Idee des Guten
Hegel (Ideenlehre, praktische Idee)
Die Idee des Guten ist die praktische Idee --- der Wille, der das Wahre verwirklichen will. Unterschied zur theoretischen Idee (Idee des Wahren): Die theoretische Idee will die Welt erkennen (nimmt sie hin), die praktische Idee will die Welt verändern (macht sie gut). Das Gute ist nicht bloß subjektive Absicht, sondern objektiver Zweck. Problem der praktischen Idee: Sie steht der Welt gegenüber (Sollen vs. Sein) --- die Welt ist noch nicht gut. Auflösung: In der absoluten Idee wird der Gegensatz von Theorie und Praxis aufgehoben. Das bedeutet nicht: Alles ist gut (Legitimation des Bestehenden), sondern: Das Gute zeigt sich in der geschichtlichen Praxis --- wobei "zeigt sich" nicht Legitimation bedeutet, sondern Bewährung an der Erfahrung (siehe Kap. 23a zur Unterscheidung von Begreifen und Rechtfertigen).
Herkunft
Platon: idea tou agathou (Idee des Guten, höchste Idee). Aristoteles: to agathon (das Gute als Telos). Kant: kategorischer Imperativ. Hegel: Das Gute als praktische Idee, die sich in der Geschichte verwirklicht.
Bei Hegel
Enz. §233-235; WdL Bd. 2, Idee des Guten
Querverweise
Idee · Idee des Wahren · Wille · Zweck · Praxis · Absolut · Ideenlehre