Selbstaufhebung
Unsere Methodik (aus Hegel entwickelt)
Der dritte der drei fundamentalen Prozesse (S³) der Idee des Lebens (Kap. 19.4.3). Er entspricht dem "Aus-sich-Sein" als Moment der Selbstbeziehung (Kap. 19.1). Selbstaufhebung ist die Bewegung, in der ein System über sich hinausgeht, um sich auf höherer Ebene zu erneuern. Sie ist mehr als bloße **Reproduktion** (Kopie), da sie die volle dialektische Struktur der **Aufhebung** vollzieht: 1. **Bewahren:** Die Identität bleibt erhalten (z.B. die Gattung, die Tradition). 2. **Überwinden:** Die alte, einzelne Gestalt vergeht (z.B. das Individuum stirbt, die alte Theorieform wird revidiert). 3. **Erheben:** Das Neue ist reicher, entwickelter (z.B. Evolution, Paradigmenwechsel, Reform). Ohne Selbstaufhebung stagniert ein System und stirbt mit dem Einzelnen; es fehlt ihm die Entwicklung.
Herkunft
Hegels Begriff der "Gattung" (Kap. 19.2) und "Aufhebung" wird hier zum Prozess der "Selbstaufhebung" systematisiert (S³-Struktur).
Bei Hegel
Entspricht der Sache nach dem "Gattungsprozess" (Enz. §342) und der Bewegung der Aufhebung (Enz. §96).
Querverweise
Aufhebung · Leben · Gattung · Entwicklung (als ethisches Kriterium) · Selbstdifferenzierung · Selbsterhaltung · Selbstbeziehung