Unmittelbar / Vermittelt
Hegel (Kernbegriff)
Unmittelbar heißt: einfach da, ohne erkennbare Voraussetzung. Vermittelt heißt: durch anderes bestimmt --- durch Gründe, Geschichte, Beziehungen. Das Paar ist nicht zeitlich gemeint; es bezeichnet zwei Weisen, wie dasselbe erscheinen kann. Keine bleibt für sich stehen: Was unmittelbar erschien, erweist sich als vermittelt; was von anderswoher zu kommen schien, als selbst gesetzt. Das Ergebnis heißt vermittelte Unmittelbarkeit --- ein Resultat, das die Vermittlung, aus der es hervorging, nicht mehr vor sich her trägt. | Reflexionsform (Kap. 5.5) | Verhältnis | Wie es erscheint | |---|---|---| | Setzende | Unmittelbarkeit | Das Gesetzte ist einfach da | | Äußere | Vermittlung | Das Vorausgesetzte kommt von anderswoher | | Bestimmende | Vermittelte Unmittelbarkeit | Das Unmittelbare ist selbst vermittelt |
Nicht gemeint
Nicht die These, alles Unmittelbare sei bloßer Schein und wirklich sei nur die Vermittlung. Es gibt nichts, "was nicht ebenso die Unmittelbarkeit enthält als die Vermittlung" (TWA 5, 66), und das Resultat einer Vermittlung ist selbst wieder unmittelbar.
Bei Hegel
Enz. §86 Anm.; § 12 Anm.; WdL, TWA 5, 66; durchgängig.
Querverweise
Vermittlung; Voraussetzen; Reflexion; Wesen
Nicht gemeint
Nicht die These, alles Unmittelbare sei bloßer Schein und wirklich sei nur die Vermittlung. Es gibt nichts, "was nicht ebenso die Unmittelbarkeit enthält als die Vermittlung" (TWA 5, 66), und das Resultat einer Vermittlung ist selbst wieder unmittelbar.
In den ersten auflagen
1817 §§ 38-39
Im kommentar zu hegels logik
[[kleine-logik:1.1]], [[kleine-logik:5.5]], [[kleine-logik:8a.2]]
Systematischer ort
1111 --- Sein → Bestimmtheit → Unbestimmtes Sein