Maß
Hegel (Seinslogik, dritte Hauptkategorie)
Das Maß ist die Einheit von Qualität und Quantität. Im Maß ist die Quantität nicht mehr gleichgültig, sondern konstitutiv für die Qualität. Jede Qualität hat ihr spezifisches Quantum - ihre charakteristische Größe. Beispiele: Salz in der Suppe (zu wenig: fad, zu viel: versalzen), Körpertemperatur (37°C: gesund, 40°C: Fieber). Das Maß hat einen Spielraum: Innerhalb der Grenzen ändert quantitative Variation die Qualität nicht. An den Umschlagspunkten (Knotenlinie der Maßverhältnisse) führt quantitative Änderung zu qualitativem Sprung (Wasser Eis Dampf). Das Maßlose ist der Zustand, wo die alte Qualität zusammenbricht.
Herkunft
"Metron" (griech. Maß) war bei den Griechen ethisches Ideal ("Pan metron" - alles in Maßen). Aristoteles definierte Tugend als mesotes (Mitte zwischen Extremen). In der Neuzeit wurde Maß mathematisch (Maßeinheiten, Messung). Hegel vereint beide: Maß ist qualitatives Quantum - wo Ethik und Mathematik sich treffen.
Bei Hegel
Enz. §107-111; WdL Bd. 1, Lehre vom Sein, Das Maß