigenen früheren Positionen.
Seine akademische Laufbahn endete mit seiner Wendung zum Linkshegelianismus. In Bonn lehrte, wohnte und schrieb er eine Zeit lang zusammen mit Karl Marx, den er förderte.
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| 33333321 | [Der Verdacht gegen die Verhältnisse] | Gesammelte Werke von Bruno Bauer als PDF | |
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