Korrespondenztheorie der Wahrheit

Allgemein-philosophisch

Nach der Korrespondenztheorie ist eine Aussage wahr, wenn sie mit den Tatsachen übereinstimmt --- adaequatio intellectus et rei. Sie trifft etwas Richtiges: Erkenntnis muss sich an etwas messen, das sie nicht selbst gemacht hat. Ihr Problem ist die Voraussetzung, Gedanke und Wirklichkeit lägen unabhängig voneinander vor und würden dann verglichen. Der Vergleich müsste von einem dritten Standpunkt aus geschehen, den es nicht gibt. Der Band löst das als Reflexionsverhältnis auf (Kap. 5.4): Innen und Außen sind keine fertigen Gegensätze, sondern bestimmen sich wechselseitig am Widerstand der Erfahrung. Daraus die Ordnung beider klassischen Theorien --- Korrespondenz ist ein Sonderfall der Kohärenz, nämlich Kohärenz mit den widerständigen Momenten der Erfahrung. Ein System, das nirgends auf Widerstand stößt, hat keine Prüfinstanz; ein Vergleich mit der nackten Tatsache dagegen ist kein möglicher Vorgang.

Querverweise

Kohärenztheorie der Wahrheit; Wahrheit; Widerstand; Erkennen (theoretisches)

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:5.4]], [[kleine-logik:17.2]]