Methode

Hegel (Methode)

Methode ist bei Hegel kein Verfahren, das man an einen Gegenstand heranträgt, sondern das Bewusstsein über die Bewegung, die der Gegenstand selbst macht. Die Logik gewinnt sie nicht vorweg, sondern am Ende: Was durchgehend vollzogen wurde, wird zuletzt ausdrücklich gemacht. Die absolute Idee ist deshalb kein zusätzlicher Inhalt, sondern die Selbsterkenntnis dessen, was die ganze Zeit geschah: "Was also hier noch zu betrachten kommt, ist somit nicht ein Inhalt als solcher, sondern das Allgemeine seiner Form, --- d. i. die Methode" (TWA 6, 549). Drei Bewegungsformen unterscheidet sie: Übergehen (im Sein verschwindet eines, ein anderes tritt auf), Scheinen (im Wesen bleiben beide und verweisen aufeinander), Entwicklung (im Begriff setzt das Ganze seine Unterschiede als eigene). Ihre Momente nennt Hegel Anfang, Fortgang und Ende (Enz. §§ 238-242). Der Anfang ist das Unmittelbare und erweist sich vom Ende her als "der Begriff an sich"; der Fortgang ist "ebensowohl analytisch" als "synthetisch" --- er setzt, was im Anfang enthalten war, aber noch nicht gesetzt (§ 239); das Ende zeigt, dass der Anfang nur scheinbar ein Unmittelbares war. Was den Fortgang von der Feststellung eines Mangels unterscheidet, ist die bestimmte Negation: Das Negative ist "das Erste in seiner Bestimmtheit". Hegel nennt die Methode die "schlechthin unendliche Kraft", der kein Objekt Widerstand leisten kann (TWA 6, 552). Die Lesart dieses Kommentars begrenzt sie zweifach: Sie gilt innerhalb der Logik --- Natur, Geschichte und Erfahrung sind ihr Anderes; für die Idee am Ende der Logik zieht Hegel diese Grenze selbst (TWA 6, 572; Kap. 18.1) ---, und sie gibt kein Ergebnis her, das sich aus der Form ablesen ließe.

Nicht gemeint

Kein Verfahren, das sich vorab erlernen und dann auf beliebige Gegenstände anwenden ließe: Die Methode ist "nicht äußerliche Form, sondern die Seele und der Begriff des Inhalts" (Enz. § 243). Und erst recht kein Dreischritt These--Antithese--Synthese, bei dem zu zwei Positionen eine dritte gesucht wird.

Bei Hegel

Enz. §§ 236-243. "Die Methode ist das Bewußtsein über die Form der inneren Selbstbewegung ihres Inhalts" (TWA 5, 49); sie ist die "schlechthin unendliche Kraft" (TWA 6, 552). Die Methode als "das Allgemeine seiner Form" TWA 6, 549; die Idee "noch logisch" TWA 6, 572.

Querverweise

Absolute Idee; Übergang; Scheinen; Entwicklung

Nicht gemeint

Kein Verfahren, das sich vorab erlernen und dann auf beliebige Gegenstände anwenden ließe: Die Methode ist "nicht äußerliche Form, sondern die Seele und der Begriff des Inhalts" (Enz. § 243). Und erst recht kein Dreischritt These--Antithese--Synthese, bei dem zu zwei Positionen eine dritte gesucht wird.

In den ersten auflagen

1817 §§ 183-191

Im kommentar zu hegels logik

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