Selbstbewusstsein

Hegel (Kernbegriff)

Das Wissen um sich selbst als Wissendes --- nicht Bewusstsein von etwas, sondern die Rückwendung des Bewusstseins auf sich. In der Logik erscheint diese Struktur unter anderen Namen: als Für-sich-Sein, als Reflexion, als Begriff; den Begriff, sofern er zu freier Existenz gediehen ist, nennt Hegel ausdrücklich "Ich oder das reine Selbstbewußtsein" (TWA 6, 253). Der Punkt, an dem Hegel über die Bewusstseinsphilosophie hinausgeht: Selbstbewusstsein entsteht nicht durch Selbstbetrachtung allein, sondern indem ich mich in einem anderen gespiegelt finde, der mich anerkennt. Frei ist das allgemeine Selbstbewusstsein, "als es im freien anderen sich anerkannt weiß und dies weiß, insofern es das andere anerkennt und es frei weiß" (Enz. Bd. 3, § 436). Weiterführung: Seine höchste Form kommt in der Logik nicht vor. Es gibt Vorformen, aber keine Kategorie, in der Freie einander als Freie haben (siehe Freiheit unter Freien).

Nicht gemeint

Nicht Selbstbewusstsein im alltäglichen Sinn von Selbstsicherheit oder Selbstvertrauen. Gemeint ist die Struktur, in der ein Wissen sich auf sich selbst richtet --- und die sich nicht durch Selbstbetrachtung allein herstellt, sondern über andere, die mich anerkennen.

Bei Hegel

*Phänomenologie des Geistes*, Kap. IV; Enz. Bd. 3, §§ 424-437, besonders § 436; zum Begriff als Ich WdL, TWA 6, 253.

Querverweise

Anerkennung; Selbstbeziehung; Ich; Freiheit unter Freien

Nicht gemeint

Nicht Selbstbewusstsein im alltäglichen Sinn von Selbstsicherheit oder Selbstvertrauen. Gemeint ist die Struktur, in der ein Wissen sich auf sich selbst richtet --- und die sich nicht durch Selbstbetrachtung allein herstellt, sondern über andere, die mich anerkennen.

Im kommentar zu hegels logik

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