Wir haben nun in der Geschichte eines welthistorischen Volkes drei Abschnitte zu unterscheiden:

der erste ist der des Werdens der realen Individualität, der zweite der Ihrer Selbständigkeit und ihres Glückes im Siege nach außen, durch die Berührung mit dem früheren weltgeschichtlichen Volke, der dritte endlich die Periode des Sinkens und des Verfalles, bei dem Zusammentreffen mit dem späteren Organe der Weltgeschichte.

Die Periode des Anfangs bis zur inneren Vollendung, wodurch es einem Volke möglich wird, es mit dem früheren aufzunehmen, enthält die erste Bildung desselben.

Hat das Volk eine Voraussetzung, wie die griechische Welt an der orientalischen, so tritt in seinen Anfang eine fremde Kultur hinein, und es hat eine doppelte Bildung, einerseits aus sich, andererseits aus fremder Anregung.

Dies Doppelte zur Vereinigung zu bringen, ist seine Erziehung, und die erste Periode endigt mit dem Zusammenfassen zur realen, eigentümlichen Kräftigkeit, welche sich dann selbst gegen ihre Voraussetzung wendet.

Die zweite Periode ist die des Sieges und des Glücks.

Indem aber das Volk nach außen gekehrt ist, läßt es seine Bestimmungen im Innern los, und es bildet sich Zwietracht im Innern, wenn die Spannung nach außen aufgehört hat.

Auch in Kunst und Wissenschaft zeigt sich dies an der Trennung des Idealen von dem Realen.

Hier ist der Punkt des Sinkens.

Die dritte Periode ist die des Untergangs durch die Berührung mit dem Volke, aus welchem der höhere Geist hervorgeht.

Demselben Gang, wir können es ein für allemal sagen, werden wir überhaupt in dem Leben eines jeden weltgeschichtlichen Volkes begegnen.

(Vorl. d. Gesch.)