Selbsterhaltung
Hegel (Idee des Lebens) / Unsere Methodik (Ethisches Kriterium)
Ein fundamentaler Begriff mit zwei Ebenen: 1. **Logisch/Ontologisch (S³-Prozess):** Der zweite der drei fundamentalen Prozesse der **Idee des Lebens** (Kap. 19.4.2). Er entspricht dem **"Für-sich-Sein"** als Moment der Selbstbeziehung (Kap. 19.1) und dem universellen Verhältnis **"Innen/Außen"** (Kap. 19.7). Selbsterhaltung ist der dynamische Prozess, in dem ein lebendiges System seine Identität bewahrt, indem es sich mit Anderem (Umwelt, Nahrung, Information) auseinandersetzt und dieses assimiliert (Kap. 19.2, 19.4.2). Es ist nicht statische Beharrung, sondern "Selbsterhaltung durch Selbstveränderung" und umfasst auch die **Selbstreparatur**. 2. **Ethisch (Kriterium 3):** Das dritte ethische Kriterium: Handle so, dass die Selbsterhaltung des Lebendigen (eines Systems oder Individuums) möglich bleibt. Dieses Kriterium ist doppelt fundiert: **ontologisch** (aus der Struktur des Lebens, Kap. 22.2) und **performativ** (aus dem "Bewahren" als Moment der Aufhebung, Kap. 27.4).
Herkunft
Bei Spinoza: *conatus* (Streben zur Selbsterhaltung) als Grundprinzip. Bei Hegel: Als "Lebensprozess" (Stoffwechsel) und Moment der Idee. Wir machen dies zur S³-Struktur und zum ethischen Kriterium.
Querverweise
Idee des Lebens · S³-Struktur · Ethische Kriterien (die neun) · Selbstdifferenzierung · Selbstaufhebung · Selbstbeziehung · Aufhebung