Setzende Reflexion

Hegel (Wesenslogik, erste Reflexionsform)

Die erste Form der Reflexion, in der das Denken seine Bestimmungen selbst hervorbringt ("setzt"). Die setzende Reflexion ist rein bei sich selbst, kreisförmig, selbstbezüglich. Ihr Resultat ist "Gesetztsein" --- Bestimmungen, die keinen unabhängigen Bestand haben, weil sie nur durch den Akt des Setzens existieren.

Bei Hegel

WdL II, 1. Abschnitt "Das Wesen als Reflexion in ihm selbst"

Querverweise

Äußere Reflexion · Bestimmende Reflexion · Setzen · Gesetztsein · Unmittelbar · Reflexion

Das problem (kap. 5.5)

Die setzende Reflexion ist *leer*. Sie dreht sich im Kreis. "A = A" --- das Wesen ist das Wesen, der Grund ist der Grund. Das ist nicht falsch, aber es sagt nichts. Hegel: "Bewegung des Nichts durch Nichts zu sich selbst zurück."

Charakteristik

Selbstbezüglich, kreisförmig, tautologisch, leer, unmittelbar

Performative erfahrung

Jeder unmittelbare Vollzug in den Experimenten --- Sie denken "reines Sein", Sie behaupten etwas, Sie definieren einen Begriff. Sie *tun* es einfach, ohne vorher zu fragen, ob es geht.

Alltagsbeispiel

"Was ist Wahrheit? --- Wahrheit ist das Wahre." (Zirkulär, aber nicht falsch)

Entspricht

Verständiges Moment (Enz. §79), Identität (A=A), Tautologie, Unmittelbarkeit