Bewusste Sittlichkeit

Unsere Weiterführung [KF]

Die dritte von drei Stufen, in denen die Sittlichkeit geschichtlich auftritt, quer zu Hegels Gliederung in Familie, bürgerliche Gesellschaft und Staat. In der *traditionellen Sittlichkeit* wird die Ordnung gelebt, ohne reflexiv durchdrungen zu sein; die *moderne Auflösung* macht sie fragwürdig und setzt das kritische Subjekt frei. *Bewusste Sittlichkeit* heißt eine Ordnung, die gilt, weil die in ihr Lebenden sie als die ihre erkennen und tragen --- nicht trotz, sondern wegen der Reflexion.

Nicht gemeint

keine vierte Sphäre neben Familie, Gesellschaft und Staat und kein konfliktfreier Endzustand. Gemeint ist eine Lebensform, die ihre Konflikte als ihre eigenen erkennt und Institutionen hat, in denen sie sie ohne Rückfall in bloße Gewalt, bloßen Markt oder bloße Moral austrägt. Wie sie aussieht, lässt der Band ausdrücklich offen.

Querverweise

Sittlichkeit · Aufhebung · Staat · Leben

Die logische figur dahinter

Die traditionelle Sittlichkeit entspricht der Idee des Lebens vor der Entzweiung, die moderne Auflösung der entzweiten Idee von Erkennen und Wollen, die bewusste Sittlichkeit ihrer Einheit als gewusster und getaner Lebensform ([[kleine-logik:16.1]], [[kleine-logik:17.5]]). Das Verhältnis der Stufen ist Aufhebung: Was an der Tradition trug, wird bewahrt, was an ihr unterdrückte, überwunden.

Nicht gemeint

keine vierte Sphäre neben Familie, Gesellschaft und Staat und kein konfliktfreier Endzustand. Gemeint ist eine Lebensform, die ihre Konflikte als ihre eigenen erkennt und Institutionen hat, in denen sie sie ohne Rückfall in bloße Gewalt, bloßen Markt oder bloße Moral austrägt. Wie sie aussieht, lässt der Band ausdrücklich offen.

Im buch

Kap. 29--31; Schluss