Idee des Wahren
Hegel (Ideenlehre, theoretische Idee)
Die Idee des Wahren ist die theoretische Idee - die Erkenntnis, die das Objektive erfassen will. Sie ist nicht mehr bloße Subjektivität (wie der Begriff), sondern die Einheit von Begriff und Objektivität in der Erkenntnis. Das Wahre erkennen heißt: Das Objekt so erfassen, wie es an sich ist. Die Idee des Wahren hat zwei Formen: (1) Analytische Methode - geht vom Konkreten aus und abstrahiert (Empirie), (Kap. 2) Synthetische Methode - geht vom Abstrakten aus und konstruiert (Mathematik). Beide sind einseitig. Die vollendete Erkenntnis (absolute Idee) vereint beide. Problem der theoretischen Idee: Sie bleibt passiv, nimmt die Welt nur hin. Deshalb der Übergang zur praktischen Idee (Idee des Guten), die die Welt verändern will.
Herkunft
Platon: aletheia (Wahrheit als Unverborgenheit). Aristoteles: Wahrheit als homoiosis (Übereinstimmung). Kant: Wahrheit als Übereinstimmung von Erkenntnis und Gegenstand. Hegel: Wahrheit als Idee - Einheit von Begriff und Realität.
Bei Hegel
Enz. §225-232; WdL Bd. 2, Idee des Erkennens
Querverweise
Idee · Wahrheit · Erkenntnis · Methode · Idee des Guten · Absolut · Ideenlehre