Werkstattbericht: die Erde

Ein Versuch. Diese fünf Bereiche sind der Ort, an dem wir erproben, ob sich eine Ordnung der Natur finden läßt, die zugleich der Sache gerecht wird und sich merken läßt. Die heutigen Systematiken ordnen weitgehend nach Abstammung — das ist genau und oft unanschaulich: wer die Verwandtschaft kennt, weiß damit noch nicht, was die Sache ist, und die Einteilungen prägen sich schlecht ein. Wir versuchen deshalb eine Ordnung nach dem Bau und dem Verhalten, die das Wesentliche zusammenfaßt, mit den Erscheinungen übereinstimmt und deren Übergänge nachvollziehbar sind. Ob das gelingt, ist offen — deshalb steht hier ein Bericht und keine Lehre.

Die Erde steht bei Hegel zwischen der unbelebten und der belebten Natur — sie ist der Körper, an dem das Leben entsteht. Die Gliederung folgt dem: Stellung im Sonnensystem, die Prozesse an ihr, der Übergang ins Leben.

Was wir ergänzt haben, sind die Gesteinsarten und Erdzeitalter. Hegel kannte weder Plattentektonik noch Radiometrie; seine Geologie ist die von 1820. Die Ordnung aber — vom Ganzen über den Prozeß zum Umschlag — trägt auch die heutigen Befunde, und wo sie es nicht tut, steht es dabei.

Der Übergang ins Leben ist die schwierigste Stelle der ganzen Naturphilosophie. Hegel behauptet dort keinen zeitlichen Vorgang, sondern einen begrifflichen — und wer das als Aussage über die Abiogenese liest, mißversteht ihn in beide Richtungen.