Rekonstruktive Lesart

Unsere Methodik

Die rekonstruktive Lesart liest Hegel nicht philologisch ("was hat er gemeint?"), sondern systematisch ("was ist daran wahr?"). Sie übersetzt Formulierungen, in denen etwas als handelndes Subjekt auftritt, in Aussagen über Strukturen: Die Idee, die sich in die Natur entlässt, wird zum Wechsel der Betrachtungsweise; Gott vor der Erschaffung der Welt wird zur Ordnung, die allem Denken und Sein zugrunde liegt. Sie rekonstruiert das sachliche Anliegen unter Verzicht auf die Hypostasierungen der Diktion --- und wo beides auseinandertritt, entscheidet sie sich für das Anliegen. Damit ist an mehreren Stellen eine Streitfrage entschieden und nicht nur ein Satz übertragen; das einzuräumen ist ihre Bedingung. Sie stützt sich auf Hegels eigene Auskünfte: dass die objektive Logik an die Stelle der vormaligen Metaphysik tritt und dass die *Enzyklopädie* in drei einander vermittelnden Schlüssen endet. Ihre Grenze ist, dass sie an jeder Stelle angeben muss, was sie bewahrt und was sie fallen lässt.

Bei Hegel

TWA 5, 61; Enz. §§ 574-577.

Querverweise

Entmythologisierung; Metaphysik; Entlassen; Logik

In den ersten auflagen

1817 §§ 474-477

Im kommentar zu hegels logik

[[kleine-logik:19.3]], [[kleine-logik:19.4]], [[kleine-logik:19.6]]