Implizite Reflexion
Unsere Methodik
Implizite Reflexion ist das Vollziehen von Denkstrukturen, ohne sie zu durchschauen --- nicht die nachträgliche Besinnung auf etwas Vorhandenes, sondern die begleitende Struktur jedes Vollzugs. Woran Sie sie erkennen: Jemand wendet eine Regel sicher an und kann sie nicht angeben; ein Kind spricht grammatisch richtig, lange bevor es Grammatik lernt. Wozu die Unterscheidung gut ist: Sie erklärt den Vorgriff. Hegel gebraucht im Maß-Kapitel chemische Begriffe, deren systematischer Ort erst im Chemismus liegt. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Ordnung des Denkens: Das Spätere war im Früheren bereits wirksam. Die Bewegung läuft in drei Windungen --- implizit vollziehen, darauf reflektieren, systematisch begreifen ---, und dieselbe Figur ordnet die Logik im Ganzen. Der Ausdruck stammt nicht von Hegel: Thomas von Aquin prägt *reflexio concomitans* für das Mitwissen des Verstandes bei jedem Erkenntnisakt, Heinrichs macht ihn 1976 zum Grundbegriff seiner Reflexionslogik.
Querverweise
Explizite Reflexion; Spirale; Vorgriff; Performativ; Selbstanwendung
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:3.8]], [[kleine-logik:4a]], [[kleine-logik:14.6]]