Ludwig Feuerbach (1804–1872) radikalisierte die anthropologische Wende zur Kritik aller spekulativen Philosophie. Sein Wesen des Christenthums (1841) wurde zum Grundbuch des anthropologischen Materialismus.

Die Projektionsthese lautet: der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde. Auch Hegels absolute Idee gilt ihm als sublimste Form religiöser Projektion — die Logik als verkappte Theologie. An ihre Stelle tritt die Anthropologie: der Mensch ist dem Menschen das höchste Wesen.

Produktiv daran ist, was bei Hegel nicht ausdrücklich entwickelt war: die konstitutive Rolle der sinnlich-menschlichen Tätigkeit. Feuerbachs Betonung des leiblichen Menschen nimmt Marx’ Handlungsbegriff vorweg.

Die Verkürzung liegt darin, dass die Wende zur Reduktion wird statt zur Vermittlung. Der Mensch als Gattungswesen, das sich seiner bewusst wird, ist selbst schon ein vermittelter Begriff — er setzt Reflexion, Sprache und Kultur voraus, also genau das, was bei Hegel als absoluter Geist entwickelt wird. Erdmann notierte den Ausgang: „Zuletzt schlägt Feuerbachs Lehre in vollständigen Materialismus und Atheismus um."

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Digitalisierte Ausgaben

Digitalisierte Ausgaben — Ludwig Feuerbach
Jahr Titel
1837 Leibniz
1846 Werke01Wesen des Christentums 1
1847 Werke03Gedanken über Tod und Unsterblichkeit 1
1847 Werke04Bacon bis Spinoza 1
1848 Werke05Leibniz 1
1848 Werke06Pierre Bayle 1
1849 Werke07Wesen des Christentums 1
1851 Werke08Vorlesungen über das Wesen der Religion 1
1857 Werke09Theogonie 1
1866 Werke10Gottheit Freiheit und Unsterblichkeit 1

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33333321 [Der Verdacht gegen die Verhältnisse] Gesammelte Werke von Ludwig Feuerbach als PDF
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